(fair-NEWS) -
Medizinische Behandlung für über 12.000 Menschen in Not
Berlin/Mughu, 23. Dezember 2009. Die Gesundheitsversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern ist meist unzureichend. Am höchsten ist die Not auf dem Dach der Welt - in Nepal. In vielen Regionen gibt es keinerlei Gesundheitsversorgun und die Lebenserwartung liegt bei unter 40 Jahren. Es ist die einzige Region weltweit in der Frauen jünger als Männer sterben. Die deutsch-schweizerische Hilfsorganisation Govinda baut deshalb ein Gesundheitscamp an einem der entlegendsten Orte der Erde auf. Im westnepalesischen Himalaja kümmert sich ein weiteres Mal ein 21-köpfiges internationales Team aus Ärzten und Pflegern um mehr als 1.200 Bedürftige.
In weiten Teilen Nepals sind Hunger und Mangelernährung alltäglich. Über 5 Monate im Jahr wird das Land durch Nahrungsmittellieferungen des World Food Programme versorgt. Im vergangen Jahr sind die Lebensmittelpreise im Land wegen der Finanzkrise um über 50% gestiegen. Der aktuelle UN-Report stuft Nepal daher als eines der 20 am
härtesten betroffenen Länder ein.
Infrastruktur mit Straßen, Strom und fließendem Wasser ist kaum vorhanden, ein flächendeckendes Gesundheitssystem fehlt gänzlich. In den abgelegenen Gebieten des Himalaya gibt es keinerlei medizinische Hilfe. Hier hilft Govinda.
Das jährliche Gesundheitscamp der Hilfsorganisation deckt in erster Linie die zahnärztliche und gynäkologische Versorgung ab. Die teilnehmenden Zahnärzte behandeln vorrangig Karies, entfernen zerstörte Zähne und tragen schützenden Fluoridlack auf. Bei gesundheitserzieherischen Maßnahmen erklären sie den Einwohnern die Grundlagen
der Zahnpflege.
Die Gynäkologen behandeln die Leiden hunderter Frauen. So führen die Fachärzte in den meisten Fällen Gewebeuntersuchungen durch, therapieren Infektionen und Gebärmuttererkrankungen.
Diese meist risikofreien Eingriffe können die Betroffenen von andauernden Schmerzen befreien ihre Lebensqualität über Jahre extrem steigern.
Teil des Ärzteteams sind der Zahnarzt Matthias Grawehr aus der Schweiz und die Gynäkologin Sara Breitenmoser. „Patienten kommen aus entlegenen Tälern und nehmen
teilweise Fußwege von bis zu 48 Stunden und Passquerungen in über 4.000 Meter Höhe auf sich“, berichtet Grawehr. „Das westnepalesische Karnali ist im Hinblick auf Hygiene und Sanitäranlagen die rückständigste Region der Welt“, erläutert Grawehr weiter.
„Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist extrem hoch und im einzigen Krankenhaus der Region arbeitet praktisch kein Fachpersonal. Der Arzt muss jeden komplizierteren
Fall per Flug nach Südnepal abgeben. Die meisten Menschen können den 40 USD teuren Transport jedoch nicht bezahlen. Ausgebildetes Personal wird außerdem zunehmend in Industrienationen wie England, Australien und Kanada abgeworben. Das verschäft das Problem weiter“, erklärt Sara Breitmoser.
Mehr als 1.200 Kinder und Erwachsene nahmen allein dieses Jahr beim Gesundheitscamp in der Region Mughu an Behandlungen und Präventionsmassnahmen teil. Finanzielle
Unterstützung zur Umsetzung des Camps erhielt Govinda durch den Rotary Club Aalen Heidenheim und die Kinderhilfe Nepal e.V. Mitterfels.