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Brexit wird Kampf gegen Tarnfirmen untergraben

Pressemitteilung von

Mohr: Brexit wird Offshore-Unwesen Schub geben (Foto: A. Woitschützke)
Mohr: Brexit wird Offshore-Unwesen Schub geben (Foto: A. Woitschützke)

Lord Triesman: Kein Plan, aber britische Regierung arbeitet am Sündenbock

(fair-NEWS) Konjunkturell wirft der beschlossene Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bereits seine Schatten voraus: die Wirtschaft bricht ein und das Staatsdefizit wächst. In Berlin bemängelte Lord David Triesman, dass es der konservativen Regierung vollständig an einem Umsetzungskonzept fehle. „Während den Schotten bei ihrem Unabhängigkeitsrefendum noch ein 500-Seiten starker Masterplan abverlangt wurde, herrscht in London ein Nichts und Chaos“, so das Labour-Mitglied des House of Lords auf einem politischen Frühstück des Wirtschaftsforums der SPD zum Thema „Brexit – was nun?“.

Ein Ausscheiden aus der Zollunion, die die Europäische Union unauflösbar an den von den Brexit-Befürwortern abgelehnten freien Personenverkehr koppelt, und Wegfall des automatischen EU-Marktzugangs britischer Banken lässt dramatische Verwerfungen erwarten. Die Regierung bereitet sich schon auf den Unmut in der Bevölkerung vor und arbeitet an einer Sündenbock-Strategie, weiß der 73-jährige Banker und ehemalige Gewerkschaftschef zu berichten: Schuld an einem für das Vereinigte Königreich schlechten Ergebnis der Austrittsverhandlungen, soll eine starre und auf Rache sinnende EU sein.

Die von Premierministerin Theresa May angedachte Notmaßnahme, aus Großbritannien ein Niedrigsteuergebiet für Unternehmen zu machen, stoßen bei SPD-Wirtschaftsforum-Mitglied Carsten Mohr auf starke Bedenken: „Ein solcher Schritt lässt nichts Gutes für die internationalen Bemühungen erahnen, Steueroasen und Tarnfirmen in Offshore-Zentren auszutrocknen.“ Mohr, der auch Vorstandsmitglied der Nichtregierungsorganisation Business Crime Control ist, sieht Großbritannien über den Sonderstatus der City of London als faktisches Koordinationszentrum eines Netzes britischer Offshore-Standorte bereits heute als „größte Steueroase der Welt“.

„Schlimmer noch“, meint der 53-jährige Experte für ordnungsgemäße Unternehmensführung, „erlaube die widersprüchliche Haltung und unglaubwürdige Staatsgewalt westlicher Demokratien, dass sich Kriminelle und Terroristen weiterhin über Tarnfirmen in diesen Exklaven finanzieren“.

Auf der Veranstaltung des Wirtschaftsforums tat der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Zimmermann solche Bedenken unter Hinweis auf die Zuständigkeit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die im Vergleich zu Deutschland härteren Anti-Terrorgesetze in Großbritannien ab. Tatsächlich hatte die OECD vorschnell 2009 alle Steueroasen von ihrer schwarzen Liste gestrichen - ein Fehler wie die Veröffentlichungen der Panama Papers und Bahamas Leaks in diesem Jahr wieder bewiesen.


Bildinformation: Mohr: Brexit wird Offshore-Unwesen Schub geben (Foto: A. Woitschützke)


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Pressekontakt:
Carsten Mohr
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Business Crime Control e.V. mit Sitz in Maintal ist eine unabhängige Aufklärungs- und Hilfsorganisation von Bürger- und Menschenrechtlern, die 1991 den gemeinnützigen Verein BCC gegründet haben und seither mit Fallanalysen, Recherchen, wissenschaftlich gestützter Beratung und öffentlicher Aufklärungsarbeit über die Sozialschädlichkeit und Umweltfeindlichkeit der kriminellen Ökonomie zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, Organisierter Kriminalität und Korruption einen eigenständigen, vom marktradikalen Mainstream abweichenden Beitrag leisten.

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