20.03.2009 - 12:23 Uhr

Peru: Ölunternehmen dringt in Land von unkontaktierten Indigenen ein

Pressemitteilung von Survival International Deutschland e.V.

Kolumbiens staatliches Ölunternehmen Ecopetrol wird in die Gebiete von einigen der letzten weltweit unkontaktierten Indigenen in Peru eindringen. Dies geht aus einem Übereinkommen hervor, das diese Woche getroffen wurde.

Ecopetrol unterzeichnete ein Abkommen mit Brasiliens staatlichem Ölunternehmen, Petrobras, das einen Vertrag zur Erkundung zweier Regionen des peruanischen Amazonas hat - beide von unkontaktierten indigenen Gruppen bewohnt.

"Ecopetrol hat über ihre peruanische Zweiggesellschaft zwei Abkommen mit Petrobas Energía del Perú, S.A., getroffen, um Anteile in zwei Forschungs- und Produktionsgebieten zu erwerben," so eine Erklärung, die von Ecopetrol letzten Dienstag veröffentlicht wurde. "Im ersten Gebiet (Parzelle 110) hat Ecopetrol einen Anteil von 50%, im zweiten (Parzelle 117) einen von 25%."

Parzelle 110 umfasst das gesamte Gebiet, das angeblich für die unkontaktierten Murunahua reserviert ist. Sie sind äußerst verletzlich gegenüber jeglichem Kontakt mit Außenstehenden, da sie eine mangelnde Immunität gegenüber fremden Krankheiten haben. Einige Murunahua hatten bereits mit illegalen Holzfällern Kontakt, dies führte zum Tod von ca. 50% von ihnen.

Parzelle 117 schließt Teile eines für unkontaktierte Indigene vorgesehenen Reservats ein. Die Gründung dieser Reservate wird von der lokalen indigenen Organisation ORPIO und der nationalen Organisation AIDESEP unterstützt.

Das Abkommen mit Ecopetrol erfolgte umgehend nachdem Repräsentanten indigener Gruppen Petrobas ausdrücklich untersagten, Parzelle 117 zu erforschen. "Präsident Garcias Regierung ignoriert erneut sowohl die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation, als auch die Deklaration für die Rechte indigener Völker der Vereinten Nationen," so AIDESEPs Präsident bezüglich der Einwilligung der peruanischen Regierung Petrobas in Parzelle 117 arbeiten zu lassen.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: "Möglicherweise weiß Ecopetrol nicht, worauf sie sich einlassen: Das Land, das erforscht wird, ist von unkontaktierten Gruppen bevölkert. Wenn Ecopetrol dort arbeitet, würden sie gegen das Völkerrecht und die Rechte einiger der verletzlichsten Menschen auf der Welt verstoßen."

-ENDE-


Survival International Deutschland e.V.
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
(Deutschland)
Telefon: 030-72293108
Ansprechpartner: Raphael Göpel

Pressekontakt:
Survival International Deutschland e.V.
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str.4
10405 Berlin
030-72293108
info@survival-international.de
www.survival-international.de

Unternehmensprofil:
Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Gruppen einsetzt. Dabei konzentrieren wir uns auf diejenigen, die in größter Isolation und fernab der Außenwelt leben. Sie sind am meisten bedroht und sind dabei alles zu verlieren - auch ihr Leben. Survival International legt den Schwerpunkt auf Kampagnen und Aufklärungsarbeit als effektive Methode, langfristig Verbesserungen für indigene Gruppen zu erreichen. Zudem bemühen wir uns, bestehende Vorurteile durch Bildungsarbeit abzubauen

Vorherige PressemitteilungNächste Pressemitteilung
Shortlink:  Immobilienbewertung online - standortgenau nach der Methode Dr. Barzel


Permanenter Link:

Druckversion PDF-Version fair-NEWS als RSS-FeedEmpfehlung - diese  Seite an Freunde oder Bekannte senden Diese Seite in den Suchergebnissen von Google Facebook Twitter Mr. Wong Lezeichen setzen bei Google Delicio

Das könnte Sie auch interessieren:

Pressemitteilungen News-Ticker

Weitere Pressemitteilungen »