Bildungsqualität & Bildungsgerechtigkeit in Kitas haben Vorrang
Pressemitteilung von Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit
Der DBSH erklärt sich daher mit dem vom Berliner Landeselternausschuss Kita initiierten Volksbegehren solidarisch!
Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist hinsichtlich seiner Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt in extrem hohem Maße auf die Bildung, Kreativität und Leistungsfähigkeit seiner Bürger/innen angewiesen. Spätestens seit Veröffentlichung der PISA-Studie haben Öffentlichkeit und Politik aber erkannt, dass das deutsche Bildungswesen nicht so leistungsfähig ist wie die Bildungssysteme in vielen anderen OECD-Ländern. Außerdem haben neuere Ergebnisse der Hirnforschung die Bedeutung der ersten Lebensjahre aufgezeigt und offensichtlich gemacht, wie viel durch eine gute Förderung von Kleinkindern erreicht werden kann (Shore 1997). Deshalb wird gefordert, dass Kindertagesstätten einen größeren Beitrag zur Qualifizierung von Kindern leisten und somit verstärkt als Bildungseinrichtungen fungieren sollten. In diesem Kontext wird auch eine bessere Qualität der pädagogischen Arbeit eingefordert.
Die Aufgaben und Erwartungen an die vorschulische Erziehung und damit auch an das pädagogische Personal sind aufgrund veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen gestiegen. Eine Anpassung der Arbeits- und Rahmenbedingungen an diese veränderten Anforderungen ist jedoch nicht erfolgt. Nach wie vor müssen sich Erzieherinnen und Erzieher mit mangelhaften technischen Gegebenheiten, zu wenig Personal und einer vergleichsweise geringen Bezahlung abfinden. Auch für die Gestaltung der Arbeitsverträge von Erzieherinnen und Erziehern gibt es mit dem derzeitigen Finanzierungssystem große Unsicherheit. Die Träger können nicht mehr über längere Zeiträume kalkulieren, so dass es verstärkt zu befristeten Teilzeitarbeitsverhältnissen komme. Diese Diskrepanz wird in der Öffentlichkeit und auch von Seiten der Träger nur unzureichend wahrgenommen.
Die Forderungen des LEAK beziehen sich auf das im Jahr 2004 vom Senat verabschiedeten "Berliner Bildungsprogramm", in dem es heißt, dass die Kitas in Berlin auch eine Bildungsfunktion erfüllen und nicht nur bloße Betreuung bieten sollen. Die InitiatorInnen des Volksbegehrens bemängeln, dass diese Vorgabe mit dem derzeitigen Personalbestand nicht erfüllt werden könne. Der Ausgangspunkt für die Initiative waren zahlreiche Berichte von Eltern die immer wieder einen hohen Personalmangel beklagen. Nach einer Blitzumfrage mit Berichten aus 118 Kitas Mitte letzten Jahres, wurden bei 94% ein Personalmangel gemeldet. Die von den Eltern am häufigsten benannten Auswirkungen waren: Betreuung durch nichtpädagogischen Personal, keine Zeit für das Berliner Bildungsprogramm, Wegfall von Ausflügen, fehlende Vor- und Nachbereitung und zu große Gruppen.
Ziel des Volksbegehrens ist es, den Kindern einen höheren Betreuungsumfang zuzustehen, die Verbesserung des Erzieher-Kind-Schlüssels zu erreichen, den Erziehern mehr Zeit für eine vernünftige und notwendige Vor- und Nachbereitung zu verschaffen, den pädagogischen Fachkräften genug Zeit für wichtige Fortbildungen zu geben und die Verbesserung des Leitungsschlüssels.
Der DBSH fordert alle Eltern, Fachkräfte in der Sozialen Arbeit und BürgerInnen des Landes Berlin auf, das Volksbegehren zu unterstützen. Bis zum 16. Juli können die Unterschriftenbögen bei dem LEAK oder in den Kitas abgegeben werden.
Die Unterschriftenbögen können auf der folgenden Webseite heruntergeladen werden: http://www.volksbegehren-kita.de

Der DBSH setzt sich ein für eine Gesellschaft, in der alle Menschen in Wahrnehmung ihrer persönlichen Verantwortung das Recht und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und individuellen Gestaltung ihres Lebens haben und in der solidarisches Handeln als Zeichen sozialer Verantwortung gegenüber den Schwächeren praktiziert wird. Der DBSH ist Berufsverband für Fachkräfte im Bereich Sozialer Arbeit, insbesondere SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, HeilpädagogInnen und ErzieherInnen.
Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit
Kochelseestr. 5
12527 Berlin
Telefon: +49 (0) 160 9603 0565
Ansprechpartner: Anja Müller
Homepage: www.dbsh.de

Pressekontakt:
Anja Müller
Dipl. Sozialpädagogin
Kochelseestr. 5 * 12527 Berlin *
Fax: +49 (0) 30 700143 4501
Mobil: +49 (0) 160 9603 0565
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Der DBSH ist der "Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit." Der DBSH vertritt die gesellschaftsbezogenen und berufspolitischen sowie die arbeits- und tarifrechtlichen Interessen seiner Mitglieder. Über 6.000 Kolleginnen und Kollegen haben sich zusammen geschlossen, um Maßstäbe in der Sozialen Arbeit zu setzen.
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