30.05.2009 - 11:22 Uhr

Skandal um das QS-Qualitäts-Siegel: PETA meldet: Weiterer Putentransporter negativ aufgefallen

Kritik am „tiergerechten“ QS-System häuft sich / PETA stellt Strafanzeige

Pressemitteilung von Deutsches Tierschutzbüro

Skandal um das QS-Qualitäts-Siegel: PETA meldet: Weiterer Putentransporter negativ aufgefallen
Skandal um das QS-Qualitäts-Siegel: PETA meldet: Weiterer Putentransporter negativ aufgefallen
Nachdem die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. erst vor wenigen Woche mit einer spektakulären Aktion auf die Problematik der Haltung, des Transports sowie der Schlachtung von Puten aufmerksam gemacht hat, ist nun nach Informationen der Organisation wiederum ein anscheinend völlig überladener Putentransporter durch die Erdinger Polizei gestoppt worden.

. Nach Angabe der Erdinger Polizisten hatte der Transporter über 800 Puten zu viel geladen. Eigentlich hätte er rund 1250 laden dürfen, er hatte laut PETA aber mehr als 2.000 Puten an Bord. Nach Recherchen von PETA fuhr der Transporter nach Ampfing zur Süddeutschen Truthahn AG. Dort bestätigt man auch die Ankunft des Transporters, sieht die Überladung aber eher als normal an, denn die Transporter würden immer rund 3.000 Puten laden, so PETA. Das brisante Detail in dieser Angelegenheit: Der Schlachthof der Süddeutschen Truthahn AG trägt das angeblich tiergerechte QS-Qualitätssiegel. PETA kritisiert seit Jahren die Glaubwürdigkeit und die Tierhaltung der QS GmbH und sieht in dem blauen QS-Prüfsiegel eine eklatante, sich ständig wiederholende Verbrauchertäuschung. „Die Industrie verleiht sich selbst ein Siegel, unabhängig kontrolliert wird dort kaum ein Betrieb. Wir haben bisher sieben Strafanzeigen gegen QS-Mäster wegen Tierquälerei gestellt“, so Dr. Haferbeck von PETA. Vor der Schlachtung werden die Puten regelrecht vergast, dies soll schonender sein, gibt das Unternehmen an. Dabei ist diese Methode seit Jahren umstritten. „Dieses ist ein qualvoller Tod nach einem qualvollen Leben in der konventionellen Turbomast“, so Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler von PETA Deutschland e.V. Im Supermarkt wird das Fleisch der Tiere, das überwiegend aus der laut PETA per se tierquälerischen Massentierhaltung stammt, unter dem blauen QS-Siegel als besonderes Qualitätsprodukt verkauft. Abschließend appelliert Dr. Haferbeck an die Verbraucher: „Augen auf beim Einkauf und Produkte mit dem blauen QS-Siegel als das einordnen, was sie sind: Reine Verbrauchertäuschung.“

Das Deutsche Tierschutzbüro hat sich spezialisiert auf das Thema „Tierschutz“ und bietet Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen Hilfestellung bei der Umsetzung von Kampagnen, Aktionen und Veranstaltungen. Das Büro übernimmt für seine Auftraggeber Öffentlichkeits-, Presse- sowie Lobbyarbeit. Des Weiteren sind Fotografen für das Tierschutzbüro tätig, die die Aufgaben haben, Kampagnen und Aktionen bildmäßig zu begleiten sowie tierschutzrelevante Fotos (z.B. zum Thema Massentierhaltung und Nutztierhaltung) zu erstellen. Zum weiteren Aufgabenfeld des Tierschutzbüros zählen neben dem „Infobroking“ (Informationsbeschaffung) auch Vor-Ort-Recherchen sowie die Aufdeckung von Tierquälerei.


Deutsches Tierschutzbüro
An Groß Sankt Martin 6 / 206
50667 Köln
(Deutschland)
Telefon: 0221-20463862
Ansprechpartner: Ingo Schulz

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Ingo Schulz
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