Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG sowie zuständiges Veterinäramt
Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG sowie zuständiges Veterinäramt
Pressemitteilung von Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Es gibt noch eine Steigerungsform der betäubungslosen Ferkelkastration: Das betäubungslose Herausreißen der Hoden, wie es bei der Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG in Groß Pankow im Land Brandenburg praktiziert wurde und wahrscheinlich noch wird.
Der wissenschaftliche Veterinärausschuss der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit hat schon im Jahr 1997 festgestellt, dass das Reißen am Gewebe von Tieren mit erheblichen Schmerzen verbunden ist und damit abgeschafft werden muss. Auch das deutsche Tierschutzgesetz schreibt vor, dass bei betäubungslosen Eingriffen alles getan werden muss, um die Leiden der Tiere zu minimieren.
„Bei der Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG scheint man sich um die Gesetzeslage nicht zu kümmern“, sagt Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Deswegen erstattet die Tierschutzorganisation heute wegen zehntausendfacher Tierquälerei - so hoch ist die Zahl der jährlich kastrierten Ferkel - Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Das Tierschutzgesetz sieht für solche Vergehen eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe vor.
Das Veterinäramt hätte dieses Vorgehen per Verfügung untersagen müssen. Da dies offenbar nicht erfolgt ist, macht es sich der Beihilfe schuldig.
Die Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG ist Träger des blauen QS-Siegels, das Verbraucher oft fälschlicherweise mit hohen Tierschutzstandards in Verbindung bringen. Die Albert Schweitzer Stiftung hat QS schon vor einem Monat über die Misstände in Groß Pankow informiert. Als Antwort bekam sie den Hinweis, man solle sich zu Tierschutzfragen die QS-Webseite anschauen. „Das ist in Anbetracht der gravierenden Tierquälerei wirklich hämisch“, kommentiert Wolfgang Schindler.
Inzwischen sieht das QS-System zwar eine Schmerzbehandlung vor, allerdings erfolgt diese erst nach der Katration. „Was uns da als großer Fortschritt verkauft wird, wirkt wie ein schlechter Scherz. Der Gesetzgeber ist aufgefordert, dafür zu sorgen, dass auch die eigentliche Kastration unter Betäubung geschieht“, schließt Schindler.
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich seit 1999 erfolgreich gegen die industrialisierte Massentierhaltung ein. Dazu gehört auch, dass juristisch gegen Tierquäler vorgegangen wird. Mehr dazu auf www.albert-schweitzer-stiftung.de
.Bildmaterial erhältlich über www.tierschutzbilder.de
.Die gemeinnützige Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wurde 1999 von Rechtsanwalt Wolfgang Schindler als politisch und weltanschaulich ungebundene Tierschutzorganisation gegründet. Sie finanziert sich aus den Erträgen des Stiftungskapitals sowie aus Förderbeiträgen und Spenden. Ihren Namen erhielt die Stiftung von Rhena Schweitzer, der Tochter Albert Schweitzers.
Unsere Aufgabe ist es, möglichst viel Leid zu vermindern. Deshalb setzen wir uns vor allem für die sogenannten »Nutztiere« ein. Mit 60 Milliarden Tieren, die jedes Jahr unter meist unvorstellbaren Bedingungen kostenoptimiert gemästet und getötet werden, ist das Engagement für diese Tiere die wohl größte Aufgabe, der man sich stellen kann.
Wir wirken darauf hin, Haltungsbedingungen zu verbessern sowie die Überzüchtung (Qualzucht) der Tiere zurückzufahren. Außerdem stärken wir die vegetarische Idee, da uns keine Haltungsform bekannt ist, die man als wirklich artgerecht bezeichnen könnte.
Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Schoelerpark 5
10715 Berlin
(Deutschland)
Telefon: 030 - 86 39 16 59
Ansprechpartner: Mahi Klosterhalfen
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Mahi Klosterhalfen (Vizepräsident der Albert Schweitzer Stiftung )
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