21.06.2008 - 18:02 Uhr

Drei für die Exilgemeinde wichtige Persönlichkeiten in Nepal festgenommen

Pressemitteilung von Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Arbeitsgruppe München

Festnahmen in Kathmandu  Bild: Himalayan Times
Festnahmen in Kathmandu Bild: Himalayan Times
KATHMANDU, 19. Juni 2008 - Heute Morgen gegen 8 Uhr wurden Kelsang Chung, Direktor des Tibetischen Flüchtlingszentrums, Ngawang Sangmo, Präsidentin des regionalen tibetischen Frauenverbands, und Tashi Dolma, Vizepräsidentin des regionalen tibetischen Frauenverbands von uniformierten nepalesischen Polizeibeamten in ihren Häusern festgenommen.

Drakpa Tenzin, Präsident des regionalen Tibetischen Jugendkongresses, bestätigte gegenüber Phayul die Festnahme der drei Tibeter und erklärte, sie befänden sich derzeit in der Haftanstalt von Boudha. Er sagte weiter: "Ich war heute Morgen nicht zu Hause. Meine Familie informierte mich später, daß uniformierte Beamte um etwa 8 Uhr heute Morgen zu meinem Haus gekommen waren, um mich festzunehmen. Ich habe gehört, daß sie auch zum Haus des Vertreters des Dalai Lama in Nepal, Trinley Gyatso, gegangen sind, doch er war ebenfalls nicht zu Hause. So sind wir beide noch nicht verhaftet worden."

Einer anderen Quelle zufolge wurden die drei später in das Dilli Bazar Karaghar Gefängnis verbracht. Es wurden Haftbefehle gegen sie erlassen, in denen es heißt, die Proteste der Tibeter in Nepal (seit dem 10. März) hätten die bilateralen Beziehungen zwischen Nepal und China ernstlich beeinträchtigt und sie würden daher für drei Monate in Haft bleiben."

Tibeter in Nepal planen trotz der Verhaftungen einen Massenprotest vor der chinesischen Botschaft in Hattisar, Kathmandu. Die meisten tibetischen Geschäfte und Läden sind aus Solidarität geschlossen, weil der Tag der Ankunft der olympischen Fackel in Tibet ein schwarzer Tag für die tibetische Bevölkerung ist.

Ein anderer Tibeter äußerte gegenüber Phayul die Vermutung, daß die präventiven Verhaftungen der drei genannten Tibeter vermutlich aufgrund einer kürzlich erfolgten Ankündigung verschiedener Tibeter, "einen Marsch nach Tibet anzutreten", erfolgt sei. Die Tibeter listen Namen von Freiwilligen auf und sammeln Spenden zu diesem Zwecke.


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Der Auftrag der IGFM zielt auf die friedliche Verwirklichung der Menschenrechte, deklariert von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948, dem Tag der Menschenrechte. Seit einigen Jahren leistet die im Jahre 1972 gegründete und seitdem anerkannt gemeinnützige Gesellschaft auch mildtätige Arbeit.

Die IGFM hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die Arbeitsgruppe München hat Tibet als Schwerpunkt gewählt. Eine umfangreiche Sammlung von Texten zur Menschenrechtslage in Tibet steht auf unserer Website unter der Rubrik "Tibet", wir versenden auch kostenlos aktuelle Meldungen zu Tibet per e-mail. Anmeldung unter tibet@igfm-muenchen.de.

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