Neuberechnung für REACH:
Zahl der Tieropfer für Chemikalientest erhöht sich auf 54 Millionen
Pressemitteilung von Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Nach aktueller Sachlage sollen statt der ursprünglich angenommenen 30.000 Substanzen mindestens 68.000 Chemikalien getestet werden. Mindestens 54 Millionen Tiere müssen dafür ihr Leben lassen. Diese Zahl könnte sich im schlimmsten Fall um ein Vielfaches erhöhen, wenn tatsächlich alle Stoffe in allen vorgesehenen Tierversuchen getestet werden würden. Die Kosten für REACH belaufen sich auf fast zehn Milliarden Euro. Bei den bisherigen Schätzungen der Tierzahlen infolge der Umsetzung von REACH wurden Faktoren wie die EU-Erweiterung und die wachsende chemische Industrie nicht berücksichtigt.
Pro Jahr werden in der EU rund 12 Millionen Tiere in Versuchen eingesetzt. Schon die allein für REACH ursprünglich maximal 45 Millionen veranschlagten “Versuchs“tiere sind nach Ansicht der Ärztevereinigung ein nicht zu verantwortbares Ausmaß an zusätzlichen Tierversuchen. Die nun vorgelegten Berechnungen würden alles Vorstellbare sprengen.
Die Autoren der noch unveröffentlichten Studie, auf die sich der Artikel in der Fachzeitschrift Nature bezieht, halten REACH wegen der ungeheuren Anzahl an Tiertests für undurchführbar. Die Kapazitäten der EU würden dafür gar nicht ausreichen. Wenigstens die Zwei-Generationen-Studie, die besonders hohe Tierzahlen kostet, könnte auf die Hälfte reduziert werden, indem die Substanzen statt in zwei nur in einer Tiergeneration getestet würde. Mit dem Beginn der Tierversuche ist nicht vor Dezember 2010 zu rechnen.
Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche stellt die gesamte Vorgehensweise bei REACH in Frage. Eine wirklich sinnvolle Abschätzung von Gefahren durch Chemikalien könne nur durch Verfahren
erfolgen, die u.a. berücksichtigen, inwiefern ein Mensch einer Chemikalie tatsächlich ausgesetzt ist und oder indem menschliche Vergiftungsfälle ausgewertet werden. Bei REACH jedoch wird anhand der produzierten Jahresmenge einer Chemikalie festgelegt, welche Sicherheitsprüfungen verlangt werden. Dies ist nach Einschätzung der Ärztevereinigung unsinnig, da die Menge einer Substanz nichts über deren Gefährlichkeit aussagt. So könne eine winzige Menge einer wenig produzierten Chemikalie viel giftiger sein als eine größere Menge einer massenweise produzierten Substanz.
Die Ärztevereinigung kritisiert auch, dass bei REACH auf althergebrachten Methoden beharrt wird, wie zum Beispiel dem Draize-Test aus den 1930er Jahren, der schon seit 40 Jahren wegen seiner extremen Schwankungen in Wissenschaftskreisen kritisiert wird. „Durch Tierversuche werden Chemikalien keinen Deut sicherer“ erläutert Diplom-Biologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärzte gegen Tierversuche. „Im Gegenteil, dem Verbraucher wird eine Sicherheit vorgespielt, die nicht vorhanden ist, da schon verschiedene Tierarten ganz anders auf eine Substanz reagieren. Die Übertragung auf den Menschen ist daher unverantwortlich“, so Bitz weiter.
Der Verein begrüßt, dass die Chemikalienverordnung vorsieht, zunächst alle vorhandenen Daten auszuwerten und erst dann Tierversuche durchzuführen. Dennoch fordern die Ärzte gegen Tierversuche ein REACH, das gänzlich ohne Tierversuche vorgeht. Nur eine moderne Chemikalienpolitik, die tierversuchsfreie Prüfstrategien konsequent nutzt, kann zuverlässige Ergebnisse liefern. Das Festhalten an überalterten Denkmustern, nach denen ein sturer Katalog an Tierversuchen abgearbeitet wird, bietet nach Aussage der Ärztevereinigung nachweislich keine Sicherheit für den Verbraucher.
* Chemical-safety costs uncertain, nature, 26.08.2009
www.nature.com/news/2009/090826/full/4601065a.html

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Landsbergerstr. 103
80339 München
(Deutschland)
Telefon: 089-3599349
Ansprechpartner: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Pressekontakt:
Ärzte gegen Tierversuche e.V., Landsbergerstr. 103, 80339 München
Unternehmensprofil:
Permanenter Link:
Das könnte Sie auch interessieren:
Pressemitteilungen News-Ticker
-
26.05.2012 - 20:10 - Oberstdorf Event GmbH, 87538 Fischen
Das 4-Sterne Hotel Oberstdorf im Allgäu feiert 10-jähriges Jubiläum!

-
26.05.2012 - 19:54 - DEMOS Wohnbaugesellschaft GmbH, 80337 München
www.demos.de: Lukrative Immobilien in München und Umgebung für mehr Wohnqualität

-
26.05.2012 - 18:04 - Schluga Camping Welt, 9620 Hermagor-Pressegger See
Campen: Programm inklusive
In der Schluga Camping Welt in Kärntens Süden

-
26.05.2012 - 16:43 - Knieper Projektmanagement, 53113 Bonn
Aufsteller mit Informationsflyer zum Thema Zahnunfall und Zahnrettungsbox zur Auslage in Zahnarztpraxen, Apotheken, etc. jetzt NEU bei Zahnrettungsbox.com erhältlich

-
26.05.2012 - 16:12 - Communication Office Düsseldorf, 40239 Düsseldorf
Komplexität als Chance

-
26.05.2012 - 15:48 - Creditum.eu, SW1E 5RS London, Greater London
http://creditum.eu : Kredit auch in schwierigen Fällen möglich

-
26.05.2012 - 15:40 - change.project gmbh, 70563 Stuttgart
Zufriedene Kunden? Ja bitte!

-
26.05.2012 - 14:19 - Der Tagesspiegel
Der Tagesspiegel: EU-Parlamentschef Schulz hält Streckung von Griechenlands Reform-Zeitplan für möglich

-
26.05.2012 - 14:01 - MKM Marketing Institute GmbH, 83661 Lenggries
Komplexität als Chance

-
26.05.2012 - 13:51 - Sportfreunde Informationsdienste GmbH
Sportwetten Info-Blog zur EM 2012 geht online!





















