easee hilft blinden und stark sehbehinderten Menschen bei der Navigation im Alltag
Testparcours auf der IFA 2009
Pressemitteilung von easee (Hochschule Darmstadt)
Der Stand des IGDV befindet sich in Halle 5.3 des TecWatch unter der Stand-Nr. 6. Am 4. und am 5. September wird zusätzlich zum Personal des IGDV auch das Team von easee vor Ort sein und Fragen beantworten.
Orientierung blinder und stark sehbehinderter Menschen
Die meisten Blinden und stark Sehbehinderten orientieren sich anhand erlernter Wegbeschreibungen, so genannten kognitiven Laufzetteln oder auch mentalen Karten. Dabei werden beim Abgehen einer Strecke markante Punkte wie zum Beispiel Briefkästen, Ampeln und Bodenbeschaffenheiten im Gedächtnis abgespeichert. Diese Laufzettel werden mit Hilfe eines Mobilitätstrainers oder in Eigeninitiative erstellt.
Das Kontingent an Laufzetteln, die sich Blinde und stark Sehbehinderte im Gedächtnis abspeichern und abrufen können, ist begrenzt. Dadurch sind sie in ihrer Mobilität eingeschränkt und bei unbekannten Wegen auf die Hilfe anderer angewiesen.
easee - digitaler kognitiver Laufzettel
easee setzt an dieser Problematik an und macht kognitive Laufzettel digital verfügbar. Eine Software auf dem Mobiltelefon erstellt auf Basis des mitgelieferten Kartenmaterials eine Routenführung, ähnlich wie bei herkömmlichen Navigationssystemen, jedoch mit blindengerechten Informationen. Die Sprachausgabe erfolgt über das zugehörige Bluetooth-Headset.
Der konventionelle Blinden-Langstock soll dadurch nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt werden. An ihm wird ein kompaktes Eingabegerät angebracht, das die wichtigsten Funktionen zur Bedienung der Software abbildet. Somit muss das Mobiltelefon während der Navigation nicht zusätzlich in der Hand gehalten werden. Blinden und stark Sehbehinderten wird dadurch ermöglicht, sich leichter und vor allem selbstständig in bekannter und unbekannter Umgebung bewegen zu können.
Neben wegspezifischen Anweisungen beinhalten die Laufzettel auch Raum- und Umgebungsinformationen. Mit diesen können sich Blinde und stark Sehbehinderte einen präzisen Eindruck über die zu bewältigende Strecke machen. Die angesagten Informationen enthalten Angaben zur haptischen, olfaktorischen und akustischen Umgebung.
Die automatische Standortbestimmung erfolgt über eine GPS-Ortung. Im Gegensatz zu anderen erhältlichen Systemen können selbst bei Verlust des GPS-Signals die Wegpunkte eines Laufzettels manuell weitergeschaltet und abgelaufen werden. Durch diese und andere eingesetzte Techniken ist eine unterbrechungsfreie Navigation im öffentlichen Raum und innerhalb von Gebäuden möglich.
Die Aktualisierung des Kartenmaterials erfolgt über eine ebenfalls blindengerechte PC-Software. Diese synchronisiert die Daten zwischen Mobiltelefon und PC. Erstellt wird das Material durch autorisierte Personen wie zum Beispiel Mobilitätstrainer. Zudem können Blinde und stark Sehbehinderte fehlende oder aktualisierte Informationen selbst nachpflegen. Diese können nach einer Synchronisation und redaktionellen Überprüfung anderen easee-Nutzern zur Verfügung gestellt werden.
E-Mail: kontakt@unterbezahlt.com
Web: www.unterbezahlt.com/easee

easee (Hochschule Darmstadt)
Haardtring 100
64295 Darmstadt
(Deutschland)
Ansprechpartner: Projektteam "easee"
Homepage: www.unterbezahlt.com/easee/

Pressekontakt:
Projektteam "easee"
kontakt@unterbezahlt.com
www.unterbezahlt.com/easee
Unternehmensprofil:
easee ist eine Navigationshilfe für blinde und stark sehbehinderte Menschen und wurde 2008/2009 im Rahmen eines zweisemestrigen Projekts von einem siebenköpfigen Studententeam des Studienfachs Media System Design an der Hochschule Darmstadt konzipiert und entwickelt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Bereiche Projektmanagement, Design, Informatik und Wirtschaft gelegt. Während des gesamten Projektverlaufs wurden blinde Menschen von der Recherche bis hin zur Umsetzung in den nutzerzentrierten und partizipatorischen Designprozess mit einbezogen. Das System wurde bereits im Januar 2009 mit großem Erfolg auf der mediale* in der Centralstation Darmstadt in Form eines lauffähigen Prototyps einem breiteren Publikum vorgestellt.
Hochschule Darmstadt: www.h-da.de

Media System Design: www.media.h-da.de

IGDV: www.igdv.h-da.de
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