23.10.2009 - 01:58 Uhr

Asien: Wieder Fluten auf Philippinen und in Indien

Der Geld-Hunger der Reichen und der Hunger der Armen

Pressemitteilung von Nichtkommerzielle

Wolfgang Bastian - Freie Stimme-Christen Online
Wolfgang Bastian - Freie Stimme-Christen Online
Die Meldung der Woche und die Zahl der Woche: Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen an Hunger - mehr als je zuvor. Diese Meldung ist die größte Schande für die Menschheit, denn der zunehmende Hunger ist nicht auf schlechte Ernten zurückzuführen, sondern hauptsächlich auf schlechtes Wirtschaften in den reichen Ländern. Hohe Lebensmittelpreise, gesunkenes Einkommen und steigende Arbeitslosigkeit erschweren den Armen den Zugang zu Lebensmitteln.

Die Entwicklungsländer haben seit 2007 über 750 Milliarden Dollar weniger eingenommen. Die Bankkredite an die armen Länder gingen drastisch zurück. Die Industriestaaten geben weit weniger Geld für Entwicklung als zugesagt. Das durchschnittliche Tageseinkommen eines Afrikanders beträgt etwa einen halben Euro - in Burundi und im Kongo 25 Cent.

Auf der anderen Seite: Die Banker an der Wallstreet verdienten 2009 erstmals über 140 Milliarden Dollar. Der Geld-Hunger der Reichsten und der Hunger der Armen haben viel miteinander zu tun. Die Manager und Angestellten der 23 größten Finanzinstitute, also die Verursacher der Krise, sind zugleich die Gewinner derselben. Sie erhalten höhere Boni als je zuvor und diese Gewinne werden zum großen Teil über Steuern finanziert - dafür wird die Entwicklungshilfe gekürzt. Die Banker werden für schlechtes Wirtschaften noch belohnt. Bislang hat die Welt nichts, aber auch gar nichts aus der Krise gelernt.

Deshalb ist nur eines sicher: Die nächste Krise kommt bestimmt. Denn es kann nicht gut gehen, dass die Armen die Reichen sanieren.

Der Hunger erreicht Rekordniveau, weil in der Wirtschaftskrise die Einnahmen der armen Länder gesunken sind und noch weiter sinken.

Diese Entwicklung birgt in einer sich globalisierenden Welt sozialen Sprengstoff, der durch die Klimakrise noch verschärft wird. Die UNO geht davon aus, dass wegen des Klimawandels und wegen des Hungers bis 2020 etwa 200 Millionen Menschen als Flüchtlinge über unseren Planeten irren werden. Das ist die logische Konsequenz einer reichen Welt, in der jeder Sechste an Hunger leidet.

Der Hunger ist die eigentliche Wirtschaftskrise und kein gutes Vorzeichen für eine friedlichere Welt. Der Hunger der Armen wird verursacht durch die Gier der Reichen. Die aktuelle Hungerkrise ist historisch ohne Beispiel.

Quelle:

© Franz Alt 2009

Mit freundlicher Erlaubnis von Franz Alt in Freie Stimme - Christen Online und Freie Stimme Online veröffentlicht

:: Welthunger-Index 2009: Jeder sechste muss hungern
+ 15.10.2009 + Frauen leiden am meisten unter Hunger und Armut.Gleichzeitig spielen sie eine Schlüsselrolle in der Entwicklung. Das 21. Jahrhundert droht zum Hungerjahrhundert zu werden.

Der Welthunger-Index misst in diesem Jahr zum ersten Mal den Zusammenhang zwischen Chancengleichheit für Frauen und Hunger. Wichtigstes Ergebnis: Dort wo Frauen schlechter gestellt sind, ist der Hunger größer. "Stärkung von Frauen ist ein Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Armut, der noch zuwenig beachtet wird", sagt Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Rund eine Milliarde Menschen weltweit hungern, Frauen und Kinder sind am schlimmsten betroffen. Rund 70 Prozent der 1,4 Milliarden Armen weltweit sind Frauen und müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Der Welthunger-Index zeigt: Wo Frauen im Haushalt und auf Gemeindeebene Einfluss haben und anerkannt sind, sind sie selbst besser ernährt und ihre Kinder besser versorgt.

Armutsbekämpfung muss Vorrang haben

Als Präsidentin einer der größten Hilfsorganisationen in Deutschland appelliert Dieckmann an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Themen Armutsbekämpfung und ländliche Entwicklung in den Mittelpunkt der Entwicklungszusammenarbeit zu stellen. "Entwicklungspolitik darf nicht die Fortsetzung staatlicher Interessenspolitik mit anderen Mitteln sein", sagt Dieckmann. "Deutschland hat trotz wachsender Probleme hierzulande eine globale Verantwortung."

Der Welthunger-Index 2009

Der Welthunger-Index wird zum vierten Mal zusammen mit dem International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington herausgegeben und heute zeitgleich in den USA und Kenia veröffentlicht.

Die wichtigsten Ergebnisse zur Hungersituation

In 29 Ländern ist die Hungersituation ernst oder sogar gravierend. Dabei konnten allerdings seit 1990 in Südasien erhebliche Fortschritte im Kampf gegen den Hunger erreicht werden, in Afrika zumindest kleine.

Die Länder mit den schlechtesten Werten liegen überwiegend in Afrika: Die Demokratische Republik Kongo führt das untere Ende der Rangliste an, gefolgt von Burundi, Eritrea, Sierra Leone, Tschad und Äthiopien.

Jeder Sechste wird hungern

Aktuelle Daten der FAO prognostizieren, dass die Zahl der Hungernden in diesem Jahr erstmals die Milliardengrenze überschreiten wird, jeder Sechste hat nicht ausreichend zu essen. "Länder mit niedrigen Einkommen sind besonders von der Nahrungsmittel- und Finanzkrise betroffen", erklärt Dr. Ousmane Badiane, Leiter der Afrika-Abteilung von IFPRI.

"Wir appellieren daher an die internationale Gemeinschaft, ihre Versprechungen von den zahlreichen Gipfeltreffen wahrzumachen und die Hungerreduzierung ins Zentrum der Krisenbekämpfung zu stellen."

Quelle:

Welthungerhilfe 2009

Mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Franz Alt hier von Wolfgang Bastian veröffentlicht!


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