19.01.2010 - 10:06 Uhr

HUGIN/Economic Outlook: Der Lackmustest

Pressemitteilung von Hugin

An der Schwelle eines neuen Jahrzehnts wird deutlich, dass die Weltwirtschaft den Rezessions-Tiefpunkt überwunden hat. In ihrem jüngsten Forschungsbericht, Economic Outlook, prognostiziert Nordea einen gemäßigten Aufschwung, der nur langsam an Fahrt gewinnen wird.

"Die immensen finanziellen Hilfspakete und die konzertierte Aktion der G20, um mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Wirtschaften wieder anzukurbeln, waren sehr erfolgreich", kommentiert Chefökonom Helge J. Pedersen, Nordea.

Das Wirtschaftswachstum insbesondere in Südost-Asien, angeführt von China, fasste wieder Tritt, und die Industrieproduktion in dieser Region liegt jetzt über derjenigen vor dem Kollaps von Lehman Brothers. In der übrigen Welt ist die Produktion um mehrere Jahre zurückgeworfen, trotz der jüngsten Anzeichen erneuter Dynamik. Die Unterauslastung der globalen Kapazität hält an; das wiederum schwächt den Investitionsbedarf und verschlechtert die Arbeitsmarktsituation. Zudem sinkt die Wahrscheinlichkeit eines starken Wachstums des privaten Verbrauchs.

"Obwohl die Lage sich verbessert hat, meinen wir grundlegend immer noch, dass der augenblickliche Aufschwung gemäßigt sein wird und daher nur langsam an Fahrt gewinnt. Bisher wurde der Aufschwung in den industrialisierten Ländern durch eine expansive Wirtschaftspolitik  und einen Wiederaufbau der Lagerbestände vorangetrieben", sagt Helge J. Pedersen.

"Die kommenden sechs Monate werden der ultimative Lackmustest für die reelle Nachfrage sein, insbesondere im Bereich des privaten Verbrauchs", so Helge J. Pedersen.

Was das Wachstum betrifft, so war das Jahr 2009 ein Annus horribilis für die dänische Wirtschaft. Jetzt scheint es, als könne sich die Wirtschaft des Landes auf einige Jahre mit positivem Wachstum einstellen. Die sich abzeichnenden Anzeichen eines internationalen Wachstums lassen die Aussichten für den dänischen Exportsektor günstiger erscheinen, und die Verbraucherausgaben scheinen nach dem spürbaren Rückgang 2009 in diesem Jahr ebenfalls zu steigen. Einkommensteuersenkungen und niedrigere Zinsen erhöhen trotz der steigenden Arbeitslosigkeit 2010 das verfügbare Einkommen der Haushalte.

Die schwedische Wirtschaft erlebte Ende 2008 und Anfang 2009 eine Talfahrt, erholte sich jedoch in den folgenden Quartalen langsam. Es wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum 2010 anziehen wird, vor allem aufgrund des privaten Verbrauchs und des Wiederaufbaus der Lagerbestände. Die Exporte, gestützt vom dynamischeren globalen Handel, werden ebenfalls zum Anstieg beitragen. Die Gesamtinflation wird bereits 2010 steigen, während die Kerninflation rückläufig verbleibt und sich unter der 2-Prozent-Marke der Riksbank halten wird. Aufgrund eines stärkeren Wachstums, eines verbesserten Arbeitsmarkts und eines hohen Kreditwachstums wird die Riksbank wahrscheinlich im Laufe des Jahres den Reposatz anheben. Wir erwarten Ende 2010 einen Reposatz in Höhe von 2 %.

Im historischen Kontext gesehen fiel der Rückgang in Norwegen relativ signifikant aus, zeigte im Vergleich zu anderen Ländern jedoch eher moderate Auswirkungen. Im zweiten und dritten Quartal des vergangenen Jahres bewegte sich das Wachstum der Festlandsproduktion bereits wieder im positiven Bereich. Die Wirtschaft wurde insbesondere von massiven finanzpolitischen und monetären Stimuli angekurbelt, die auch 2010 für Wachstum sorgen werden. 2011 könnte aufgrund höherer Zinsen, einer rigideren Finanzpolitik und rückläufigen Erdölinvestitionen ein weniger dynamisches Wachstum zeigen. Aufgrund des starken Wachstums 2010 wird die Norges Bank weitere Zinserhöhungen veranlassen, aber ab 2011 wird die monetäre Straffung nachlassen. Die norwegischen Zinsen werden weniger steigen als vom Markt augenblicklich eindiskontiert und sollten daher keine wesentliche Stärkung der norwegischen Krone mit sich führen.

Die finnische Wirtschaft begann im Sommer 2009 nach einem plötzlichen, exportrelatierten Zusammenbruch erneut zu wachsen. In diesem Jahr wird sich der Exportsektor parallel zum Welthandel erholen, und auch die Nachfrage der Haushalte wird einen Aufschwung erleben, unterstützt vom steigenden Verbrauchervertrauen. Alles in allem sollte die finnische Wirtschaft 2010 stärkeres Wachstum zeigen als die übrigen Euro-Länder. Die Arbeitslosenrate zeigte bisher eine schwächere Entwicklung als befürchtet und wird voraussichtlich im Sommer ihren Höhepunkt erreichen. Die öffentlichen Finanzen in Finnland bleiben relativ stabil, und das Defizit des öffentlichen Sektors wird, so die Erwartungen, unter der 3 %-Marke bleiben. Trotzdem stehen Herausforderungen bevor, wenn die Regierung ihr ambitioniertes Ziel eines mittelfristigen Haushaltüberschusses erreichen will. Dies wird die politische Debatte vor den Wahlen 2011 prägen.

Ein Interview mit Helge J. Pedersen und den gesamten Bericht zum herunterladen finden Sie auf www.nordea.com/eo/uk .

Weitere Informationen erhalten Sie von Chefökonom Helge J. Pedersen, Tel.: +45 33 33 31 26.

[HUG#1374004]

Pressemitteilung (PDF) : http://hugin.info/1151/R/1374004/336991.pdf


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