02.02.2010 - 21:49 Uhr

Falsche Töne bei ver.di

Die Forderung von ver.di nach 5 % Lohnsteigerung erscheint den einen als moderat, den anderen ist sie viel zu hoch. Wie es sich wirklich verhält, lesen Sie im Online-Magazin GT - www.gt-worldwide.com - in einer Analyse von Peter Haisenko.

Pressemitteilung von GT Worldwide

GT-Autor Peter Haisenko schrieb auch das Buch \
GT-Autor Peter Haisenko schrieb auch das Buch \"Bankraub globalisiert\". Foto: Norbert Gisder
Betrachtet man die Forderungen der Gewerkschaften des letzten Jahres, könnte der Eindruck aufkommen, dass die aktuelle Forderung sehr bescheiden ist. Wurden doch im Jahr 2009 die Verhandlungsrunden mit publikumswirksamen Zahlen eröffnet, die nahe 10 % lagen. Wie üblich einigte man sich nahe der Hälfte und alles sah nach einem guten Ergebnis für alle Seiten aus. Tatsächlich war dieses Ergebnis für die Arbeitnehmer kaum mehr als ein Inflationsausgleich.

Es wurde zwar nicht direkt verschwiegen, aber die öffentliche Wahrnehmung wurde nicht von der Tatsache erreicht, dass die Abschlüsse eine Laufzeit von zwei Jahren oder länger hatten und auf diesen Zeitraum gestaffelt waren. Ein Abschluss von 4 bis 5 % sind mit einer Laufzeit von zwei Jahren eben nur gut 2 % pro Jahr. Was kann für die Arbeitnehmer übrig bleiben, wenn die Eingangsforderung nur 5 % beträgt?

So begrüßenswert Ruhe an der Tariffront auch sein mag, und damit Tarifverträge mit langer Laufzeit, so erstaunlich ist hier die Kooperation der Gewerkschaften mit den Arbeitgebern. Wie GT aus Führungskreisen der Gewerkschaften erfahren konnte, haben sich Gewerkschaftsführer und Politiker auf ein gemeinsames Ziel abgesprochen.

Die Gewerkschaften haben zugesagt, mit ihrem Verhalten den sozialen Unruhen entgegen zu wirken, die im Jahr 2009 öffentlich als drohende Gefahr bezeichnet worden sind. Das Verfahren der scheinbar hohen Forderungen ist Teil dieses Geheimprogramms.

Von beiden Seiten, den Gewerkschaften und der öffentlichen Hand, wird diese Tarifverhandlungsrunde lustlos geführt.

Wie GT in Erfahrung bringen konnte, geht man sowohl auf Seiten der Gewerkschaften als auch im Ministerium des Inneren davon aus, dass das Jahr 2010 noch umwälzende Entwicklungen erfahren wird, die den Ausgang dieser Tarifverhandlungen bezüglich direkter Einkommensverbesserungen eher unwesentlich machen werden.

Deswegen legt ver.di den Schwerpunkt auf die sozialen Komponenten. Diese bleiben auch im Fall einer inflationären Entwicklung größeren Ausmaßes erhalten.

Lesen Sie den ganzen Kommentar von GT-Autor und Wirtschaftsexperten Peter Haisenko zur aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst in www.gt-worldwide.com

In GT lesen Sie außerdem den Hintergrundbericht von Peter Haisenko über Erika Steinbach, das Zentrum für Flucht, Vertreibung und Versöhnung.

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