28.08.2008 - 12:20 Uhr

"Synaptic Dreams" Sabrina Small, Sarasota, Florida, Zeichnungen

Pressemitteilung von Galerie Jens Goethel

The Twins All Grown Up, 2008, Tusche auf Papier, 38 x 38 cm
The Twins All Grown Up, 2008, Tusche auf Papier, 38 x 38 cm
Geheimnisvoll und einer fremden, traumhaften Welt zugehörig, so ähnlich wirken die weiblichen Protagonistinnen in den Darstellungen der 1968 in Philadelphia (USA) geborenen Künstlerin Sabrina Small. Als Körpergefühlsbilder lassen sich ihre kleinformatigen Arbeiten bezeichnen, die einzeln oder im Zusammenschluss in größerer Gruppe zu betrachten und erfahrbar sind. Großäugig erscheinen ihre Figuren und sind versehen mit sehr weiblichen Zügen. Beeinflusst vom Stil japanischer Tuschmalerei lehnen sich ihre Pinselzeichnungen in der Erzählstruktur comicartigen Mangas an. Gezeichnet, gestickt oder gemalt, strukturiert ihre filigrane und gleichzeitig gelöste Linie das Motiv. "Ihre Linie ist fließende Perfektion, lyrisch und poetisch." (Marc Ormond 2007) Ganz präzise gemalt oder in schwarzer Tusche gezeichnet, offenbaren sich die Details ihrer Darstellungen. Meisterlich beherrscht Small das künstlerische Spiel, um ihren surrealen Figurinen Leben einzuhauchen. Glitzerfaden, Perlen und Glitterstaub gehören neben Öl, Tempera und Tuschefarben zu Smalls handwerklichen Requisiten.

Ihre Kunst habe durch einen Aufenthalt in Berlin im Jahr 2002 einen auffallenden Richtungswechsel erfahren, konstatiert die Künstlerin von sich. Zuvor im farbenfrohen Florida lebend, war die Welt aus grauen Großstadthäusern für die Künstlerin eine existentiell neue Erfahrung. Unter dem Eindruck des großstädtischen Berlins drängte sich die Anwesenheit des vereinzelten Menschen und dessen seelische Befindlichkeit als Thema in ihrem Werk immer stärker auf. Selbst einer Situation zwischen Ankommen und Abreisen ausgesetzt, veränderte sich Smalls Sicht auf die Welt und verstärkte die Suche nach der Darstellbarkeit seelischer, selbst empfundener Bewusstseinsstörungen. Geprägt von persönlichen Erfahrungen fokussiert sie seither auf introspektive, innere Facetten, welche die Existenz ebenso stark beeinflussen wie die äußeren.

So drücken sich in ihren Bildern eigene Empfindungen aus. In dieser Hinsicht hat Small neue Ausdrucksmöglichkeiten gefunden, um das innere Erleben nach Außen hin sichtbar zu machen. Zustände geistiger Verwirrung oder seelischer Instabilität verbildlichen sich in den organischen liquiden, auslaufenden Farbgebilden, die sich beinahe bedrohlich um den Körper schlingen, aussehend wie menschliche Eingeweide. Die liquiden Farbmittel in melancholischen Tonalitäten unterstreichen wie in Brainstorm (2007) die unkontrollierbare Wirkung seelischer Erregungszustände, welche die Figuren in sich verselbständigende, überschwappende oder nebulöse Farbblasen eintauchen lassen. Ähnlich der Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen durch synaptische Bewegungen, überwältigen in sich verschlungene, auslaufende organische Gebilde den menschlichen Körper, übermitteln Botschaften von Instabilität und Verwirrung. Small zeigt die Frau als zerbrechliches Wesen, kindlich nackt und zerbrechlich treten eine geheimnisvolle Stimmung und ein geheimnisvolles Inneres in ihren Darstellungen hervor. Gliedmaße entsprechen nicht unbedingt der realistischen Physiognomie, bleiben teilweise unvollendet.

Neuerdings wieder in Florida lebend, löst Naturhaftes die melancholischen Impressionen von der Stadt und ihrem Innenleben wieder ab. Farblich faszinierende Details, füllen erneut Sabrina Smalls Werke, die wenig prätenziös, gemalt auf Papier einfach an die Wand geheftet werden. Farblich intensive, organische Neuformen, sich bewegend auf der weißen Bildfläche, rauschen wie in Fuchsia Entrails oder Green und Pink Octupus (2008) auf den Betrachter ein.

Dr. Annette Baumann

Galerie Jens Goethel
in Kooperation mit kulturreich Galerie

"Synaptic Dreams" Sabrina Small, Sarasota, Florida
Zeichnungen

Wexstrasse 28
20355 Hamburg

vom 04. September - 01. Oktober 2008
Vernissage am 03. 09. 2008 ab 19.00

Öffnungszeiten:
Mo + Sa 11 - 18 Uhr
Do 11 - 22 Uhr


Galerie Jens Goethel
Postadresse: Lutterothstrasse 16
20255 Hamburg
(Deutschland)
Telefon: 0171 1721964
Ansprechpartner: Jens Goethel

Pressekontakt:
Wexstrasse 28
20355 Hamburg


Unternehmensprofil:

Die temporäre Galerie Jens Goethel wurde gegründet, um Kunstschaffenden aus dem Bereichen zeitgenössischer Kunst, in einer frühen Phase ihrer Karriere eine Plattform für Ausstellungen, Projekte, Aktionen und Gespräche zu bieten, und sie mit einem kunstinteressierten Publikum bekannt zu machen. Die wechselnden Räumlichkeiten können von den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern frei bespielt und zum Ausprobieren von neuen Präsentationsformen und Spielweisen genutzt werden.

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