01.03.2010 - 10:21 Uhr

„Globale Vernetzung“ darf nicht auf Kosten der Entwicklungsländer gehen

Entwicklungs- und Umweltorganisationen rufen CeBIT-Aussteller auf, weltweit faire Arbeitsbedingungen in der IT-Produktion zu schaffen

Pressemitteilung von Christliche Initiative Romero e.V. (CIR)

Hannover / Berlin, 1. März 2010: Entwicklungs- und Umweltorganisationen haben zum Beginn der CeBIT die Elektronikhersteller dazu aufgefordert, faire Arbeitsbedingungen in ihrer Produktion zu schaffen. Laut Germanwatch, WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung und der Christlichen Initiative Romero gibt es noch keine sozial gerechten und wirklich grünen IT-Geräte. Mit kreativen Aktionen sowie einem makeITfair-Stand von Germanwatch auf der CeBIT wollen die Organisationen auf die Probleme aufmerksam zu machen.

„Die immer günstigeren Preise für Geräte einer vernetzten Welt dürfen nicht auf Kosten der Arbeiterinnen in den Entwicklungsländern gehen. Das muss auch bei dem Green IT Forum ,Kosten runter und Umwelt schonen’ auf der CeBIT deutlich werden. Durch Preisdruck bewirkte exzessive Überstunden und Menschenrechtsverletzungen dürfen weder Hersteller noch Verbraucher in Europa in Kauf nehmen“, so Cornelia Heydenreich, Referentin für Unternehmensverantwortung bei Germanwatch und Koordinatorin für makeITfair in Deutschland.

Bisher können Verbraucher nur schwer herausfinden, welche ökologischen und sozialen Kosten die Produktion ihrer Elektronikgeräte beinhalten. „Wir setzen uns deshalb für eine größere Transparenz ein. Der Kunde soll herausfinden können, welchen Einfluss die Produktion auf die dortige Umwelt und die betroffenen Menschen vor Ort hat“, so Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero und Koordinatorin der Verbraucherkampagne Ishopfair.

WEED appelliert an die öffentliche Hand: „Obwohl das neue Vergaberecht sich nun jährt, verfährt die öffentliche Hand noch immer nach dem Prinzip ,Geiz ist geil’“, so Sarah Bormann von WEED, welche die europäische Kampagne ProcureITfair koordiniert. Bund, Länder und Kommunen kaufen ein Fünftel der Hard- und Software ein. „Der öffentliche Einkauf könnte ein wichtiges Steuerungsinstrument sein, um Umweltstandards und Arbeitsrechte in der globalen IT-Produktion zu stärken.“

Vor Beginn der CeBIT haben sich junge Aktivisten in einem Workshop über die Produktionsbedingungen in der Elektronikbranche informiert. Mit kreativen Aktionen wollen sie vor und während der CeBIT auf die Probleme in der globalen Lieferkette von Elektronikgeräten aufmerksam machen.

Für Rückfragen und Interviewwünsche:
Cornelia Heydenreich, makeITfair Koordinatorin / Germanwatch, 0179/ 7835551, heydenreich@germanwatch.org, www.germanwatch.org/makeitfair

Sarah Bormann, WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung sowie Koordinatorin von ProcureITfair, Tel. 0160/ 96654332, sarah.bormann@weed-online.org, www.procureitfair.org

Sandra Dusch Silva , Ishopfair / Christliche Initiative Romero, Tel. 0157/ 84512097,
dusch@ci-romero.de, www.ishopfair.net


Christliche Initiative Romero e.V. (CIR)
Frauenstraße 3-7
48143 Münster
(Deutschland)
Telefon: 0251-89503
Ansprechpartner: André Hagel

Pressekontakt:
André Hagel
Christliche Initiative Romero
Frauenstr. 3-7, D-48143 Münster
Germany / Alemania
T: ++49-(0)251-89 503, F: ++49-(0)251-82 541
hagel@ci-romero.de, www.ci-romero.de


Unternehmensprofil:

Die Christliche Initiative Romero setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Ziel ist, eine Brücke zwischen den Entwicklungsländern und Deutschland zu schlagen. Im Sinne ihres Namensgebers, des 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero, setzt sich die Initiative gegen Ungerechtigkeitsverhältnisse ein und ergreift Partei für die Armen.

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