Schlag für kontroverses Urlaubsresort auf den Andamanen Inseln
Pressemitteilung von Survival International Deutschland e.V.
Indiens Oberstes Gericht urteilte am Montag, dass das Touristikunternehmen Barefoot India sein Resort in der Nähe des Jarawa Reservats bis auf Weiteres schließen muss.
Entgegen Bedenken um die Zukunft der Jarawa, hatte Barefoot die Rechtmäßigkeit einer Pufferzone rund um das Reservat des Volkes angefochten. Die Pufferzone war ursprünglich eingerichtet worden, um die Jarawa vor Tourismus und anderen kommerziellen Aktivitäten in der Nähe ihres angestammten Landes zu schützen. Das Resort liegt innerhalb der umstrittenen Zone.
Besorgnis besteht jedoch weiterhin bezüglich einer Schnellstraße, die entgegen einer Entscheidung des indischen Verfassungsgerichtes von 2002 weiterhin in Betrieb bleibt. Die betroffene Straße verläuft durch das Reservat der Jarawa und setzt das Volk täglichem Kontakt mit Wilderern, Touristen und andere Außenstehenden aus. Die indische Regierung hat bisher die Entscheidung des Verfassungsgerichtes, die Straße zu schließen, ignoriert.
Die Mehrzahl des Bo Volkes, dessen letztes Mitglied Boa Senior im Januar verstarb, erlag Krankheiten die durch britische Siedler im 19. Jahrhundert eingeschleppt wurden. Es wird angenommen, dass die Jarawa, die sich dem Kontakt mit der Außenwelt noch bis 1998 widersetzten, ebenfalls nur sehr schwache Abwehrkräfte gegen viele Krankheiten besitzen. Das Volk könnte daher durch den Kontakt zur Außenwelt und eine folgende Epidemie ausgelöscht werden.
Viele der Gäste im Barefoot Resort werden erst kürzlich aus überfüllten Langstreckenflugzeugen auf die Andamanen gekommen sein. Untersuchungen zeigen, dass um die 20 Prozent aller Flugpassagiere wenige Tage nach ihrer Reise an Erkältungen oder anderen viralen Infektionen erkranken.
Survival Internationals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Keiner will sehen, dass die Jarawa das gleiche Schicksal erleiden wie Boa Seniors Volk. Die Entscheidung des Gerichts den Betrieb des Barefoot Resorts bis auf Weiters zu einzustellen ist ein hoffnungsvolles Zeichen. Wenn die indische Regierung den Schutz der Jarawa jedoch tatsächlich ernst nimmt, muss sie auch die Straße schließen und Eindringlinge vom Land der Jarawa fern halten.“
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