Tibet unter militärischer Besatzung - düsterer Blick in die Zukunft
Pressemitteilung von Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Arbeitsgruppe München
Seine Heiligkeit der Dalai Lama sagte bei einer Pressekonferenz am 21. August in Frankreich, Soldaten hätten am 18. August das Feuer auf eine Menschenmenge in der Stadt Kardze eröffnet. Es habe Todesfälle gegeben, doch genauere Angaben seien aufgrund der Tatsache, daß die Region vom Militär weitestgehend abgeriegelt werde, nicht möglich.
Auch äußerte der Dalai Lama die Befürchtung, daß die Volksrepublik China (VRC) ihr scharfes Vorgehen in ganz Tibet noch ausweiten wird. Er vermutet, daß die chinesischen Sicherheitskräfte noch viele Jahre anwesend sein könnten, weil in den von Tibetern bewohnten Gebieten lauter neue Militärlager errichtet würden. "Damit werden die Grundlagen für eine geplante, langfristige und brutale Unterdrückung geschaffen", sagte er.
AFP berichtete, ein Reporter habe in der Stadt Dartsedo (chin. Kangding) überall auf den Straßen bewaffnete Soldaten und Militärlastwagen gesehen. In dem Anjue-Tempel in Dartsedo, der zur Gelugpa-Schule des tibetischen Buddhismus gehört, sei alles ruhig gewesen infolge der Anwesenheit zahlreicher Polizisten in Zivil und von vielen Polizeiautos auf den Parkplätzen der beiden nahegelegenen Hotels.
Die Situation in der Region Kardze wurde von einem chinesischen Touristen, der anonym bleiben möchte, als sehr angespannt beschrieben. Auch er meinte, daß das Militär sich darauf einstelle, für lange Zeit in der Gegend zu bleiben. Dann erzählte er, wie er von Soldaten angehalten worden sei: "Vor dem Tempel zwangen sie uns mit vorgehaltener Waffe, aus dem Bus zu steigen. Wir mußten uns registrieren lassen, bevor wir dann zurück in den Bus gedrängt und weitergeschickt wurden".
Ein Mönch aus der Gegend antwortete auf die Frage, ob er die Behauptung der chinesischen Regierung, "Stabilität" und "Harmonie" seien nach Tibet zurückgekehrt, bestätigen könne: "Wir leben unter dem chinesischen Sozialismus. Wenn die Regierung sagt, Stabilität und Harmonie seien wieder da, dann ist das auch so, denn was immer sie sagt, stimmt!".
Es gibt Gerüchte, daß nun, da die Olympischen Spiele vorüber sind, die chinesische Regierung die Umsiedelung von 1.000.000 Han-Chinesen nach Tibet plane, zusätzlich zu all denen, die schon dort sind. Dies ist eine alarmierende Zahl, die den Eindruck festigt, daß in Tibet ein kultureller Völkermord vonstatten geht.
Die Situation ist äußerst besorgniserregend. Die chinesische Regierung begeht u. a. durch ihre repressive Politik in Tibet, durch die Abschaffung der tibetischen und die Erzwingung der Benutzung der chinesischen Sprache, die Unterdrückung der Religion und auf viele andere Weise etwas, was sich nur als kultureller Völkermord bezeichnen läßt. Es gibt darüber hinaus nicht abreißende Berichte über Verhaftungen, Folter und Verfolgung.
In dem kürzlich veröffentlichten 25minütigen Film mit dem Titel: "Leaving Fear Behind" berichten Tibeter in ihren eigenen Worten, wie sie ihr Leben unter der erdrückenden Herrschaft der chinesischen Regierung erfahren. Der Film wurde kurz vor dem Ausbruch der Proteste im März aufgenommen und aus Tibet herausgeschmuggelt. Die in ihm interviewten Tibeter riskieren ihr Leben, um uns die Wahrheit über ihr Leben zu schildern, in der Hoffnung und mit dem tiefen Wunsch, daß wir sie unterstützen. Der Film ist online zu sehen unter: http://video.google.de/videoplay?docid=8048230761996582635

Quelle: World Tibet Network News, www.tibet.ca

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