Gold - aktueller Stand!
Gibt es Chancen?
Pressemitteilung von IFB
Doch wo ist die Inflation? Die Notenbanken stecken in einem Dilemma. Um den Kollaps des Finanzsystems zu verhindern, mussten sie die Märkte mit billigem Geld versorgen, um nicht zu sagen: überschwemmen. Damit ist eine Zwangslage entstanden. Sollte es ihnen nicht gelingen, die freigesetzte Liquidität (die Geister, die sie riefen) etwa durch Leitzinsanhebungen wieder abzuschöpfen (loszuwerden),wird sich der Preisauftrieb in den nächsten Jahren dynamisieren. Eine straffere Zinspolitik birgt aber immer auch die Gefahr, dass das zarte Pflänzchen des wirtschaftlichen Aufschwungs wieder vernichtet wird. Es ist also ein schmaler Grat. Und es sind nicht wenige, die dem aktuellen US-Notenbankchef Bernanke ein glückliches Händchen absprechen. Kürzlich überraschte jedoch die FED mit der Anhebung des Diskontsatzes von 0,5% auf 0,75% und fuhr dem Edelmetall in die Parade. Der Diskontsatz ist aber nicht mit dem Leitzinssatz zu verwechseln. Der Diskontsatz ist der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der FED direkt Geld leihen können. Das Timing dieser FED-Aktion überrascht dann doch. Die ersten sehen zwar bereits das Ende der lockeren Geldpolitik eingeläutet, doch über diese Brücke möchten wir nicht gehen, denn dazu ist die wirtschaftliche Lage in den USA nicht stabil genug. An dieser Stelle sei nur auf den Immobilienmarkt und den Arbeitsmarkt verwiesen. Beide kränkeln und gerade die noch immer schwache Verfassung des Arbeitsmarktes übt politischen Druck auf die FED aus. Diese hatte ja auch erst kürzlich darauf verwiesen, an den niedrigen Leitzinsen festhalten zu wollen. Das Thema Inflation ist noch kein akutes Thema. Es wird sich unserer Einschätzung nach erst über die nächsten Monate sukzessive aufbauen und in den nächsten Jahren Wirkung zeigen. Doch der kluge Mann baut vor und so sind Schwächephasen bei Gold (wieder jüngste Rücksetzer unter 1.100 US-Dollar) gerade für mittel-und langfristig orientierte Investoren Kaufgelegenheiten. Die Schwäche der Papierwährungen ist eklatant. Und genau diese Schwäche macht Investments in Gold interessant.
Der Euro leidet an seiner eigenen Form der Schweinegrippe (Stichwort PIGS). Das Britische Pfund steht vor einer Abwertungsphase. Und der US-Dollar? Dieser überzeugt nun nicht gerade durch eigene Stärke. Die Dominanz des Greenbacks ist gebrochen. Das sehen wohl vor allem die Notenbanken der Emerging Markets so. Die Währungsreserven der Emerging Markets Nationen (wir zählen China und Indien zur Vereinfachung noch mit dazu) sind je nach Land zwischen zwei Drittel und bis zu drei Viertel in US-Dollar angelegt und nur zu ca. 2 Prozent in Gold. (In westlichen Staaten liegt dieser Prozentsatz im zweistelligen Bereich). Von wertstabilisierender Diversifikation keine Spur. In Zeiten eines schwachen US-Dollars nicht gerade ein erstrebenswerter Zustand. Insofern kann das Vorgehen der Indischen Zentralbank durchaus als Startschuß des Umdenkens gewertet werden. Bekanntermaßen sicherte sich Indien Ende 2009 200 Tonnen und damit gut die Hälfte des IWF-Goldes, dessen drohender Verkauf den Goldmarkt noch im Sommer 2009 belastete. Indien entschied sich gegen den Greenback für Gold. Doch da bleibt ja noch die andere Hälfte. Einen Teil kauften Russland, Mauritius und Sri Lanka. Man zeigte sich am Goldmarkt etwas enttäuscht, dass China nicht lospreschte und die verbliebenen 190 Tonnen des IWF-Goldes an sich nahm. Was ja nicht ist, kann ja noch werden. Denn wer hindert die Chinesen daran, die Goldbestände über den freien Markt aufzustocken. China als bestimmender Nachfrage-Faktor erlangt bei Gold eine immer größere Bedeutung. Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Nachfrager; der Schmuckindustrie. Die Schmuckindustrie gilt als sehr preissensibel. Höhere Goldpreise führten schon immer zu einer geringeren Nachfrage. Erschwerend wirkten sich zudem die Folgen der Finanzmarktkrise aus. Die indische Schmuckindustrie als weltgrößte wurde davon am stärksten betroffen und litt zudem noch unter einem Wetterereignis. Die Dürre, die in 2009 weite Teile der Erntesaison in Indien bestimmte, führte bei den Bauern darüber hinaus zu niedrigeren Einnahmen, was sich wiederum negativ auf die Nachfrage während der traditionellen Festival-Saison auswirkte. Mittlerweile hat sich die Lage in der Landwirtschaft aber entspannt und so scheint es, dass auch die Nachfrage aus der Schmuckindustrie die Talsohle erreicht hat. Die Importmengen Indiens entwickelten sich jedenfalls in den letzten Monaten erfreulich, auch wenn Indien freilich noch nicht an die Mengen von vor 2008 anknüpfen kann. Aber wir erwarten hier weitere positive Impulse Die COT-Daten sind für uns ein weiterer Indikator, den wir mit heranziehen, auch wenn wir ihn nicht überbewerten. Die aktuelle Entwicklung lässt jedoch aufhorchen. Seit Mitte Januar haben die Produzenten Ihre Nettoshort-Positionen um etwa ein Viertel abgebaut! Die Produzenten fahren also bei sinkenden Kursen ihre Absicherung deutlich herab. Offensichtlich schätzen sie das weitere Abwärtsrisiko als zunehmend geringer ein, was für eine nahe Stabilisierung des Preises spricht. Die Spekulanten haben ihre Longpositionierung ebenfalls in den letzten Wochen deutlich gesenkt. Insgesamt bewegen sich die Kontraktzahlen nun wieder zu einem Normalbereich hin. Die große spekulative Komponente, die zum Jahresende 2009 bestimmend war, ist damit zu einem erheblichen Teil aus dem Markt gewichen. Vor allem charttechnisch erfolgte unserer Einschätzung nach die Grundsteinlegung. Das Thema Charttechnik ist gewiss in Bezug auf Gold ein heikles Thema.
Immer wieder stehen wir vor der Frage: Kann man die oftmals emotionalen Bewegungen des Edelmetalls in strukturierte Muster pressen und anhand dieser dann zukünftige Bewegungen prognostizieren?
Wir weisen in unseren Börseninformationsdiensten bereits seit Längerem darauf hin, dass sich im Gold- Chart die Zeiträume Mitte Februar 2009 bis Mitte April 2009 und Anfang Dezember 2009 bis Februar 2010 auffällig ähneln. In beiden Zeiträumen bildeten sich bullische Chartformationen heraus. Auch das Zögern, welches der Markt nach dem Ausbruch aus der Bull-Keil-Formation kürzlich an den Tag legte, passt in das Bewegungsmuster. Sollten sich die Parallelen fortsetzen, dürfte es in den nächsten Tagen für das Edelmetall in einem ersten Schritt weiter in Richtung 1.170 bis 1.200 US-Dollar gehen. Im Idealfall werden die 1.100 US-Dollar nun nicht mehr unterschritten. Die zentrale Unterstützungverläuft zwischen 1.070 /1.020 US-Dollar. Bis zum Jahresende erwarten wir einen Goldpreis von 1.400 US-Dollar. Dieses Ziel dürfte unserer Einschätzung nach nicht durch eine stetige Entwicklung erreicht werden. Vielmehr rechnen wir mit einem volatilen Verlauf, in dem es auch einmal kräftige Rücksetzergeben wird. Doch genau diese Volatilität bietet auch Chancen. Nur, man muss diese zur richtigen Zeit nutzen!
Quelle Rohstoff-Spiegel
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