11.02.2012 - 21:47 Uhr

Chinesische Sicherheitskräfte stellen zwei bereits verwundete Tibeter und erschießen sie

Pressemitteilung von IGFM München

Yeshe Rigsal und Yeshe Samdrup
Yeshe Rigsal und Yeshe Samdrup

Bei Phayul gingen bestätigte Berichte ein, daß das chinesische Sicherheitspersonal einen Tibeter, der bei den Protesten vom 23. Januar in Drango eine Schußverletzung erlitt, zusammen mit seinem Bruder am 9. Februar früh aufspürte und einfach niederschoß.

Die beiden wurden als Yeshi Rigsel, 40, und Yeshi Samdup, 38, aus einer Nomadenfamilie aus Norpa identifiziert (1).

Yeshi Rigsel, ein Mönch des dortigen Klosters, war am 23. Januar in Drango von einer Kugel getroffen worden, als die Militärpolizei wahllos auf die unbewaffneten Tibeter schoß. Mindestens fünf Tibeter könnten dabei ums Leben gekommen und über 30 gefährlich verletzt worden sein.

Quellen aus dem Exil mit Kontakten zu der Region zufolge waren die beiden Brüder Yeshi Rigsal und Yeshi Samdup nach der Demonstration in die Berge geflohen, um sich dort zu verstecken. „Die Polizei fahndete in der näheren Umgebung nach allen Protestlern, denn sie ging davon aus, daß die Angeschossenen nicht weit gekommen sein konnten“, sagte Ngwang Woebar, ein ehemaliger politischer Gefangener in Dharamsala.

Nach Tagen der Menschenjagd stellte die chinesische Polizei die zwei Brüder in den nahegelegenen Bergen und tötete beide um 9.30 Ortszeit. „Dieser kaltblütige Mord an einem Tibeter und seinem Bruder zeigt, wie entsetzlich Gewaltbereitschaft und Repression in der Region sind“, fuhr Woebar fort.

Am 23. Januar, dem ersten Tag des chinesischen Neujahrs, war es in Drango zu Protesten gekommen, nachdem das dortige Public Security Bureau wahllos Tibeter festgenommen hatte, die es verdächtigte, für das Auftauchen von Flugblättern in der Gegend verantwortlich zu sein. Als die Proteste an Kraft gewannen, machten PSB und PAP von ihren Schußwaffen Gebrauch, um die Demonstration niederzuschlagen.

Anfang Februar gelangten die blutigen Bilder des Geschehens vom 23. Januar ins Exil. Sie zeigen sehr anschaulich die durch Schüsse verletzten Tibeter. Mindestens zwei haben Einschüsse im Bauchbereich, während andere mit blutüberströmten Armen und Beinen daliegen. (2)

(1) 23.1.2012, „Polizei in Kham schießt auf Demonstranten: Mehrere Tibeter erschossen, zahlreiche verwundet“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2012/Drango-6Tote_23.1.html

(2) 2.2.2012, „Blutige Bilder der in Drango getöteten und verletzten Tibeter aufgetaucht“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2012/DrangoBilder_2.2.html

Phayul, www.phayul.com


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