BERLINER MORGENPOST: Kontrollen reichen nicht – Kommentar von Gilbert Schomaker

Berlins Polizei versucht es mit Druck: Regelmäßig winken Beamte des Verkehrsdienstes hochmotorisierte Autos aus dem Verkehr und kontrollieren die Veränderungen, damit die Wagen schneller und lauter werden. Zivilstreifen fahren über den Kudamm, um Fahrer zu stellen, die mit Tempo 80 über die Busspuren rasen.

Dass die Polizei so massiv gegen die Raserszene vorgeht, hat einen Grund, den man nicht vergessen darf. Auslöser war ein Unfall bei einem Autorennen auf dem Kurfürstendamm, bei dem ein unschuldiger Fahrer eines Taxis starb und eine Frau schwer verletzt wurde. Wer sein Auto hochrüstet, will die Pferdestärken auch nutzen. Das darf er auf gesperrten Rennstrecken. Aber was sollen 450 PS im normalen Straßenverkehr?

Natürlich kann die Polizei nicht immer und überall kontrollieren. Das wird sie personell nicht schaffen. Die Schwerpunktkontrollen der letzten Wochen sind der richtige Weg. Aber sie dürfen nun nicht nach zwei Wochen wieder enden. Wer als Raser das Leben anderer Menschen bewusst in Gefahr bringt, sollte lange Zeit auf den öffentlichen Nahverkehr oder Taxis angewiesen sein.

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