Weser-Kurier: Kommentar von Markus Peters über die Loveparade-Katastrophe

Gut, dass das Oberlandesgericht Düsseldorf jetzt angeordnet hat, den Strafprozess zur Loveparade-Katastrophe 2010 in Duisburg doch stattfinden zu lassen. Auch wenn es kaum zu einer Verurteilung kommen dürfte. Das Landgericht Duisburg selbst hatte das zentrale Beweismittel der Anklage, ein Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still, für so fehlerhaft gehalten, dass es den Prozess ursprünglich gar nicht eröffnen wollte. Eine Steilvorlage für die Verteidiger, die das Papier in der Hauptverhandlung zerfetzen werden.

Verbockt hat die Aufarbeitung die Staatsanwaltschaft. Sie hatte sich früh darauf festgelegt, nur die Stadtverwaltung Duisburg und den Veranstalter ins Visier zu nehmen. Ihre These: Schon die Genehmigung musste zur Katastrophe führen. Das dürfte allerdings kaum zu beweisen sein. Stattdessen wäre es zielführend gewesen, sich auf nachweisliche Mängel bei der Durchführung der Loveparade zu konzentrieren. So zum Beispiel wurden zwischenzeitlich die im Sicherheitskonzept zwingend vorgesehenen Vorsperren am Tunneleingang aus nicht nachvollziehbaren Gründen geöffnet. Deshalb gehören unter anderem auch Polizisten in Duisburg auf die Anklagebank.

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