Rheinische Post: Harte Brexit-Gespräche

von Godehard Uhlemann

Großbritanniens Regierungschefin Theresa May erwartet harte Austrittsverhandlungen mit der EU. Das ist eine sachbezogene richtige Einschätzung. Doch solche Verhandlungen sollten auch fair bleiben. Das zielt schon eher auf die Zeit nach dem Austritt. Europa braucht weiterhin Großbritannien, seinen Sachverstand und seine nüchterne Herangehensweise an schwierige politische Probleme. Doch das Inselreich braucht auch die EU. Sie ist als Wirtschaftspartner kaum zu ersetzen. Wer glaubt, angesichts globaler Herausforderungen als Einzelkämpfer bestehen zu können, ist auf dem Holzweg. Großbritannien muss achtgeben, nicht in die zweite Liga abzurutschen. Die EU wird entschieden verhandeln. Sie wird keine Kompromisse eingehen, die den Bestand der Gemeinschaft gefährden könnten. Londons EU-Beitrag wird wegfallen. Das bedeutet, entweder müssen die Länder ihre Anteile aufstocken oder es wird Kürzungen an Finanzprogrammen geben. Das wird hoffentlich EU-Querulanten und diejenigen zur Ordnung rufen, die die EU vor allem als Goldesel begreifen.

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