BMVI-Projekt zu autonom und elektrisch fahrenden Bussen im ÖPNV

Karlsruhe, 06.10.2017.

Automatisierte Fahrzeuge, Elektroantrieb, Vernetzung von Verkehr und Mobilitätsangeboten – das Verkehrssystem steht vor umwälzenden Veränderungen. Daraus ergeben sich für den ÖPNV große Chancen. Ein neues Forschungsprojekt unter Leitung der PTV befasst sich in diesem Zusammenhang mit autonom und elektrisch fahrenden Kleinbussen und Bussen.

Am 1. September startete das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beauftragte und geförderte Forschungsprojekt „Erforschung der Voraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten von autonom und elektrisch fahrenden (Klein-)Bussen im ÖPNV“. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Bearbeitet wird es von einem Konsortium aus PTV Planung Transport Verkehr AG (Leitung), PTV Transport Consult GmbH, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner. Die Partner werden Ansätze und Erfahrungen aus dem In- und Ausland, Erfolgsfaktoren, notwendige Rahmenbedingungen und Hemmnisse für den Einsatz autonomer, elektrifizierter (Klein-)Busse untersuchen. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auf Fahrzeugtechnik und Infrastruktur, raumstrukturellen und verkehrlichen Rahmenbedingungen, Akzeptanz sowie rechtlichen, betrieblichen und betriebswirtschaftlichen Aspekten und möglichen Geschäftsmodellen. Die Ergebnisse fließen in einen praxisbezogenen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen ein.

Die aktuellen Herausforderungen sind bekannt: Das Verkehrsaufkommen in den Städten wächst ebenso wie die Anforderungen an Energieeffizienz und Einsparungen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen. Hinzu kommen der gesellschaftliche und demographische Wandel. Während im urbanen Raum mit Infrastrukturengpässen und Staus zu rechnen ist, steht der ÖPNV im ländlichen Raum aufgrund der rückläufigen Nachfrage zunehmend vor wirtschaftlichen Problemen.

Hier bieten Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung im ÖPNV Chancen, um künftig Mobilität bedarfsgerecht, flexibel und komfortabel anbieten zu können. Weitere Vorteile ergeben sich aus einer Reduzierung der Luftschadstoff- und Lärmbelastung sowie aus möglichen Kosteneinsparungen, mit denen Mobilitätsangebote wirtschaftlich tragfähiger gestaltet werden können. Fahrzeugsegmente, Antriebsarten und Dienstleistungen könnten ausgeweitet und Fahrzeuggrößen bedarfsgerecht angepasst werden, um zeitlich und räumlich flexibel auf Fahrtwünsche zu reagieren. Die Integration von elektrischen, vollautomatisierten und autonomen Robo-Taxen und Kleinbussen kann mit Tür-zu-Tür-Angeboten Teil einer integrierten, öffentlichen Mobilitätskette sein.

Das Forschungsprojekt soll die Voraussetzungen, die Anwendungsmöglichkeiten und Folgen des (Klein-)Buseinsatzes für Räume mit unterschiedlichen siedlungsstrukturellen Bedingungen und Bevölkerungsdichten analysieren und so die Grundlagen für einen ÖPNV-Echtbetrieb im öffentlichen Raum schaffen. Die PTV koordiniert das Gesamtprojekt und untersucht Ansätze und Erfahrungen sowie fördernde und hemmende Rahmenbedingungen beim Einsatz von autonom und elektrisch fahrenden Kleinbussen und Bussen. Neben einer Literatur- und Internetanalyse kommen darüber hinaus bei der PTV auch Experteninterviews und Modellierungsansätze zur Abbildung autonomer Fahrzeugflotten zum Einsatz. (Quelle: PTV AG)

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