BERLINER MORGENPOST: Nur die Anwälte profitieren – Kommentar von Joachim Fahrun

Berlin (ots) – Seit sechs Jahren versucht Berlin, die Konzession für den Betrieb des Stromnetzes für die nächsten Jahre ordentlich zu vergeben. Dass Berlin nun vor dem Landgericht siegte und Vattenfall daran gehindert wurde, wegen seiner Kritik an den Wertungskriterien eine Rücksetzung des Vergabeverfahrens zu erzwingen, beeinflusst die Hängepartie in diesem Milliardenpoker kaum.

Für Vattenfall Deutschland und auch für die zum Teil der Vattenfall gehörende Gasag stellt der Netzbetrieb in der Hauptstadt einen Kern ihrer Aktivitäten und einen wichtigen Beitrag zu ihren Gewinnen dar. Deshalb werden die Konzerne bis zum Letzten um diese Konzessionen kämpfen.

Auf der anderen Seite steht die Mehrheit der Berliner Politik und wohl auch der Bürger, die einen kommunalen Einfluss auf die Netze befürworten. Von Übel ist, dass beiden Seiten nicht gelingt, sich über den Gesamtkomplex Energieversorgung Berlins zu verständigen.

Für eine saubere Zukunft wäre es wichtig, möglichst schnell und koordiniert an der regionalen Energiewende zu arbeiten. Dass dies nicht geschieht, freut vor allem die teuren Anwälte.

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