Neue Westfälische (Bielefeld): Rückkehr zu G9 soll Ruhe an den Gymnasien schaffen Frommer Wunsch Lothar Schmalen, Düsseldorf

Bielefeld (ots) – Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Diese ironische Frage möchte man der neuen NRW-Landesregierung bei der Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit stellen. Denn die schwarz-gelbe Koalition und ihre Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hätten es wie die Nachbarn in Niedersachsen ganz einfach machen können. Alle Gymnasien kehren zum G9-Abitur zurück. Fertig. Die Begründung wäre ebenso eindeutig wie klar: Das Turbo-Abitur hat keine Akzeptanz an den Schulen und bei den Eltern gefunden, und außerdem ist es pädagogischer Unsinn. Aber nein: In Nordrhein-Westfalen muss alles offenbar ganz kompliziert sein. Obwohl auch hier inzwischen klar ist, dass das Turbo-Abi schlicht in den Papierkorb der Schulgeschichte gehört, wird mit viel Hirnschmalz eine Regelung erfunden, für die derjenige, der sie durchblicken soll, wenigstens das Abitur (und wenn es geht: kein Turbo-Abitur) braucht. Schuld daran ist, dass das neue Gesetz vor allem Ausnahmen regeln soll – die Ausnahme, gegebenenfalls doch beim eigentlich für pädagogisch nicht sinnvoll erklärten Turbo-Abi bleiben zu können, die Ausnahme, dass gegen eine Entscheidung der Schulkonferenz, bei G8 bleiben zu wollen, am Ende doch der Schulträger ein Veto einlegen kann, die Ausnahme, dass an Schulen, die sich eigentlich dazu entschlossen haben, bei G8 zu bleiben, später doch noch irgendwie G9 eingeführt werden kann. Ministerin Gebauer erhofft sich von der Rückkehr zu G9 endlich Ruhe an den Gymnasien in NRW. Ihre Hoffnung dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Denn jetzt wird es an den Gymnasien erst einmal Diskussionen, vielleicht auch richtig Streit in den Schulgemeinden geben. Und da auch der spätere Wechsel von G8 zu G9 und umgekehrt nicht ausgeschlossen ist, wird die Debatte vielleicht noch Jahre dauern. Warum so kompliziert, wenn es auch einfach geht? Auf die Frage hatte die Schulministerin nur eine Antwort: Weil es so im Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP vereinbart worden ist. Dass auch Lehrerorganisationen und kommunale Spitzenverbände die konsequente Abschaffung des Turbo-Abiturs und die verbindliche Wiedereinführung von G9 für alle Gymnasien lieber gesehen hätten, unterstreicht, dass die einfachere Lösung auch für Nordrhein-Westfalen die bessere gewesen wäre. Vielleicht wäre dann auch deutlicher geworden, dass das Konzept der Schulministerin auch eine Menge vernünftiger Verbesserungen für die Gymnasien bereit hält.

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