Höhere Bußgelder wirken erst durch eine bessere Verkehrsüberwachung (FOTO)

Köln (ots) –

Die Erhöhung von Bußgeldern bei Verkehrsverstößen ist diese Woche Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar. Der ACV Automobil-Club Verkehr befürwortet die Diskussion über die Anpassung des Sanktionskatalogs. Für den Automobilclub sind die großen Potentiale für den gewohnten Rückgang der Verkehrsopferzahlen der vergangenen Jahrzehnte ausgeschöpft. Um der Stagnation der Opferzahlen entgegenzuwirken, müssen im Straßenverkehr zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, damit die Vision Zero nicht ihre Glaubwürdigkeit verliert.

Jürgen Koglin, verkehrspolitischer Sprecher des ACV:

"Der Bußgeldkatalog ist nicht mehr zeitgemäß. Scheibchenweise wurden kürzlich die Strafen für Handy am Steuer, Blockieren einer Rettungsgasse und die Teilnahme an sowie Veranstaltung illegaler Autorennen angepasst. Es ist höchste Zeit, das Regelwerk grundsätzlich zu überarbeiten. Höhere Strafen schrecken ab, tun weh und machen deutlich, dass es sich bei vermeintlichen kleineren Verkehrsverstößen nicht um Kavaliersdelikte handelt. Trotzdem brauchen wir gleichzeitig eine bessere Verkehrsüberwachung in Deutschland, denn ohne sie werden erst gar keine Sanktionen verhängt."

90 % der Unfälle mit Verletzten wegen Missachtung von Verkehrsregeln

Etwa 3.170 Menschen kamen 2017 auf deutschen Straßen ums Leben, damit liegt die Zahl der Verkehrstoten etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Anzahl der Verletzten verringerte sich voraussichtlich nur minimal. Dem Statistischem Bundesamt nach resultieren über 90 Prozent der Unfälle mit Personenschaden aus der Außerachtlassung von Verkehrsvorschriften.

Jürgen Koglin, verkehrspolitischer Sprecher des ACV:

"Im EU-Vergleich sind Verkehrsverstöße in Deutschland ein Schnäppchen. Die Strafen für Handy am Steuer oder Geschwindigkeitsüberschreitung sind im Ausland mitunter deutlich höher als hierzulande. Besonders teuer wird es in Großbritannien, den Niederlanden, in Dänemark und in Spanien. Laut EU-Statistik beklagen gerade diese Länder die wenigsten Verkehrstoten pro eine Million Einwohner im europäischen Vergleich. Einen Zusammenhang muss der Verkehrsgerichtstag diese Woche klären."

Verkehrssicherheitsziel: Deutschland ist nicht im Zielkorridor

Wichtige Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit liegen zudem in einer sicheren Infrastruktur, im Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger und darin, Verkehrsverstöße konsequent zu ahnden. Obwohl die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefstand gesunken ist, liegt das selbstgesetzte Ziel der Bundesregierung, bis 2020 ein Minus von 40 Prozent bei der Zahl der Verkehrstoten zu erreichen, meilenweit entfernt, gibt der ACV zu bedenken.

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Bildinformation: Jürgen Koglin, Verkehrspolitischer Sprecher: "Im EU-Vergleich sind Verkehrsverstöße in Deutschland ein Schnäppchen" Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/116025 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ACV Automobil-Club Verkehr"

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