Die Genossenschaft Green Value SCE über Preisdiktate bei Obst und Gemüse und deren Folgen

Warum deutsche Supermarktketten verantwortlich sind für die weitere Verseuchung der Meere 

„Die einst artenreiche, zwanzig Kilometer lange Lagune Mar Menor in Südspanien ist ein Beispiel für die Zerstörung eines einzigartigen Ökosystems aus kommerziellen Gründen“, erklären die Verantwortlichen der europäischen Genossenschaft Green Value SCE. Denn es sind deutsche Handelsketten, die verantwortlich dafür sind, dass sich viele südspanische Bauern einem regelrechten Preisdiktat unterworfen sehen.

Schwere Umweltverbrechen

 „Regelrecht mit der chemischen Keule betreiben viele Bauern in der Region ihre Landwirtschaften, um alles herauszuholen“, sagen die Fachleute der Green Value SCE. So schreibt Rettet den Regenwald e.V., dass in den Anbaugebieten von Murcia, Almería und Huelva das ganz Jahr produziert wird, mit Bewässerung und unter Plastikplanen sowie dem Einsatz Nitraten, Phosphaten und Pestiziden, die ungehindert ins Meer gelangen. „Dort verseuchen sie immer weiter den Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere, so den bekannten Seepferdchen“, meinen die Experten der  Green Value SCE Genossenschaft. Zwar hatte die Staatsanwaltschaft Ende 2017 Strafanzeige gegen 37 Bauern, Händler, Politiker und staatliche Funktionäre erhoben, – darunter die britische Gruppe G’s als einer der größten Obst- und Gemüseproduzenten Europas -, denen man schwere Umweltverbrechen vorwarf. „Doch die Verantwortlichen finden sich auch woanders“, so die Green Value SCE.

Massive Preispolitik

Denn einem Bericht des Report Mainz ist zu entnehmen, dass es gerade deutsche Supermarktketten wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe sind, die die Bauern unter Druck setzen. Als echte Spekulanten bezeichnet deren Einkäufer ein spanischer Bauer, die alles billig haben wollten, je billiger desto besser. Und daher beschäftigten diese illegale Arbeiter, bewässerten mit nicht zugelassenen Brunnen und setzen eben auf chemische Keulen. „Alles zum vermeintlichen Wohle der deutsche Verbraucher, die man mit Billigangeboten bei Tomaten und Salat, bei Erdbeeren und Melonen lockt“, so die Verantwortlichen der Green Value SCE. Dass besagte Handelsketten dabei mit Verweise auf das Industrielabel Global GAP mit Nachhaltigkeit werben, erscheint vor diesem Hintergrund als Affront. „Daher hat Rettet den Regenwald e.V. eine Petition losgetreten und will die genannten Handelsketten zu einem Umdenken motivieren“, erklärt Green Value SCE.

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