Meilenstein für Patienten mit angeborenen Immundefekten: Ärztetag nimmt Zusatzausbildung Immunologie in Weiterbildungsordnung auf

Die dsai e. V. – Patientenorganisation für angeborene Immundefekte hat mit ihrem Engagement maßgeblich zu einem weitreichenden Erfolg beigetragen: Der Deutsche Ärztetag hat beschlossen, die Zusatzweiterbildung Immunologie in die Muster-Weiterbildungsordnung (WBO) für Ärzte aufzunehmen. "Das ist ein weiterer wahrer Meilenstein unserer Arbeit und ein Segen für Patienten mit einem angeborenen Immundefekt", freut sich die dsai-Bundesvorsitzende Gabriele Gründl. Den Erfolg hat sie gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) erreicht, die sich auf dem Deutschen Ärztetag maßgeblich für dieses Ziel einsetzte. Nach Festlegung der genauen Inhalte der Weiterbildung mit den Landesärztekammern können Ärzte die Zusatzqualifikation "Facharzt Immunologie" voraussichtlich ab 2019 erwerben.

"Nach wie vor verzeichnen wir eine gravierende Unterversorgung an Ärzten, die sich auf diesem Fachgebiet auskennen und Patienten adäquat diagnostizieren", stellt Prof. Dr. Reinhold E. Schmidt fest, Mitglied der DGfI und Direktor der Klinik für Immunologie und Rheumatologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. "Die Aufnahme der Immunologie in die Muster-Weiterbildungsordnung wird diesen Mangel entschärfen." Gabriele Gründl bezeichnet den Beschluss des Deutschen Ärztetages als großen Fortschritt für die medizinische Versorgung aller Menschen, die an einem angeborenen Immundefekt leiden: "Es gibt viel zu wenige Mediziner, die sich auf dieses wichtige Fachgebiet spezialisieren; eine Facharztausbildung für Immunologie ist in Deutschland bisher überhaupt nicht existent. Umso wichtiger ist es, dass Ärzte sich hier weiterbilden, damit die Diagnoserate für angeborene Immundefekte steigt und sich die Versorgung der Patienten weiter verbessert."

In Deutschland gibt es bis heute keine Facharztausbildung Immunologie. Die durch die DGfI seit dem Jahre 2002 vergebenen Fachbezeichnung Fachimmunologe dient dazu, den in Forschung und Klinik tätigen Wissenschaftlern und Ärzten einen sichtbaren Nachweis ihrer Qualifikation auf den verschiedenen Gebieten der Immunologie an die Hand zu geben.

Der Beschluss des Deutschen Ärztetages in Erfurt über die Einführung der Zusatzweiterbildung Immunologie für Ärzte ist ein wichtiger und konsequenter Schritt sowohl für den Fachbereich als auch für die Patienten.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 engagiert sich die dsai auf dem weiten Gebiet der Immunkrankheiten. Dabei ist es eines ihrer erklärten Ziele, die Diagnoserate bei der seltenen Krankheit des angeborenen Immundefekts zu erhöhen und den Patienten so zu einer entsprechenden Therapie zu verhelfen. Von rund 100.000 Betroffenen sind bisher lediglich 4,5 Prozent diagnostiziert. Des Weiteren setzt sich die Patientenorganisation für eine flächendeckende Versorgung aller Betroffenen ein.

Insgesamt gibt es rund 350 verschiedene Arten von primären Immundefekten. Aufgrund der unspezifischen Symptome werden diese Immundefekte gar nicht oder erst sehr spät diagnostiziert. Betroffene leiden an wiederkehrenden, heftigen Infektionen; nicht erkannt, kann die Krankheit im schlimmsten Fall zum Tod führen.

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Die DSAI wurde vor 1991 mit dem Ziel gegründet, Betroffenen und ihren Angehörigen den Erfahrungsaustausch außerhalb der medizinischen Betreuung zu ermöglichen. Mittlerweile gehen die Ziele über den rein seelischen Beistand hinaus. Die Selbsthilfeorganisation setzt sich verstärkt für die Aus- und Weiterbildung im Sektor Immunologie ein, denn häufig wird aufgrund der zahlreichen unspezifischen Symptome sehr spät die Diagnose "Immundefekt" gestellt. Neben der Zusammenarbeit mit Immunologen setzt die DSAI auf den Dialog mit Krankenkassen und ärztlichen Organisationen. Die DSAI wird von der Vorsitzenden Gabriele Gründl geleitet. Neben der Zentrale in München gibt es Regionalgruppen in Berlin, Düsseldorf, Kaiserslautern, Freiburg, Frankfurt, Hamburg/Hannover, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart, Kassel sowie in der Region Lahn/Sieg.

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