Neue Westfälische (Bielefeld): Umfrage sieht deutliche Mehrheit für Nationalpark Die Senne darf nicht sterben Matthias Bungeroth

Bielefeld (ots) – Nun haben wir es erneut schwarz auf weiß: Die Gründung eines Nationalparks Senne wird von 85 Prozent aller repräsentativ befragten Bürger Nordrhein-Westfalens befürwortet. Das ist eine unmissverständliche Haltung. Welche anderen Themen in der Politik – von den Parteien wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden – bringen es sonst auf solche Zustimmungswerte? Für die politisch Handelnden muss das Ergebnis der Umfrage ein deutliches Signal zum Innehalten sein. Die Botschaft des Souveräns lautet: Die Senne darf nicht sterben! Um den dauerhaften Schutz dieses einzigarten Naturraums zu gewährleisten, hält eine überwältigend große Mehrheit sowohl der Bürger in ganz NRW als auch in Ostwestfalen-Lippe die Gründung eines Nationalparks für eine gute Idee. Diese Botschaft sollte die Politik ernst nehmen und nicht mit einer zunehmend ideologisierten Debatte vom Tisch wischen. Es gilt, die Tür für die Gründung eines solchen Nationalparks offenzuhalten. Denn nur er wäre der zuverlässige Garant dafür, dass ein Biotop einzigartiger Ausprägung mit einer Größe von 11.600 Hektar – so groß ist der derzeitige Truppenübungsplatz – über Generationen hinweg in seiner Einzigartigkeit erhalten bleibt. Auch in der Vergangenheit hat es schon repräsentative Umfragen zum Nationalpark Senne gegeben. Sie wurden von den Gegnern des Projekts mit dem Hinweis abgekanzelt, diese seien von Naturschützern sozusagen lanciert worden. Nun gibt es das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage eines Instituts, das nicht gerade für seine Nähe zum linken politischen Spektrum bekannt ist. Deshalb sollte die Debatte nun mit großer Sachlichkeit neu aufgenommen und im Sinne des Schutzes der Natur zu einem sinnvollen Ende geführt werden, wenn klar ist, wie es mit der militärischen Nutzung der Senne weitergeht. Der Nationalpark Eifel hat es vorgemacht. Auch dort wurde ein ehemals militärisch genutztes Gebiet mit dem größtmöglichen gesetzlichen Schutz versehen, was vor Ort in einer politisch sehr konservativ ausgerichteten Region durchaus umstritten war. Heute profitiert die strukturschwache Region Nordeifel von ihrem natürlichen Kleinod. Knapp 900.000 Besucher hat das Gelände pro Jahr, Touristiker jubeln und viele Jungen und Mädchen kommen bei den Führungen der Ranger mal in Kontakt mit einem einzigartigen Naturraum. Warum diese Perspektive für die Senne ausgeschlossen werden soll, bleibt rätselhaft.

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