BFH stellt Steuerprivilegien von Sportvereinen in Frage

Diese Pressemitteilung erscheint nur noch bis zum 11.09.2019.

Als Herausgeber(in) können Sie die Laufzeit für nur 99 Cent pro Monat oder sogar alle unter derselben E-Mailadresse in einem Benutzerkonto veröffentlichten Pressemitteilungen für nur 4,99 € pro Monat um ein ganzes Jahr prolongieren (jeweils zzgl. MwSt.).

Der Bundesfinanzhof stellt die Umsatzsteuerprivilegien von Sportvereinen in Frage. Im Streitfall mit einem Golfclub hat er ein Entscheidungsersuchen an den EuGH gerichtet (Az.: V R 20/17).

Dienstleistungen von Einrichtungen ohne Gewinnstreben, die in einem engen Zusammenhang mit Sport und Körperertüchtigung stehen, sind nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. m MwStSystRL von der Umsatzsteuer befreit. Der Bundesfinanzhof bezweifelt nun, ob diese Steuerfreiheit auch für Leistungen gilt, für die die Vereine ein gesondertes Entgelt verlangen und legt diese Frage dem Europäischen Gerichtshof vor. Sollte der EuGH die Steuerfreiheit verneinen, könnten künftig auf viele Sportvereine in Deutschland Umsatzsteuern zukommen, erklärt die Wirtschaftskanzlei GRP Rainer Rechtsanwälte.

In dem zu Grunde liegenden Fall erbrachte der klagende Golfverein verschiedene Leistungen gegen ein gesondert vereinbartes Entgelt. Insbesondere handelte es sich dabei um die Berechtigung zur Nutzung des Golfspielplatzes (Greenfee), um die leihweise Überlassung und um die Durchführung von Golfturnieren, bei denen der Verein Startgelder kassierte. Das beklagte Finanzamt sah diese Leistungen als umsatzsteuerpflichtig an. Dagegen klagte der Golfverein und hatte Erfolg. Das Finanzgericht bejahte die Steuerfreiheit für diese Dienstleistungen. Die Steuerfreiheit beruhe zwar nicht auf nationalem Recht, aber auf Unionsrecht nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. m MwStSystRL.

An der Einschätzung des Finanzgerichts hat nun allerdings der BFH seine Zweifel. Aus der Rechtsprechung des EuGH könne abgeleitet werden, dass dieser EU-Regelung keine unmittelbare Wirkung zukomme. Dann könne sich der Verein nicht gegen die Steuerpflicht nach nationalem Recht wehren.

Die Entscheidung des EuGH zu der Frage kann von großer Bedeutung für viele Vereine sein. Bisher hatte der BFH eine unmittelbare Wirkung und Berufbarkeit der EU-Regelung bejaht. Sollte der Europäische Gerichtshof zu einem anderen Ergebnis kommen, würde dies zu einer Änderung in der Rechtsprechung führen. Davon könnten wiederum viele Sportvereine betroffen sein, die für bestimmte Leistungen zusätzliche Gebühren verlangen. Im Steuerrecht erfahrene Rechtsanwälte sind im Streitfall kompetente Ansprechpartner.

https://www.grprainer.com/rechtsberatung/steuerrecht/umsatzsteuer.html

* * * * *

Publiziert durch PR-Gateway.de.

Veröffentlicht von:

GRP Rainer LLP

Hohenzollernring 21-23
50672 Köln
Deutschland
Telefon: +49 (221) 272275-0
Homepage: www.grprainer.com

Ansprechpartner(in):
Michael Rainer
Herausgeber-Profil öffnen

Firmenprofil:

Über GRP Rainer LLP

GRP Rainer LLP Rechtsanwälte Steuerberater www.grprainer.com ist eine überregionale, wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Sozietät von Rechtsanwälten und Steuerberatern. An den Standorten Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf berät die Kanzlei Unternehmen aus Industrie und Wirtschaft, Verbände, Freiberufler und Privatpersonen.

Zur Veröffentlichung, honorarfrei. Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Der Presseverteiler, press2day ( p2d ), übernimmt mit Verweis auf die AGB unter www.press2day.de keine Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung.

Informationen sind erhältlich bei:

GRP Rainer LLP
Michael Rainer
Hohenzollernring 21-23
50672 Köln
info@grprainer.com
+49 (221) 272275-0
www.grprainer.com/Pressemitteilungen.html
Themenverwandte Pressemitteilungen: