Blitzsaubere RFID-Technik in der Textilverwaltung: Wäschepakete im Durchlauf automatisch etikettieren

RFID ermöglicht den für einen Wäschereibetrieb größtmöglichen Grad an automatisierter Textilverwaltung. Integriert in das funkbasierte Identifikationsverfahren, drucken bei Geiger Textil in Bad Säckingen in der 2016 fertiggestellten zweiten Werkshalle Hermes+ Systeme von cab Kundenetiketten und kennzeichnen Wäschepakete vollautomatisch im Durchlauf.

Textilwäsche und -vermietung seit 1936, Dienstleistungen für Kunden aus dem Gesundheitswesen, Krankenhäuser, die Pharma-, Chemische und Lebensmittelindustrie, Senioren- bzw. Altenheime – so lauten einige wichtige Eckdaten zur Geiger Textil GmbH. Am Firmensitz nahe der Schweizer Grenze werden täglich rund 80.000 Teile Wäsche und 20.000 Teile Berufs- sowie Arbeitsschutzkleidung bearbeitet. Zu dem Zeitpunkt, an dem ein Wäschepaket an einer Etikettierstation ankommt, wurden die darin enthaltenen gereinigten Textilien entlang der Förderlinie bereits zusammengelegt, gebündelt und in Folie eingeschweißt. Ein Wäschepaket enthält eines bis zwanzig Teile. Das bedeutet für die Etikettiersysteme die Anforderung, innerhalb der Förderlinie dynamisch auf unterschiedliche Pakethöhen, -breiten und -geometrien zu etikettieren. Hinzu kommen die weiche Verpackung und bisweilen sehr schnelle Frequenz, in der Pakete auf dem Förderband nacheinander an der Etikettierstation ankommen.

Kontakt überflüssig
cab ist Marktführer bei der automatisierten Etikettierung. Seit 20 Jahren sind die Etikettendrucksysteme Hermes beliebt bei industriellen, Handels- sowie Dienstleistungsbetrieben aller Branchen. Sie lassen sich mit einer Vielzahl von Modulen für jede Anwendung zum vollautomatischen Etikettiersystem ausbauen. Im Fall von Geiger Textil fiel der Entscheid von cab auf den Applikator 4614. Hier läuft der Etikettiervorgang wie folgt ab: Während des Drucks wird das Etikett von einem Blasstempel, der vor der Spendekante des Hermes+ positioniert ist, übernommen. Ein Hubzylinder steuert den Stempel mittels eines Sensors bis über das Wäschepaket. Im Abstand von einigen Millimetern zur Paketoberfläche wird das Etikett von oben durch einen starken Luftstoß kontaktlos auf das Paket angeblasen. Das Paket bleibt auf dem Förderband in Bewegung, ein Anhalten an der Etikettierstation ist nicht nötig.

Mietwäsche und RFID – ein starkes Duo
Bei der Textilverwaltung setzt Geiger Textil auf Automatisierung. Jedes Wäscheteil ist mit einem RFID-Transponder versehen. „So lassen sich die Wäschestücke, auch im Stapel, lückenlos erfassen und über den gesamten Bearbeitungsprozess verfolgen. Jeder Wäscheeingang und -ausgang wird mittels RFID-Tunnel exakt dokumentiert“, sagt Stefan Senger. Er ist Inhaber der STS-Informatik und seit dem Jahr 2000 mitverantwortlich für die EDV bei Geiger Textil. Die aktuelle IT-Infrastruktur im Unternehmen hat er mit aufgebaut. RFID-Technik sieht er als prädestiniert für den Einsatz in Wäschereien: „Mit nur einem Klick können wir sämtliche Statistiken zum Wäschestück zur Verfügung stellen. Das sorgt für lückenlose Rückverfolgbarkeit und die personenbezogene Abrechnung beim Reinigen und der Bereitstellung. Es entfallen Fehler beim Sortieren.“ Der Geschäftsführer Jochen Geiger ergänzt: „Um die Anforderungen unserer Kunden noch besser erfüllen zu können, haben wir gemeinsam ein Verfahren erstellt, das es bis dahin in der Wäschereibranche noch nicht gegeben hatte.“ Infolge der RFID-Technik inklusive der vollautomatischen Etikettierung als Fertigungslinie können die Maschinen besser ausgelastet werden. Aufseiten der Kunden reduziert sich der Aufwand auf ein Minimum.

Tunnelblick
„Bei Geiger Textil denkt man sehr innovativ und visionär, bei der Technologie wie auch bei den Vorteilen für den Kunden“, so Herr Senger: „Mir wurde vor vielen Jahren die Plattform zur Verfügung gestellt, um RFID im laufenden Betrieb zu testen und weiter zu entwickeln. Zunächst im Hochfrequenzbereich bei den Wischbezügen, dann auch bei allen weiteren Wäschestücken.“ Hatte es am Anfang noch keine allgemeingültigen Standards gegeben, so sind diese im Laufe der Zeit gewachsen. Das Auslesen der Transponder im Wäschestapel via Förderband und RFID-Tunnel wird bei Geiger Textil schon seit Langem eingesetzt, aber etikettiert wurden die Pakete anfangs noch manuell. Sprich: Der Grad an Automatisierung war von Anfang an hoch, was noch fehlte, waren durchgehend vollautomatische Förderlinien. Mit der Integration der Hermes+ in die Förderlinien wurde eine praktikable Musteranlage komplettiert, an deren Anfang der Mitarbeiter an einem Falter oder einer Mangel ein Wäscheteil auflegt und an deren Ende Wäschepakete verpackt, eingeschweißt und vollautomatisch etikettiert dem Lager und dem Versand zur Verfügung stehen. Im Versandbereich werden durch Scannen der Barcodes die Pakete und deren Wäscheteile dem Kunden eindeutig zugeordnet.

Der richtige Partner
Seit 2007 arbeitet STS-Informatik beim Druckerequipment mit cab zusammen – sehr erfolgreich, betont Herr Senger: „Jedes Wäschepaket erhält ein eindeutiges Etikett mit allen Chipnummern, die sich im Paket befinden. Die Erkennung, welche Information ‘on the fly‘ auf ein Paket aufgedruckt werden soll, wird durch eine RFID-Antenne in der Linie realisiert.“ Stellt das System beim Erfassen der Daten eine Unregelmäßigkeit fest, etwa ein falsches Wäscheteil oder die Stückzahl im Paket stimmt nicht, erhält dieses ein Etikett mit Angabe des Fehlers. Der für die Kommissionierung zuständige Mitarbeiter kann reagieren und das Paket aussortieren.

Die Anwendung wächst. Zur Unterstützung der Signalebene wurde zusätzlich ein SPS-Steuerschrank programmiert und in die Anlage integriert. Für die Zukunft ist angedacht, die Geschwindigkeit, mit der die Pakete auf dem Förderband bewegt werden, weiter zu erhöhen.

Das Video zur Anwendung unter www.cab.de/geiger-video

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