Hygieneexperten warnen vor gefährlicher Diskussion

Berichte über eine von Hygieneexperten aus Deutschland sowie der Schweiz zeigen nun auf, dass die Ergebnisse weitläufig falsch interpretiert wurden. Vielmehr belegt die Studie die gängige Expertenmeinung, dass für eine erfolgreiche Infektionsprävention insbesondere die richtige Wirkstoffkonzentration sowie die Menge und Anwendungsdauer von Desinfektionsmitteln ausschlaggebende Faktoren sind.

Verallgemeinernde Aussagen, nach denen gängige Alkohol basierte Desinfektionsmittel Darmkeimen der Spezies Enterococcus faecium kaum etwas anhaben könnten, müssen laut der europäischen Hygieneexperten daher im Sinne der Patientensicherheit kritisch hinterfragt werden. Die jüngste Berichterstattung zur australischen Studie könnte zu einer verringerten Einhaltung notwendiger Handhygienemaßnahmen im Gesundheitswesen führen und somit Patienten gefährden. Die Studienergebnisse zeigen nach Expertenmeinung vielmehr, wie wichtig grundlegende Hygienemaßnahmen zur Dekontamination sind. Hände müssen über die vorgegebenen Zeiten genügend feucht gehalten werden, um die erforderliche Wirksamkeit zu gewährleisten. Eine zu geringe Menge von Desinfektionsmitteln begünstigt eine Kontamination durch Keime.

Vor dem Hintergrund zunehmender Antibiotikaresistenzen kommt Desinfektionsmitteln hinsichtlich der Patientensicherheit eine wichtige Bedeutung zu. Aufgrund ihrer Wirkmechanismen ist die Wahrscheinlichkeit der Resistenzbildung deutlich geringer als bei Antibiotika. Der Geschäftsführer des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) Dr. Thomas Rauch sieht alle Beteiligten in der Pflicht für die Sicherheit von Patienten Sorge zu tragen: "Wir stehen täglich vor der Aufgabe das Hygieneniveau in Deutschland zu verbessern. Umfangreiche Hygienemaßnahmen und Desinfektionsmittel sind derzeit die einzig verlässliche Hilfe in der Infektionsprävention."

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