Weihnachten mit den Ghulen

Etwas unheimlich geht es schon zu – aber dennoch sind sie liebenswerte Gestalten. Es könnte alles so schön und friedlich sein, wenn nicht… doch lesen Sie selbst!

 

Luhg Holiday

Dieser Sammelband vereint zwei spannende Geschichten: 

Willkommen im Luhg Holiday 
Als Familie Kohlmann wegen eines vorausgesagten Schneesturms ganz spontan im Hotel Luhg Holiday einkehrt, ahnt sie noch nicht, was sie dort erwartet. In dem alten unheimlichen Haus scheint nichts mit rechten Dingen zuzugehen, und schon bald finden sich die drei Kinder und ihre Eltern im unglaublichsten Abenteuer ihres Lebens wieder. 

Auf Wiedersehen im Luhg Holiday 
Auf einer Urlaubsreise in den Süden fahren Sabrina, Gudrun und Betty im Nebel gegen einen Baum und müssen im Luhg Holiday einkehren. Das Hotel hat sich verändert, denn es sind 7 Jahre vergangen, seitdem Sabrina mit ihrer Familie dort unfreiwillig ihre Ferien verbrachte. 
Wer ist der nette junge Mann, der sich nach dem Unfall so rührend um sie kümmert und doch ein düsteres Geheimnis mit sich trägt? Und was ist aus den Ghulen geworden, die das Luhg Holiday verwalteten? Ein spannendes Abenteuer wartet auf die Freundinnen. Werden sie der Gefahr entkommen, die dort hinter den düsteren Mauern auf sie lauert? 

Eine Gruselkomödie der Sonderklasse und ein besonderes Lesevergnügen für die ganze Familie.

ISBN

978-3-7431-5262-5

Die Bände gibt es auch einzeln als E-Book bei Kindle-Amazon.

 

Leseprobe aus dem Buch:

Vater zündete gerade die Kerzen am Baum an, und als alle brannten betätigte Jeremias die Klingel an der Rezeption, und das schnarrende Geräusch ließ uns alle zusammenfahren.

„Bescherung”, krächzte er mit seiner heiseren Stimme. Womit denn bescheren? Unsere Geschenke waren doch im Auto.

Aber da ging es dann auch schon los, ehe ich recht zur Besinnung kam.

Erasmus kam die Kellerstufen hochgestapft. Gebeugt trug er einen Jutesack auf seinem Buckel. Wäre der Weihnachtsmann persönlich hier hereingeschneit, hätte ich nicht mehr gestaunt.

Schwer atmend setzte der alte Ghul den Sack ab und öffnete ihn mit geheimnisvollen Blicken.

„Wart ihr denn auch alle artig?” Prüfend sah er in die Runde.

„Ansonsten habe ich nämlich noch etwas anderes dabei.” Drohend schwang er eine Rute durch die Luft.

Jan kicherte leise, und mir lief ein kleiner Schauer über den Rücken, wir hatten alle unglaublich viel Spaß, das konnte ich auch an den leuchtenden Augen der Ghulkinder sehen.

„Jan, so komm einmal her zu mir”, sagte unser Ghul-Weihnachtsmann. Meinem Bruder verging das Lachen, und mit ängstlichem Blick auf die Rute schlich er langsam auf Erasmus zu, der jetzt tief in den Jutesack griff und einen wunderschönen schwarzen Zylinder daraus hervorzauberte. Lächelnd stülpte er ihn Jan über den Kopf, der sich unter lautem Klatschen strahlend bedankte. Dieser Kopfschmuck passte wie angegossen und rutschte nicht übers Gesicht.

Dann wurde ich aufgerufen und, ich wagte kaum zu atmen, da war es, das wunderschöne grüne Kleid, das ich im Keller anprobiert hatte. Freudestrahlend nahm ich es entgegen und brannte darauf, es überzuziehen. Aber erst musste ich noch schaun, was für die anderen im Sack war.

Angela bekam eine Kette aus funkelnden blauen Steinen um den Hals gelegt und drehte sich geziert damit in alle Richtungen. Wieder ertönte Beifall, und dann war die Reihe an Mama. Sichtlich erfreut nahm sie ein kleines grünes Medaillon entgegen. Papa bekam ein kleines Etui, und als er es öffnete war ein uralter Füller darin verborgen.

„Weil du doch so gern schreibst.” Erasmus klopfte meinem verblüfften Vater freundschaftlich auf den Rücken, da er die Schulter nicht erreichen konnte.

„Ich werde ihn in Ehren halten”, versprach Papa ganz gerührt.

Ruby musste vortreten, und Erasmus zückte seine Rute.

„Wie ich gehört habe, bist du die unartigste von allen”, sagte er streng. Ruby kreischte und kicherte dann, als sie einen knallroten Wollpullover überreicht bekam. Alle Ghule bekamen etwas Gestricktes, da gab es eine bunte Palette an Westen, Jacken und Pullis in allen Farben.

„Damit ihr nicht immer nur in den sogenannten Schlafanzügen herumlaufen müsst”, erklärte Erasmus, bevor er sich zufrieden lächelnd seine neue grüne Weste überzog.

Wir standen da mit leeren Händen und sahen uns peinlich berührt an. Doch was hätten wir den Ghulen auch schenken können?

„Sabrina, musstest du jetzt das neue Kleid überziehen?”, rügte Mama. „Du solltest mir beim Essen machen helfen.”

„Halt, ich habe auch noch eine Kleinigkeit für euch”, ertönte Papas Stimme. Ich erkannte das kleine Heft in seiner Hand. Aha, endlich würde ich erfahren, was es damit auf sich hatte.

Dankend nahm Erasmus es entgegen und blätterte darin.

„Das ist ja wunderschön”, sagte er bewegt und reichte es an Konstanze weiter. Es machte die Runde, und ich brauchte eine Engelsgeduld, bis die Reihe an mir war. Aber dann sah ich es endlich. Papa hatte jeden Ghul einzeln porträtiert, darüber stand:

HERZLICHEN DANK AN UNSERE LIEBEN GASTGEBER

Und dann zum Schluss ein eingeklebtes Familienfoto von uns mit der Überschrift:

ZUR ERINNERUNG AN FAMILIE KOHLMANN

Hier und da wischte sich ein Ghul verstohlen eine Träne aus dem Auge, und dann brach ein Beifall los wie noch nie.

Der Abend war gerettet. Ich zog das Kleid aus und folgte Mama mit Angela in die Küche. Eusebia hatte schon Kartoffeln aufgesetzt, und jetzt merkte ich plötzlich, dass ich Hunger hatte. Seit dem Frühstück hatten wir ja schließlich auch nichts mehr zu beißen gehabt.

Schinken und Wurst wurden in hauchdünne Scheibchen geschnitten, Mama bereitete die Pilzsoße aus der Suppentüte zu, und Angela öffnete mehrere Dosen mit Bohnen und Obst. Ich rannte mit Tellern und Besteck mehrmals in die festlich geschmückte Halle, und dann half mir meine Schwester, das Geschirr auf dem Tisch zu verteilen. Mir graute bei der Vorstellung, schon wieder Tee oder Nescafé trinken zu müssen, doch Mama hatte eine bessere Idee. Sie hatte inzwischen den Saft aus den Obstkonserven mit geschmolzenem Schnee vermischt und in zwei Glaskaraffen gegeben. Die Ghule bevorzugten reines Wasser aus dem Kessel. Sie aßen reichlich Kartoffeln mit Schinken und Salami, rührten aber weder Bohnen noch Fruchtcocktail an. Auch die Pilzsoße durften wir alleine essen, die schmeckte übrigens hervorragend zu den Kartoffeln und dem Schinken. Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich an diesem Abend weder Kekse noch Schokolade oder Marzipankartoffeln vermisst habe.

Nach dem Festmahl wurde wieder musiziert. Erasmus geigte was das Zeug hielt. Doch diesmal erklangen keine wilden Tanzrythmen sondern Lieder wie ‘Stille Nacht, heilige Nacht’. Und alle sangen mit, der eine wohlklingend, der andere weniger schön, doch jeder gab sein Bestes. Weihnachtslieder aus den Kehlen der Ghule, wer hätte sich das je träumen lassen. Und so ging der Heilige Abend besinnlich und feierlich seinem Ende zu.

Am Morgen erwachte ich von einem ungewohnten Geräusch.

 

Was es damit auf sich hat und ob es wirklich so friedlich weitergeht, erfahren Sie im Buch. Lassen sie sich überraschen!

 

©byChristine Erdic 

 

Firmeninformation

Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei. 
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab 
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.

 

Veröffentlicht von:

Frau Christine Erdiç

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35050 Izmir
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Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab 
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen. 

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