Vorsicht vor „Inkasso Betrügern“

Um an das Geld Ahnungsloser Opfer zu gelangen, lassen sich Betrüger immer wieder neue Maschen einfallen. Zurzeit gehen viele „gefälschte“ Inkasso Schreiben raus.

Wie sehen solche angeblichen "Inkasso"-Schreiben aus?

Es sind Briefe, die von einem angeblichen Inkasso-Unternehmen verschickt wurden und sehr förmlich und professionell wirken. Es wird ein drohender, einschüchternder und Angst einflößender Ton in den Schreiben eingeschlagen. Den Opfern werden meist kostenpflichtige bzw. illegale Handlungen unterstellt (Beispiel: illegaler Download von Musik, Besuch von Pornoseiten im Internet etc.), mit denen sie dann von den Betrügern unter Druck gesetzt werden.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich so ein Schreiben per Brief oder E-Mail bekomme?

Die Polizei rät Bürgern, den Brief genau zu lesen und auf Fehler oder Unstimmigkeiten, etwa beim Namen oder der Adresse zu achten. Wenn Betroffene unsicher sind, können sie sich auch bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. Mona Maria Semmler von der Verbraucherzentrale Niedersachsen kennt viele dieser Fälle und rät den Verbrauchern unbedingt dazu innerhalb von 14 Tagen Widerspruch einzulegen. Sie sagt:

„Das Problem beim Mahnverfahren ist, dass hier ja keine Inhaltliche Prüfung des Anspruches stattfindet. Es können demnach auch Ansprüche geltend gemacht werden über das Mahnverfahren, die aus der Luft gegriffen sind und deshalb ist es umso wichtiger, dass die Verbraucher in diesem Fall reagieren und unbedingt Widerspruch einlegen“.

Viele Betrüger setzen gerade darauf, das ihre Opfer die Schreiben ignorieren, somit die Fristen verstreichen lassen und dann erst Wiederspruch gegen das Mahnungsverfahren einleiten wenn es schon zu spät ist. Dabei soll man nicht auf das Schreiben der Betrüger antworten, sondern erst auf den Mahnbescheid.

Auf gar keinen Fall sollte man Geld überweisen. Jeder Betrugsversuch sollte zudem bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden. Erst dann können Ermittlungen beginnen. Allgemein rät die Polizei generell misstrauisch gegenüber Geldforderungen unklarer Herkunft zu sein, damit man nicht selbst zum Opfer wird.

Welche Inkasso-Firmen sind seriös und wie kann ich das feststellen?

Marco Weber vom Bundesverband deutscher Inkassounternehmen weiß, wie seriös ein Inkassobüro sein muss. Er rät dazu, die Registrierung des Inkasso-Unternehmens zu checken. Er berichtet:

„Der erste Check ist, immer zu gucken: Ist das Inkassounternehmen registriert? Inkasso ist eine Rechtsdienstleistung und dafür braucht man eine Registrierung. Das kann man auch ganz einfach nachgucken. Im Internet gibt es dazu eine Seite der Landesjustizverwaltung. Da sind alle registrierten Inkasso-Unternehmen aufgelistet“.

Diese Art des Betruges erinnert einen stark an die damalige „Malta-Masche“ auch Malta-Trick oder Malta-Inkasso genannt, wurde genutzt um, unberechtigte Geldforderungen über ein maltesisches Inkassounternehmen in Deutschland rechtswirksam werden zu lassen, um sie dann einzutreiben. Neben dem Versuch, einen vollstreckbaren Titel zu errichten, kann der vermeintliche Schuldner auch durch Mahnschreiben des Inkassounternehmens unter Hinweis auf die vermeintliche Möglichkeit des europäischen Mahnverfahrens erpresst werden. Dieses Vorgehen ist besonders dadurch bekannt geworden, dass es von Mitgliedern der Reichsbürgerbewegung eingesetzt wurde, um fiktive Forderungen gegen Regierungsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter in tatsächlich vollstreckbare Titel zu verwandeln.

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