Bildungsverein Känguru in Bonn gegen Vorstoß des Nrw-Integrationsrates, Türkisch, Russisch oder Polnisch an Grundschulen zu lehren

Auf völliges Unverständnis beim Känguru-Verein für frühkindliche Bildung e.V. in Bonn stößt die Forderung des Integrationsrates NRW,  künftig in Grundschulen statt Englisch die Sprachen Türkisch, Russisch und Polnisch zu unterrichten.  Oberste Priorität beim Spracherwerb sollte neben den Muttersprachen, die in den Familien gesprochen werden, die Bildungs- und Umgebungssprache Deutsch haben. Englisch als Weltsprache kann in einer globalisierten Welt ebenfalls nicht vernachlässigt werden. 

Allein in Bonn werden in den Familien ca. 150 weitere Sprachen gesprochen. Bei der Auswahl der drei Fremdsprachen Türkisch, Russisch und Polnisch würde man all diese Sprachen abwerten. Es gilt, die Familien in dem Gebrauch und der Pflege der Muttersprachen zu unterstützen, denn Erfahrungen zeigen, dass die Familiensprachen etwa nach drei Generationen der Sprache des Ankunftslandes gewichen sind.

Der Känguru-Verein für frühkindliche Bildung bietet seit 2008 Kleinstkindern und ihren Familien mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, Deutsch wie eine Muttersprache zu lernen. Känguru-Vorsitzende Uta Claussen, ausgebildete Logopädin und Känguru-Trainerin erläutert das Känguru-Konzept:

 

„Der frühe Erwerb einer Sprache ist von Geburt an möglich. Lernen die Kinder über einen qualitativ und quantitativ ausreichenden Input sehr früh eine Sprache, lernen sie eine Sprache mit einem ganz anderen Lernmechanismus. Sie lernen damit tausendmal besser, als zu einem späteren Zeitpunkt. Diese Fähigkeit geht mit der Zeit unwiederbringlich verloren.“

Das Känguru-Prinzip gewährleistet, dass schon im Kleinstkindalter Sprachstrukturen verankert werden, die den Einstieg in den Kindergarten und die Grundschule erleichtern und problemlos gestalten. „Die Babys lernen in ihren Familien meistens die eigene Muttersprache und kommen ohne Deutschkenntnisse in die erste Betreuungssituation. Dort sind dann sowohl die Kinder und ihre Familien als auch die BetreuerInnen überfordert“, so Claussen. Wenn die Kinder jedoch ab einem Alter von einem Jahr Deutsch lernen, starten sie bereits als deutsch sprechende Kinder in die Kita. Das hat erhebliche positive Auswirkungen auf deren Integration in unsere Gesellschaft. Ein weiteres Ziel der Arbeit der Känguru-Trainer ist, die Sprachen der Familien zu stärken und zu unterstützen. Damit erhalten wir uns eine Identität-stiftende Vielfalt. Jedes Kind kann bis zu drei Sprachen auf Muttersprachniveau erhalten. Der Gebrauch der Familiensprachen unterliegt in erster Linie der Entscheidung der Eltern und Familien und ist so bunt wie unsere Welt. Wenn die Eltern eine Familiensprache aktiv erhalten möchten, sollten sie darin unterstützt werden – ganz egal, welche Sprache gesprochen wird. 

 

Deshalb sollte der Türkisch-, Russisch- oder Polnisch-Unterricht nicht der Regelfall im Unterricht in Grundschulen sein! Es gibt vielfältige Methoden, die Muttersprach-Kompetenzen der Schulkinder beim Wissenserwerb zu nutzen und gleichzeitig die Bildungssprachen Deutsch und Englisch zu lehren.

 

 

Gerne vermittele ich Ihnen den Kontakt zu Uta Claussen vom Känguru-Verein für frühkindliche Bildung e.V. (www.kaenguru-sprache.de) und freue mich, wenn Sie dieses Thema auch von dieser Seite her betrachten.

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Känguru- Verein für frühkindliche Bildung e.V.

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Känguru- Verein für frühkindliche Bildung e.V. wurde 2009 in Bonn gegründet und hat als Ziel Bildungschancengleichheit zu ermöglichen - für Kinder mit Migrationshintergrund und für Kinder, in deren Familien nicht bzw. nicht ausreichend gut Deutsch gesprochen.


Dafür wurde das „Känguru - jetzt verstehe ich!“ Bildungsprojekt entwickelt. Das Projekt beinhaltet Sprachkurse für Kleinkinder in Elternbegleitung.


Seit der Gründung im Jahr 2009 hat der Känguru- Verein für frühkindliche Bildung e.V. in Bonn über 50 Kurse für ca. 500 Kinder im Alter von 18 - 36 Monaten durchgeführt.


Der Känguru- Verein für frühkindliche Bildung e.V. hat seit August 2016 die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nach §75 KJHG.

Informationen sind erhältlich bei:

Katharina Müller-Stromberg

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Mail: kms@kms-bonn.de

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