Berliner Künstlerpaar lässt Kunstinstallation vor Augen der Ausstellungsbesucher entstehen: PROCESSING MOABIT von Elisa Duca und Robin Detje

PROCESSING:MOABIT

Eine performative Installation von Elisa Duca und Robin Detje  

Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten, Turmstraße 75, 10551 Berlin

Eröffnung: 3. Mai 2019, 19 Uhr Laufzeit: 4. Mai–1. Juni 2019 Finissage: 31. Mai 2019, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag–Samstag 13–19 Uhr, gefördert aus Mitteln des Bezirkskulturfonds Mitte und mit freundlicher Unterstützung der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung Kultur und Europa.

 

Ab Freitag, den 3. Mai 2019 entsteht in den Räumen der Galerie Nord an der Turmstraße Moabit die Installation PROCESSING:MOABIT des Berliner Künstlerpaars Elisa Duca und Robin Detje. Über den Zeitraum von insgesamt vier Wochen performen die Künstler vor den Augen der Ausstellungsbesucher*innen. Angekündigte und unangekündigte Interventionen sind Teil des Programms, sodass die Besucher*innen immer wieder ein neues, sich wandelndes Bild und neue Objektlandschaften vorfinden. 

Duca und Detje interessiert die kulturelle Gemengelage vor Ort in Moabit: „Die Turmstraße als Bühne, auf der sich Prozesse der Globalisierung inszenieren“ dient den Künstlern sowohl als Inspiration und gleichermaßen auch als Material für ihre Kunst. Objekte von der Straße, von Anwohner*innen werden eingearbeitet in die sich parasitär in den Ausstellungsräumen ausbreitende Kunstinstallation – eine Landschaft der Unbeständigkeit, in der fortlaufend neue Bedeutungszusammenhänge entstehen und wieder vergehen. Ihre Kunst kennt keinen Endzustand, sondern befindet sich in einem permanenten Prozess. 

In Vorbereitung der Performance sucht das Künstlerpaar seit Anfang März Kontakt zu Anwohnern, lokalen Vereinen und Verbänden, um möglichst tief in das Gefüge des Viertels einzudringen. Sie beziehen Menschen jeder Herkunft in ihr Projekt ein und bitten sie um Material, das sie in ihre Kunstlandschaft integrieren. Moabit wird so selbst Teil der performativen Installation PROCESSING:MOABIT.

Globalisierung und Migration, oftmals wahrgenommen als Auflösungserscheinungen und Verlust von Heimat, betrachten Duca und Detje wertfrei als eine gesellschaftliche Entwicklung, aus der ein Überfluss an fremden und vertrauten Objekten entsteht. Ihre Installationen entwickelt das Künstlerpaar aus der reinen ideologiefreien Oberfläche des Materials. Visuell, kultur- und sprachübergreifend arbeiten die beiden an einer Ästhetik des Nebeneinanders. Eines Nebeneinanders in einem nicht wertenden und damit für alle Sichtweisen offenen Raum. So geht es ihnen auch bei PROCESSING:MOABIT um die Schaffung eines ästhetischen Raums, der diese Offenheit ermöglicht.

Das Künstlerpaar Robin Detje und Elisa Duca 

Elisa Duca ist Performance- und Installationskünstlerin. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung und studierte Theater, Film und Kunstgeschichte am Institut DAMS – Drama, Art and Music Studies der Universität Bologna. Sie unterrichtet und coacht Jugendliche und Erwachsene in Performancetechniken, unter anderem am Maxim-Gorki-Theater an der Universität der Künste und am Deutschen Theater in Berlin, und hat im Jahr 2017 das Künstlerinnen-Förderprogramm Goldrausch abgeschlossen. Soloarbeiten von Elisa Duca waren in Berlin im Kunstquartier Bethanien und im Haus am Lützowplatz zu sehen.

Robin Detje ist ausgebildeter Schauspieler und war lange Kritiker, u.a. für die ZEIT, die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Berliner Zeitung“. Er ist Autor des Buches „Castorf – Provokation aus Prinzip“ (Berlin 2002). Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er als literarischer Übersetzer (von Kiran Desai, Gary Shteyngart, William T. Vollmann, Joshua Cohen u.a.) und wurde für seine Arbeit 2014 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und 2017 mit dem Preis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung geehrt.

Gemeinsam haben sie unter dem Namen bösediva seit 2009 Arbeiten in Berlin (u.a. im silent green Kulturquartier, in den Sophiensaelen, im Roten Salon der Volksbühne) und im In- und Ausland gezeigt (u.a. in Dresden, München, Mannheim, Bologna, Mailand, Bangalore, Taipeh). Sie wurden vom Berliner Senat, den Goethe-Instituten Bangalore und Taipeh und vom Hauptstadtkulturfonds gefördert.   

 

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