Lossprechungsfeier der Brauer und Mälzer in der Herforder Brauerei – Junggesellen erhielten ihre Zeugnisse und feierten sich

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(hob) Es gibt Tage im Leben, die muss man ausgelassen feiern. Dazu gehört sicherlich der Tag der Gesellenprüfung. Traditionell am letzten Schultag in Nordrhein-Westfalen, wurden die ehemaligen Auszubildenden im Brauer- und Mälzerhandwerk feierlich losgesprochen. Diesmal wurden die 29 frischgebackenen Junggesellen in der Herforder Brauerei gefeiert. 

Als Hausherr und Gastgeber konnte Braumeister Thomas Stukenborg neben den ehemaligen Azubis auch zahlreiche Verwandte, Freunde und Lehrer im Gästezentrum der Herforder Brauerei in Hiddenhausen begrüßen. „Bei diesen Leistungen macht es uns als Ausbildungsbetrieb natürlich sehr viel Spaß und Freude, jungen Menschen einen Lehrberuf mit tollen Zukunftsaussichten zu bieten“. Wie erfolgreich die Ausbildung war, konnten die beiden Brauer und Mälzer der Herforder Brauerei unter Beweis stellen. Sie durften für die Lossprechungsfeier ein eigenes Bier einbrauen.

Als Chef der Prüfungskommission zeigte sich Oliver Landsberger begeistert von der Leistung seiner neuen Kollegen. „Von den 30 zur Prüfung angetretenen Auszubildenden haben 29 bestanden. Und das durchweg mit guten oder sehr guten Noten. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen um unseren Berufsstand. Im Gegenteil: Die nordrhein-westfälischen Brauereien können sich über zahlreiche Bewerbungen von geeigneten Schulabgängern freuen. Das ist eine echte Ausnahme in den heutigen Handwerksberufen.“

Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat natürlich die schulische Ausbildung der angehenden Brauer und Mälzer. „Das Duale System hat sich in der Berufsausbildung junger Menschen bewährt“, meint Studiendirektorin Sabine Droste, Leiterin der Außenstelle „Ruhrallee“ des Fritz-Henßler-Berufskollegs in Dortmund. „Gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben führen wir die Auszubildenden während der dreijährigen Ausbildung ans Ziel. Wer sich für diesen sehr anspruchsvollen Beruf interessiert, sollte einen Hang zur Naturwissenschaft und zum Handwerk haben. Wer dann auch noch zur Schichtarbeit bereit ist und eine gewisse Affinität zur Digitalisierung besitzt, hat genau den richtigen Beruf gewählt.“

Heinz Linden vom Brauereiverband NRW lobte einmal mehr die tollen Leistungen der Auszubildenden. „Dies ist ein erster wichtiger Schritt auf einem spannenden Weg in die berufliche Zukunft“, sagte der Geschäftsführer zu den jungen Männern. „Mit diesem Gesellenbrief können viele Türen geöffnet werden, denn Brauer und Mälzer werden als Experten überall gesucht.“ Nach seinen Grußworten zeichnete Linden die Prüfungsbesten aus. Auf dem dritten Platz landete Alexander Maximilian Wendt von der Warburger Brauerei. Dafür bekam er einen Scheck über 100 Euro. Für den Zweitplatzierten Kai Henning Vormbrock von der Herforder Brauerei gab es 200 Euro und für Platz eins sogar 300 Euro. Den sicherte sich Felix Gabriel von der Privatbrauerei Jakob Stauder in Essen.

Dass man auch noch als „Spätberufener“ eine Ausbildung im Handwerk erfolgreich absolvieren kann, stellte Felix Gabriel eindrucksvoll unter Beweis. Nach 20 mehr oder weniger leidenschaftslosen Semestern, schmiss der heute 38-Jährige sein Informatikstudium und begann seine Ausbildung in der Privatbrauerei Stauder.  „Was vor vielen Jahren als Hobby seinen Anfang nahm, habe ich jetzt mit meiner Gesellenprüfung abgeschlossen“, erzählt der Jahrgangsbeste. Und wie sieht jetzt die Zukunft aus? Studium oder Handwerk? „Studieren kommt für mich nicht mehr infrage. Vielleicht mache ich mich irgendwann einmal mit einer kleinen Handwerksbrauerei selbstständig. Das wäre mein Traum.“

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