Abschied von der Telefonzelle

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Im April 2019 war es soweit: Ein Unternehmenssprecher verkündete den Abbau der letzten offiziell von der Telekom betriebenen gelben Telefonzelle in Deutschland.

Mit dem Siegeszug von Handy und Smartphone endet nun auch die Ära der Telefonzellen. Anlass für den Historiker Eckart Schörle, diesem Gegenstand der Alltagskommunikation des 20. Jahrhunderts ein kleines Denkmal zu setzen.

Für die Smartphone-Generation ist die Telefonzelle ein Fossil vergangener Zeiten, die Älteren verbinden damit Erinnerungen an das Zeitalter des privaten Telefongesprächs, das von zu Hause oder vom Telefonhäuschen aus geführt wurde – im Gegensatz zum Mobiltelefon abgeschirmt von der Außenwelt. Heute haben sich die Verhältnisse umgekehrt.

Die Telefonzelle kann auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Die ersten Exemplare wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Hotels oder in der Börse aufgestellt, nach der Jahrhundertwende gelangten sie auf die öffentlichen Plätze, wo sie sich bald rasant verbreiteten. Es gab zahlreiche unterschiedliche Telefonzellentypen und Münzfernsprecher, auch die Farben variierten. So setzte sich beispielsweise die Farbe Gelb erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch. Groß war die Empörung, als die Telekom im Zuge der Privatisierung in den 1990er-Jahren die gelben Häuschen durch Modelle im neuen Magenta-Design ersetzte.

Eingang hat die Telefonzelle auch in die Filmgeschichte gefunden. Im Film ist sie der rettende Ort, wenn bedrohte Protagonisten per Telefon Hilfe herbeirufen können, aber manchmal auch ein Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Regisseur Joel Schumacher hat der Telefonzelle sogar einen ganzen Film gewidmet ("Nicht auflegen!") und "Dr. Who" reist mit ihr seit über einem halben Jahrhundert erfolgreich durch die Epochen.

Das Verschwinden der Telefonzelle im Handyzeitalter bedeutet jedoch nicht deren völliges Ende. Mittlerweile gibt es zahllose Ideen zur kreativen Nachnutzung der ausgedienten Telefonhäuschen, ob als Bücherzelle, Dusche, Disko oder Aquarium. Die Fantasie kennt keine Grenzen. Viele Privatleute oder Kommunen haben alte Telefonzellen von der Telekom übernommen, sodass die gelben Telefonhäuschen immer noch hier und da zu sehen sind.

Mit dem Abbau der letzten gelben Telefonzelle in St. Bartholomä am bayerischen Königssee ist die Geschichte also nicht abgeschlossen. Wer mehr darüber erfahren will, wird in Eckart Schörles Buch " Eine kleine Geschichte der Telefonzelle " fündig. – Und Sie? Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an die Telefonzelle denken? Wann haben Sie zum letzten Mal eine Telefonzelle benutzt?

Eine kleine Geschichte der Telefonzelle, Eckart Schörle
Taschenbuch, Softcover, DIN A5, 120 Seiten
Erschienen im Buch und Bild Verlag
ISBN-13: 978-3926341099

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Bereits mit 21 Jahren hat sich Hajo Schörle 1984 mit einer Werbeagentur und in der Folge mit dem Buch und Bild Verlag selbstständig gemacht. Er arbeitet für kleine und Mittelständische Unternehmen als Grafikdesigner und Berater, gibt Workshops und Kreativseminare und veröffentlicht zusammen mit seiner Schwester Bücher und Buchprojekte wie z. B. die FragenMagie. Als er im Jahr 2000 seinen Neubau auf dem Wolfsberg bezog, installierte er eine der ersten größeren Solaranlagen im Raum Nagold und war zu dieser Zeit schon auf der Suche nach einem Alternativen Firmenfahrzeug. Aber erst 2009 konnte er sein erstes Elektroauto als Firmenfahrzeug anmelden. Mit der Reihe der Mini-Lese-Bücher erstellt Schörle zu Themen und Berufsgruppen kleine Büchlein, die in eine schön illustrierten Geschichten verpackt werden.

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