Warum für manche Schmerzmittel die Rezeptpflicht gilt

Warum sind manche Schmerzmittel rezeptpflichtig? Während man Aspirin oder Ibuprofen in der Apotheke ohne Rezept erhält, braucht man für andere Präparate eine Verordnung vom Arzt. Starke Schmerzmittel haben oft schwere Nebenwirkungen oder machen abhängig. Der Grund für die strengen Regelungen ist also der Schutz der Patienten.

Verschiedene Arten von Schmerzmitteln

Das Arzneimittelgesetz hat drei Kategorien von Medikamenten festgelegt: frei verkäuflich, apothekenpflichtig und rezeptpflichtig (inkl. BtM-rechtlich geregelte Substanzen). Im Vordergrund steht dabei immer die sichere Anwendung. In Deutschland entscheidet das Gesundheitsministerium, welche Regel für welches Medikament anzuwenden ist. Meist gründet die Entscheidung auf der Empfehlung eines Ausschusses, dem Ärzte, Pharmazeuten und Forscher angehören. Diese Regelungen sind nicht in allen Staaten einheitlich. So kann man zum Beispiel in den Niederlanden Mittel im Supermarkt kaufen, die man bei uns nur in der Apotheke bekommt.

Frei verkäufliche Schmerzmittel

Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo man viele Mittel im Supermarkt kaufen kann, sind alle "echten" Schmerzmittel in Deutschland zumindest apothekenpflichtig. Manche frei verkäufliche Präparate aus dem Drogeriemarkt können zwar durchaus bestimmte Schmerzen lindern, sind aber nicht dazu geeignet, starke Schmerzen zu behandeln. Dazu zählen unter anderem  Pflaster, Gels und Salben gegen Muskel- und Gelenkschmerzen sowie einige niedrig dosierte Mittel gegen Halsschmerzen.

Apothekenpflichtige Schmerzmittel

Apothekenpflichtige Medikamente dürfen nur in Apotheken und auch dort nur durch Fachpersonal an den Verbraucher abgegeben werden. Diese Regelung kommt zur Anwendung, wenn man davon ausgeht, dass die Beratung in der Apotheke ausreicht, um den Kunden über die Risiken und Nebenwirkungen zu informieren. Die wichtigste Gruppe rezeptfreier Schmerzmittel sind die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese wurden früher vor allem zur Behandlung rheumatischer Schmerzen eingesetzt. Im Gegensatz zu anderen Rheumamitteln enthalten sie aber keine Steroide. Heute setzt man sie bei vielen Arten von Schmerzen ein, von Kopfweh über Zahnschmerzen bis hin zu Menstruationsbeschwerden. NSAR hemmen außerdem Entzündungen und senken Fieber. Bis zu einer bestimmten Dosierung kann man manche dieser Schmerzmittel ohne Rezept kaufen. Die wichtigsten NSAR sind:

  • Acetylsalicylsäure („Aspirin“ bis zu 500 mg pro Tablette)
  • Diclofenac (bis zu 25 mg pro Tablette)
  • Ibuprofen (bis zu 400 mg pro Tablette)
  • Naproxen (bis zu 250 mg pro Tablette)

Ein weiteres verbreitetes Schmerzmittel ist Paracetamol, das man bis 500 mg ohne Rezept kaufen kann. Es lindert ebenfalls die Schmerzen und wirkt fiebersenkend, hat aber keine entzündungshemmenden Eigenschaften.

Schmerzmittel rezeptpflichtig

Wenn ein Medikament der ärztlichen Überwachung bedarf, stuft es der Gesetzgeber als rezeptpflichtig ein. Es gibt mehrere Gründe, warum ein Medikament so eingestuft werden kann:

  • Neue Wirkstoffe, deren Neben- oder Wechselwirkungen man noch nicht gut genug kennt, gibt es nur auf Rezept. Stellt sich heraus, dass die Risiken vertretbar sind, kann das Mittel nach einiger Zeit aus der Rezeptpflicht entlassen werden. Das war zum Beispiel bei Naproxen im Jahr 2002 der Fall.
  • Schmerzmittel, die sich zum Missbrauch als Droge eignen und/oder abhängig machen, sind ebenfalls rezeptpflichtig. Dazu zählen unter anderem alle mittelstarken bzw. schwach wirksame Opioide wie Tilidin oder Tramadol. Starke Opioide wie Morphin oder Fentanyl gelten als Betäubungsmittel. Für sie gilt eine verschärfte Verschreibungspflicht (nur durch Fachärzte; fälschungssichere Rezepte).
  • Wenn die Nebenwirkungen stark von der Dosis abhängig sind, gibt es manche Präparate in hohen Dosen nur auf Rezept. Ein Beispiel dafür ist Paracetamol, das bei zu hoher Dosierung zu Magenblutungen führt und die Nieren schädigt.

In Deutschland sind rezeptpflichtige Schmerzmittel auch auf der Verpackung als solche gekennzeichnet. Ein Rezept kann jeweils nur einmal eingelöst werden. Apotheken, die vorsätzlich oder fahrlässig gegen die gesetzlichen Vorschrift verstoßen, riskieren hohe Strafen.

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Veröffentlicht von:

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