Gruppenausstellung “The Process of Becoming – zeitliche Dimensionen der Skulptur”

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In der Ausstellung „The Process of Becoming – zeitliche Dimensionen der Skulptur“ thematisieren acht internationale  Künstler*innen das Medium Skulptur neu und  befassen sich mit der Frage, wann und wo der Werkprozess beginnt und wann und wo er endet. Sie fordern den klassischen Skulpturenbegriff heraus, indem sie den Prozess der Entstehung und der Betrachtung der Kunstwerke und das vermeintlich „Unfertige“ in den Mittelpunkt stellen. 

Die Künstler*innen arbeiten in ihren Werken unter anderem mit Stahl, Plastik, Video, auch mit dem menschlichen Körper- und vor allem mit der immateriellen Zeit. Denn: “Skulptur enthält immer auch eine zeitliche Dimension. Sie kann mehr oder weniger deutlich im einzelnen Werk sein. Skulptur ist mit Bewegung verbunden und Bewegung kann nur im Zeitverlauf stattfinden“, so die beiden Kuratoren und gleichzeitig auch teilnehmenden Künstler Anna Borgman und Morten Stræde.

„Zeit“ als skulpturales Material wird in der Ausstellung in ganz vielfältiger Weise eingesetzt. Zum Beispiel durch Einbeziehung des menschlichen Körpers, wie bei den Videoarbeiten „New Human“ von Katja Bjørn. Hier experimentiert die Künstlerin mit der Symmetrie des menschlichen Körpers und zeigt in unterschiedlichen Perspektiven Video-Collagen eines Körpers, der aus einem männlichen und einer weiblichen Körperhälfte besteht. Die scheinbare Einheit des Körpers wird entlarvt durch die zeitversetzte Atmung, der Augen-Bewegungen und der Gliedmaßen der unterschiedlichen Körperhälften. Oder bei Heine Klausens Skulptur „I swear I hate you“, bei der während der gesamten Dauer der Ausstellungseröffnung zwei sich umarmende Männer auf einem Sockel stehen.

Bei Thomas Feuersteins Skulptur „PARLIAMENT“ wandern verschiedene Sorten von Schleimpilzen (Mycetozoa) auf der Suche nach Nahrung durch die Rohre einer Glas-Skulptur. In einem Nahrungsdepot in der Mitte des Behältnisses werden diese im Verlauf der Ausstellung aufeinander treffen. Was dann geschieht ist offen: Werden sich die einzelligen Lebewesen dort vereinen oder getrennt voneinander weiter wachsen?

Eine Skulptur, die sich jeden Tag neu erschafft, zeigt Morten Stræde unter dem Titel „The Play“: Aus einer Anhäufung von gesammelten Gegenständen, die auf andere Zeiten außerhalb der gegenwärtigen Skulptur verweisen, lässt der Künstler täglich per Zufallsgenerator ermitteln, welche Versatzstücke der Skulptur an diesem Tag von den Mitarbeitern der Galerie neu arrangiert werden sollen.

Mit ihrer mehrteiligen Skulptur „Conveyor Belt“ thematisiert Anna Borgman das manische Streben der Gesellschaft nach neuen Produkten, die quer über die ganze Welt verschickt werden. Was auf den von der Künstlerin entworfenen und gebauten Fließbändern transportiert werden soll, bleibt offen. Die Bänder bleiben leer und führen hin auf einen Bildschirm auf dem eine Animation mit fliessendem Wasser zu sehen ist. 

 

 

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