Concerto Kölns Album „Quinta essentia“ mit Werken von Francesco Geminiani erscheint am 20.09.2019

Schon seit vielen Jahren gilt das Ensemble Concerto Köln als „musikalisches Trüffelschwein“. Immer wieder machen sie große Entdeckungen, suchen nach verborgenen Schätzen und vor allem: Sie vergessen nicht! In sehr guter Erinnerung haben die Musiker des Ensembles zum Beispiel auch Francesco Geminiani (1687–1762). Auf der neuen und 13. Aufnahme für Berlin Classics widmen sie sich der Quintessenz dieses Komponisten.

Woran es liegt, dass Francesco Geminiani heutzutage nicht in einem Atemzug mit den anderen Größen des musikalischen Barock genannt wird, ist eigentlich nicht zu erklären. Neben Corelli und Händel war er es, der im Großbritannien des 18. Jahrhundert richtig Karriere machte. Concerto Köln hat ihn nicht vergessen, im Gegenteil, es verehrt ihn als einen der ganz Großen. Aus unterschiedlichen Teilen seines Œuvres wählte es seine persönlichen Lieblinge aus: Geminianis Quintessenz.

Komponist, Geigenvirtuose, reisender Künstler, ebenso Kunsthändler und -sammler, Musikschriftsteller und Musikwissenschaftler – Francesco Geminianis Leben und insbesondere seine Reisen lesen sich nicht wie die typische Geschichte eines mehr oder weniger sesshaften barocken Komponisten. Im Vergleich zu Johann Sebastian Bach, der in seinem Leben einen Radius von 200 km kaum überschritten hat, war Geminiani ein Weltreisender, unterwegs von Rom über Paris bis nach Dublin. Es scheint, dass sich diese Rastlosigkeit in seiner Musik niederschlägt. Er galt als kapriziös, als jemand, der häufig von feststehenden Regeln abwich.

Was heute schwer vorstellbar ist, war damals gang und gäbe: Werke anderer Komponisten, aber auch eigene Kompositionen wurden umgearbeitet und für andere Solo-Instrumente oder Orchester arrangiert. Bei Geminiani führte die Vielzahl seiner eigenen und fremder Bearbeitungen jedoch auch zu dem Ruf, unoriginell und fantasielos zu sein. Sein größter Fürsprecher und Schüler Charles Avison und auch andere Gelehrte der Zeit lobten ihn jedoch in höchsten Tönen. Durch die Herangehensweise, unaufhörlich zu komponieren und umzuarbeiten, teilt sich Geminianis Gesamtwerk in seine Concerti Grossi, deren Bearbeitungen, die Umarbeitungen seiner Sonaten zu Concerti Grossi und Umarbeitungen von Sonaten anderer Komponisten zu Concerti Grossi. Concerto Köln und für das Projekt federführend der Fagottist Lorenzo Alpert: „Wir haben aus jedem Opus von Concerti Grossi und den unterschiedlichen Sammlungen von umgearbeiteten Werken jeweils ein bzw. zwei Werke ausgesucht, die wir für die schönsten und gelungensten Kompositionen halten.“

Ausschlaggebend für die Interpretation war jedoch auch die Tatsache, dass Geminiani eine Vielzahl an spieltechnischen und interpretatorischen Lehrschriften hinterlassen hat. „Diese reichen Informationsquellen haben es uns ermöglicht, manch überraschendes und ungewöhnliches Stilelement bei der Interpretation seiner Concerti Grossi einzusetzen“, so Alpert. „Sie haben zu dieser besonderen und sehr persönlichen „Quinta Essentia“ geführt“, welche auf CD und Doppelvinyl erhältlich sein wird. www.concerto-koeln.de

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