Gesellschaftsproblem ohne Lösung – die Pflege

Im September 2017 konfrontierte der Pflege-Azubi Alexander Jorde die Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Wahlarena vor Millionen von Zuschauern mit den unhaltbaren Zuständen in der Pflege.

Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist das Thema ein Muss in der Politik, den Medien und in der Öffentlichkeit. Die daraufhin entbrannte längst überfällige Diskussion fand in unzähligen Talk-Runden, der Medienberichterstattung in Print, TV und Radio statt. Das Problem-Thema Pflege hat heute einen festen Platz in der politischen Diskussion und in den politischen Programmen vom jetzigen Gesundheitsminister Jens Spahn bis zu den gesundheitspolitischen Sprechern aller Parteien. Aber Lösungen brauchen Zeit und bis dahin bleibt die Situation insbesondere in den Pflegeheimen unverändert.
Die Details dazu sind allgegenwärtig: Es sind teilweise skandalöse Zustände in den Pflegeheimen, die Behandlung der Heimbewohner ist größtenteils menschenunwürdig, Angst, Einsamkeit, Vernachlässigung bis hin zu Misshandlungen machen ein Pflege- und Altenheim zu einem Albtraum. Wo bleibt die Würde des Menschen im Alter?

Albtraum Pflegeheim

Ein Zeitbeschleuniger für die politischen Entscheidungsprozesse über Veränderungs- und Hilfsmaßnahmen, wie auch um das Thema wieder auf die Praxis und die leidvollen Situationen vor Ort zu lenken, aber auch aktuell in der Meinungsbildung prominent und bedeutsam zu halten, ist das gerade erschienene kritische Buch: Albtraum Pflegeheim, Riva Verlag .
Eine fundierte und aufrüttelnde Analyse der Situation in den Pflegeheimen haben Eva Ohlerth und Co-Autor Frank Wittig in ihrem Buch "Albtraum Pflegeheim" vorgelegt. Sie berichten aus der Praxis und von ihren Erfahrungen über die furchtbaren Zustände in vielen deutschen Pflegheimen. So werden Senioren mit Medikamenten ruhiggestellt, in Windeln gelegt oder per Schlauch durch die Bauchdecke ernährt um als problem- und willenlose Verfügungsmasse durch den Heimbetrieb geschleust zu werden. So wird Zeit gespart und der Gewinn für die Heimbetreiber maximiert.

Als eine der ersten Autorinnen richtet hier eine erfahrene Pflegekraft den kritischen Blick auf das System Pflegeheim. Eva Ohlerth stellt diese Missstände jedoch in einen neuen Zusammenhang jenseits der altbekannten Kritik an den Finanzierungsverhältnissen: Jahrelang wurden zur Profitmaximierung Kräfte eingestellt, die weder fachlich noch menschlich die Voraussetzungen für den Beruf erfüllen. Ungelernte Hilfsarbeiter übernahmen die anspruchsvollen Aufgaben der Pflege – und scheiterten. Die Altenpflege mutierte zu einem Sammelbecken für gescheiterte Existenzen, oft unfähig zu Mitgefühl und ohne die so unerlässliche kommunikative Kompetenz. Die Folge: Ein ganzer Berufsstand wurde abgewertet, qualifizierte Kräfte flüchteten reihenweise in andere Branchen. Das Buch ist ein Leitfaden und eine Programmschrift für Angehörige und Pflegekräfte. Denn unsere Mütter und Väter haben Besseres verdient. (rs)

Zu den Autoren:
Eva Ohlerth, Jahrgang 1959, arbeitet seit über 30 Jahren in der Pflege. Ihre Erfahrungen sammelte sie in sozialtherapeutischen Langzeiteinrichtungen, in der ambulanten Pflege und in verschiedenen Pflegeheimen im In- und Ausland.
Dr. Frank Wittig studierte Literaturwissenschaft und Psychologie und arbeitete als Wissenschaftsjournalist für verschiedene Magazine und Zeitungen. Seit 1996 ist er Redakteur und Autor beim Südwestrundfunk in der Abteilung Wissenschaft mit dem Schwerpunkt Medizin.

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