„Private Anbieter von studentischem Wohnraum sind ein Teil des Puzzles“

Valérie Bensiek, Managing Director bei Global Student Accommodation (GSA) Germany, über die Wohnraumknappheit bei Studierenden und den Beitrag privater Studentenunterkünfte

Frau Bensiek, zum Beginn des neuen Wintersemesters ist der Begriff „Wohnungsnot“ in gefragten Uni-Städten wie Frankfurt oder Berlin sehr präsent. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Valérie Bensiek: Die urbane Wohnraumknappheit ist ein äußerst vielschichtiges Problem und betrifft unterschiedliche Personengruppen, meist mit geringem Einkommen. Studierende sehen sich bei der Suche nach Wohnraum gleich mit mehreren Problemen konfrontiert: Zum einen gibt es einfach nicht genügend kleine Wohneinheiten auf dem regulären Mietmarkt. Dann sind Studierende aufgrund ihrer Einkommenssituation bei privaten Vermietern nicht  unbedingt beliebt und konkurrieren mit Personengruppen, die „stabilere“ Verhältnisse aufweisen können. So werden auch in diesem Jahr wieder vorübergehende Notschlafstellen in großen Uni-Städten eingerichtet, für Studierende, die beim Semesterstart noch keine passende Bleibe gefunden haben. 

Sie bieten in großen Uni-Städten private Studentenunterkünfte an. Worin sehen Sie Ihren spezifischen  Ansatz, Wohnraum für Studierende zu schaffen?  Inwiefern tragen Sie damit zur Verbesserung der allgemeinen Wohnraumsituation bei?

Valérie Bensiek: Heute leben Studierende selten zu Hause, was in Sachen Wohnraum sicher die einfachste Lösung wäre. Im Gegenteil: Es zieht sie, aus völlig verständlichen Gründen, hinaus in die neue, aufregende Stadt oder sogar ins Ausland. In der neuen Stadt ist es ihnen dann wichtig, sich schnell zu vernetzen. Die Nähe zur Uni und/oder zur Innenstadt spielen bei der Auswahl der Wohnung eine wichtige Rolle. Private WGs sind immer noch ein beliebtes studentisches Wohnmodell, allerdings gibt es selten geeignete Wohnflächen in zentraler Lage und wenn doch, dann ist dieser Wohnraum häufig überteuert oder für Studierende gar nicht erst zugänglich. Gerade WG-taugliche Wohnungen sind auch für Familien geeignet, die häufig bessere Sicherheiten bieten können. Eine Alternative sind geförderte Wohnheime, von denen es aber deutlich zu wenig gibt, um die Nachfrage abzudecken.

Wir als privater Anbieter sehen uns als ein Teil des Puzzles, wenn es um die Schaffung von studentischem Wohnraum geht. Hier sind alle Akteure gefordert, denn die Bedürfnisse der Studierenden sind ebenso unterschiedlich wie ihr Budget. Bund und Länder müssen den Bau von gefördertem studentischen Wohnraum (z.B. über die Studentenwerke) unterstützen. Privaten Vermietern muss es durch Anreize attraktiver gemacht werden, ihre Wohnungen an Studierende zu vermieten. Und nicht zuletzt können Anbieter von privaten Studentenwohnheimen wie wir einen Teil der Nachfrage bedienen. Wir verstehen uns als Ergänzung zu den klassischen Studentenwohnheimen und als Alternative zu schwer zugänglichen WG-Zimmern in der Innenstadt. Unsere Mietpreise richten sich nach dem Mietpreisspiegel der jeweiligen Städte. Dabei bieten unsere All-inclusive Mieten aber über das möblierte Apartment hinaus absolute Sicherheit bei den Nebenkosten sowie umfassende Serviceleistungen – vom Ansprechpartner in allen Lebenslagen über Gemeinschafts- und Lernräume bis hin zu Events und Aktionen, die das Studentenleben bereichern. Über 50 Prozent unserer Bewohner sind ausländische Studierende, die es auf dem Wohnraummarkt sehr schwer haben. Unser Anspruch ist es, den Studierenden ein tolles (Wohn-)Erlebnis zu bieten: an ihren Bedürfnissen ausgerichtet und mit kurzen Wegen zu Universität und Innenstadt.

Es geht bei der Schaffung von studentischem Wohnraum also nicht nur um den Wohnraum selbst, sondern auch um die Wohnform und das Wohnumfeld, richtig?

Valérie Bensiek: Ja, absolut. Denn zur Diskussion um Wohnraumknappheit und Mietpreise gesellt sich noch ein weiterer Aspekt. Der Übergang ins Studentenleben ist ein einschneidendes Erlebnis, bei dem sich junge Menschen oft in eine neue Stadt und in jedem Fall in ein neues System einfinden. Eine fragile Lebensphase! Bei aller Euphorie über die neugewonnene Selbstständigkeit führt das auch regelmäßig zu Stress bis hin zu psychischen Erkrankungen. Gemeinschaftliche Formen des Wohnens, wie sie in Studentenunterkünften angeboten werden, tragen auch dazu bei, dass Studierende nicht vereinsamen und die besten Bedingungen für ihren Studienerfolg vorfinden. Wir leisten also auch einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden unserer Studierenden.

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