Internationale Lichtkunst Biennale in Hildesheim: 23. bis 26. Januar 2020

Die internationale Lichtkunst Biennale in Hildesheim findet zum dritten Mal statt: EVI Lichtungen, im Januar 2020, ist der einzige Lichtkunst-Parcours dieser Art in Deutschland: Dort treffen moderne Lichtkunst-Arbeiten von 20 internationalen Künstlern auf Weltkulturerbe-Stätten, wie z.B. den Hildesheimer Dom, auch dieser wird zu einer Kunst-Location. Genauso wie die Michaeliskirche, die der Italiener Fabrizio Plessi, Teilnehmer der documenta (1987)  und der 42. Venedig Biennale, mit seiner Arbeit „La Stanza del Mare“ bespielt.
Oder auch der englische Lichtkünstler Nathaniel Rackowe, der seine Installation „Square Prism“ am Hohen Wall realisiert, einer Stadtwallanlage aus dem 15 Jahrhundert, während Hinrich Gross, Architekt und Bildender Künstler aus Hamburg, fundamental mit Licht in räumliche Strukturen eingreift, hier in einen Bau der 70iger Jahre der Stadtsparkasse.
Lichtkunst: Neon, Projektion und Schwarzlicht…Für Initiator und Projektleiter Klaus Wilhelm zeugt die „diesjährige Künstlerauswahl von einer hohen Qualität: Die Künstler haben speziell für Hildesheim neue Werke entwickelt oder bestehende Arbeiten angepasst. Für Orte, die Geschichte atmen oder auch Knotenpunkte in der heutigen Stadt bilden. Die Bandbreite reicht von Kirche, Bankgebäude bis zu Parklandschaft und Straßentunnel.“ Co-Kuratorin Alice Hinrichs (Gründerin der Lichtkunstplattform L.U.C.E.): „Es wird spannende Arbeiten mit Skulpturen, Projektionen und Performances geben. Die Installationen und Inszenierungen haben dabei einen klaren Interventionscharakter und werden sicherlich Diskussionen anregen. Wir sind auf die Realisierung der Konzepte unserer international agierenden Künstler_innen sehr gespannt – mit Neon, Projektion und Schwarzlicht."20 internationale Künstler und ihre Arbeiten in HildesheimDie französische Multimediakünstlerin Nathalie Junod Ponsard erleuchtet mit ihrer Arbeit „A Circular Wandering“ die Fassade des Hildesheimer Landgerichts. Die Umsetzung erfolgt mit einer Kombination aus programmierten Farbverläufen und Schattenspielen. Das von ihr transformierte Gebäude wird zu einem mehrfarbigen Portal für die EVI LICHTUNGEN an einem der Hauptverkehrsknotenpunkte der Stadt und ist auch für Autofahrer_innen, die nach Hildesheim kommen, gut sichtbar.  Das Werk „ECHO“ ist eine audiovisuelle Zusammenarbeit zwischen zwei niederländischen Künstlern: dem bildenden Künstler Jaap van den Elzen und dem Musikkomponisten Augusto Meijer. „ECHO“ untersucht die räumlichen und architektonischen Qualitäten der St. Andreas Kirche durch ein synergetisches Erlebnis von Klang und Licht.  Der britisch-deutsche Künstler Sebastian Kite verwandelt das zentrale Atrium der Glashalle der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine in der Speicherstraße mit seinem Werk „Inner, Outer, Other“ in ein jenseitiges Erlebnis: In der Mitte des Atriums taucht eine kreisförmige Scheibe aus hellweißem Licht auf. Das Licht wird von einer flachen schwarzen Wasserebene umhüllt, die das Innere reflektiert und den Raum verdoppelt. Das Publikum kann frei auf der Wasseroberfläche herumlaufen und damit das Erscheinungsbild beeinflussen. In seiner ortsspezifischen Installation „Widerstandsmoment“ für die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen unternimmt Hinrich Gross den Versuch, die Oberflächen des 70er-Jahre-Baus zu verformen oder visuell zu durchbrechen. Dabei setzt ihm die Gebäudegeometrie ihr Widerstandsmoment – ein Begriff aus der Festigkeitslehre – entgegen. Irritierend schieben sich dabei Realitäten verschiedener Layer übereinander. Die südkoreanische Künstlerin Jeongmoon Choi erleuchtet mit ihrer Installation „Drawing in Space“ die Dunkelheit des Kirchturmzimmers in der St.-Andreas-Kirche mit einer komplexen geometrischen Anordnung aus fluoreszierenden Fäden. Durch die Bewegungen der Besucher_innen scheint der Raum zu vibrieren.  Die Arbeit „IMMER & EWIG“ von Hartung und Trenz arbeitet mit der Architektur des Literaturhauses St. Jakobi und lässt Textzeilen mit Doppelbegriffen des alltäglichen Lebens, bestehend aus über 2000 Wörtern, in einer kontinuierlichen Bewegung durch das Gebäude wandern. Dabei enthalten sind sowohl Gegensätze, Verdoppelungen sowie Komplemente aus Dingen oder Personen.  Mit der Installation „Urban Vacillation“ verwandelt die Künstlerin Neža Jurman den Garten der St. Godehard Kirche in ein interaktives audiovisuelles Erlebnis. Schallinduzierende Metallfedern, die an verschiedenen Bäumen hängen, und Bewegungssensoren, die Lichteffekte auslösen, erzeugen ein Zusammenspiel von Zufallsreflexionen, ein interaktives Lichtmikroleben.  Der britische Künstler Nathaniel Rackowe illuminiert den Hohen Wall mit seinem Werk „Square Prism“ – einer zeitgebundenen, sequenzierten Installation, die speziell für den einzigartigen Aussichtspunkt in Hildesheim konzipiert wurde. Leuchtende Lichtlinien werden dabei abwechselnd illuminiert, bis das Werk zum Schluss der Sequenz einen Würfel, ein quadratisches Lichtprisma, bildet.  Verspiegelte Edelstahlplatten auf dem Boden über der Gruft der Annenkapelle im Dom-Kreuzgang bilden die Basis für die fluoreszierenden Strukturen der von der Künstlerin Tatjana Busch erschaffenen Installation „Frequencies“. Sowohl die gotischen Kappellenfenster, die Architektur als auch die Objekte spiegeln sich im Boden.  Auf dem Hindenburgplatz steigt ein leuchtender Zylinder von der polnischen Künstlerin Karolina Halatek empor. Die Besuchenden können das aus Nebel und weißem Licht bestehende Werk „Beacon“ betreten. Die Außenwelt wird dabei ausgeschlossen und die Wahrnehmung durch die unbekannte Sichtsituation herausgefordert.  Das Duo um die Multimediakünstler Martin Mayer und Quirin Empl bespielt in ihrer Installation „o.T. (architectural space intervention)“ mit beidseitiger Projektion den Neubau des Dommuseums und den darin enthaltenen Domlettner. Die markantesten Linien der bild- und ornamentreichen Fassade werden mit einer Tiefenkamera aufgenommen und mittels einer eigens entwickelten Software von den Künstlern mit Licht nachgezeichnet. Darüber hinaus werden die Formen auf die Außenseite des Gebäudes projiziert.  Katja Heitmanns audiovisuelle Installation „For iTernity” basiert auf dem berühmten Ballettsolo „The Dying Swan“. Das Besondere dabei ist, dass es keine physischen Tänzer_innen gibt, sondern einen in die „Cloud“ hochgeladenen Schwan. Die Besucher_innen können mit semitransparenten Bildschirmen versuchen, gemeinsam den Tanz des ewig sterbenden Schwans einzufangen.  Im Bernwardstollen setzt sich die Installation „Inversion“ von Jaqueline Hen mit der Vorstellung des Zusammentreffens zweier Dimensionen auseinander. Der Stollen wird zu einem Raum des Überganges, einer Art Passage, durch den sich eine andere Dimension in unsere Wirklichkeit stülpt. Hen wurde 2019 vom Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna zur Gewinnerin des International Light Art Award gekürt.  Interaktiv wird es beim „Dancing House“ von Klaus Obermaier auf dem Domhof. Das Projection-Mapping des österreichischen Medienkünstlers wird erst durch die aktive Teilnahme der Besucher_innen lebendig. Durch Bewegungen der Akteur_innen wird das Gebäude der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz zum Tanzen gebracht.  Wolfgang Jeske ist ein in Hannover lebender Installationskünstler und Bildhauer, der im Ernst-Ehrlicher-Park gleich zwei Arbeiten präsentiert. Mit „Refugium“ scheint ein Dorf aus Licht über einem Teich in der abendlichen Parklandschaft zu schweben. Ein fragiles Ensemble von Lichthäusern wird dafür über das Gewässer gespannt. „Die Spitze des Eisbergs“ fragt nach dem Grad der menschlichen Wahrnehmung und wird durch eine schwimmende Lichtinsel innerhalb des städtischen Parks visualisiert.  Mit der „Car Show“ wird ein Alltagsort zum Ausstellungsort. Die in Helsinki lebende Künstlerin Anne Roininen zeigt im Tunnel zur Nordstadt am Busbahnhof eine ortsspezifische Arbeit über das Zusammenspiel von Stadt, Ort und Autos. Umgestaltete Fahrzeuge werden zu einer künstlerischen Intervention. Während EVI LICHTUNGEN wird der Tunnel an fünf Tagen in den Abendstunden für den Auto- und Busverkehr gesperrt. Besucher_innen sind eingeladen, ihn zu Fuß zu erkunden.  Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM) wird vom interdisziplinären Kollektiv STRAN 22 aus dem slowenischen Küstengebiet bespielt. Ein interaktives mechanisches Gerät erzeugt mit Seifenwasser zerbrechliche Membranen, die fast psychedelische Texturen von Farbe und Licht erzeugen: Das Projekt „Soap Opera“ ist eine buchstäbliche Darstellung des Eintauchens in eine gegebene Realität, in der scheinbar allgegenwärtige Strukturen im Nichts verschwinden.  Mittels leuchtender Glasröhren, reflektierenden Scheiben und metallischen Objekten wird Thorbjørn Lausten aus Dänemark mit seiner Arbeit „Structure“ in der Galerie im Stammelbachspeicher die Raumverhältnisse in vier Skulpturen visualisieren. Die experimentelle Anordnung der an Boden und Decken befestigten Neonröhren gibt die Charakteristika der Räume wieder und taucht sie in buntes Licht.  Der international führende Videokünstler Fabrizio Plessi aus Italien präsentiert in der Michaeliskirche seine Arbeit „Stanza del Mare" zum ersten Mal seit 1993 wieder komplett der Öffentlichkeit. In der vorliegenden Arbeit verbindet Plessi Naturmaterialien mit technischen Geräten: Sie zeigt eine monumentale Skulptur bestehend aus zehn Eisenschränken. Die eingebauten Röhrenfernseher zeigen Videos von Meerwasser und Brandungswellen. Weitere Arbeiten entstehen durch lokale Kooperationen mit dem Hildesheimer Kunstverein sowie dem Kunstraum 53. Im Zuge dessen wird unter anderem im Kehrwiederturm die Masterarbeit „beLichtungen“ von Frederik Preuschoft ausgestellt.Die Künstler der EVI Lichtungen 2020: Nathalie Junod Ponsard, Künstler Jaap van den Elzen, Sebastian Kite, Hinrich Gross, Jeongmoon Choi, Hartung und Trenz, Neža Jurman, Nathaniel Rackowe, Tatjana Busch, Karolina Halatek, Martin Mayer, Quirin Empl, Katja Heitmanns, Jaqueline Hen, Klaus Obermaier, Wolfgang Jeske, Anne Roininen, Kollektiv STRAN 22, Thorbjørn Lausten, Fabrizio Plessi   Pressevorschau 22. Januar 2020 | 17.30 UhrTreffpunkt St.-Andreas-Kirche, Andreasplatz 5, 31134 HildesheimEinführung durch Kuratoren mit anschließender Führung.Um Anmeldung wird gebeten unter: info@kunstundhelden.de  Alternative Pressetermine und Interviews auf Anfrage möglich.  Detaillierte Informationen gibt es unter www.evilichtungen.de.  Pressekontakt:  kunstundhelden – Agentur für PR und ConsultingAnne Zdunek, a.zdunek@kunstundhelden.de, Tel. 0176 84 71 02 07Isabell Flohr, i.flohr@kunstundhelden.de, Tel. 0171 440 85 99

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