Mäuseolympiade

Wieder einmal regnet es, und die Mäusekinder nerven schon seit dem Frühstück, dass ihnen langweilig ist. Nun ist guter Rat teuer. Was soll man tun, damit sie Ruhe geben? Da hat Nepomuck die zündende Idee.
„Wir machen eine Olympiade. Das habe ich mit meinen Geschwistern auch schon gemacht.“
„Was ist das?“, will Luise wissen.
Ein kleiner Wettstreit. Es gibt drei Disziplinen, die ihr bestehen müsst. Jeder gegen jeden.“
„Ach nö, nicht schon wieder Sport“, meckert Luis.
„Jetzt stell dich nicht so an, Bruderherz“, kommentiert Fridolin. „Mach mit, dann wissen wir wenigsten schon, wer verliert. Schließlich verlierst du immer“, gibt er zynisch von sich.
Diese Worte treffen Luis wie ein Schlag. Mit gesenktem Kopf geht er zu einer Kiste und versteckt sich dahinter.
„Das war gemein“, kommentiert Lukas.
„Also – was ist jetzt mit der Olympiade? Habt ihr Lust?“, versucht Nepomuck die Stimmung zu heben.
„Ja, klar. Aber was gibt es zu gewinnen?“, will Willi wissen. „Wir brauchen doch einen Anreiz.“
„Dem Gewinner schnitze ich etwas. Was sagt ihr?“
„Oh ja, super. Lasst uns anfangen“, ruft Willi euphorisch.
Nepomuck schaut in die Richtung, wo Luis sich verkrochen hat. Kurzentschlossen geht er zu ihm.
„Hey Kleiner, komm, mach mit! Wenn du es nicht für deine Geschwister tust, dann für mich. Bitte“, gibt er sich Mühe, ihn zu überreden. „Du bist kein Verlierer. Zeig es ihnen. Ich zähl auf dich.“
„Na gut, ich mache mit.“
„So, nun erkläre ich euch die erste Disziplin“, verkündet Nepomuck. „Es ist Weizenkörnerweitwurf. Ihr stellt euch alle hier an die Linie. Jeder bekommt drei Körner und schmeißt diese nacheinander, so weit er kann. Wessen Korn am weitesten fliegt gewinnt.“
Gesagt getan. Amanda beginnt und schleudert ihre Körner los. Nun ist Willi dran, aber er schafft es nicht, die Körner seiner Schwester zu übertreffen. Und nun Luis. Sein erstes Korn kommt nicht einmal in die Nähe der anderen. Das zweite ebenso nicht.
„Verlierer, Verlierer!“, ruft Fridolin.
Luis schaut ihn bitterböse an.
„Los, Junge, du schaffst das!“, hört man auf einmal Finn und Susi rufen. „Wir glauben an dich.“
Diese Worte setzen ungeahnte Kräfte bei Luis frei. Er schleudert das Wurfgeschoss mit all seiner Kraft los, und es landet direkt neben dem von Amanda. Tosender Applaus ist zu hören. Fridolin, Luise, Emma und Lukas schaffen es nicht, diese Weite zu übertreffen, und somit stehen die ersten Gewinner fest.
Voller Stolz verkündet Nepomuck: „Es gibt zwei Sieger: Amanda und Luis! Einen großen Applaus bitte!“ und schon wird geklatscht, was die Pfoten hergeben.
Nun kommt Wettstreit Nummer zwei: Weizenkörner auf einem Strohhalm balancieren. Die Mäuse müssen einen Strohhalm ins Maul nehmen. Auf die andere Seite wird ein Korn gelegt, und sie müssen dieses über eine gewisse Distanz balancieren. Wer es unterwegs verliert, scheidet aus.
„Auf die Plätze, fertig, los!“, kommt das Startsignal. Fridolin, der seinen Bruder vorhin so geneckt hat, scheidet als erster aus. Wieder einmal ist er zu ungestüm und bezahlt dafür. Auf der Zielgeraden liefern sich Amanda und Emma ein Kopf an Kopf rennen. „Amanda, Amanda!“, feuern ihre Eltern sie an. Ebenso hörte man von Felix und Lilly ein lautes:  „Los, Emma, zeig es ihr!“
Das Ziel kommt immer näher und … um Haaresbreite schiebt sich Emma als erste über die Ziellinie. War das spannend! Völlig aus dem Häuschen hüpft sie hin und her.
„Gewonnen! Ich habe gewonnen!“, juchzt sie. Nepomuck lässt sich von dieser Freude anstecken und führt ganz spontan ein kleines Tänzchen auf. Alle lachen herzhaft.
„Glückwunsch, ihr beiden. Und nun geht es um alles. Disziplin Nummer drei: Weizenkörner in eine Schale werfen. Schaut mal da hinten. Ich habe aus Reisig für jeden von euch ein Gefäß gebastelt. Und dahinein müsst ihr eure Körner werfen.“
„Wann hast du die denn gemacht?“, fragt Luis erstaunt. „Dafür war doch jetzt zu wenig Zeit.“
„Ach, die habe ich die Tage schon gemacht. Einfach nur so aus Spaß. Du weißt doch, ich bastel gerne. Also, können wir anfangen?“
„Das ist doch viel zu leicht“, gibt Lukas großspurig von sich.
„Das sehen wir gleich, mein Lieber. Ich habe vergessen zu sagen, dass euch die Augen verbunden werden. Und ihr ganz nach Gefühl werfen müsst. Na, immer noch zu einfach, lieber Lukas?“
Als Lukas das hört, wird er ganz kleinlaut.
Nachdem alle Kinder die Augen verbunden haben, geht ein munteres Werfen los. Die Körner fliegen kreuz und quer, und schon gibt es ein erstes Opfer.
„Aua, das war meine Nase!“, ruft Lilly erbost.
„Autsch – und das war mein Ohr“, schimpft Finn.
Nepomuck kann sich ein Lachen nicht verkneifen und KLATSCH, nun wird auch er getroffen. Mit einem lauten „STOPP“ beendet der Kobold diese Disziplin. Nicht, dass doch noch jemand ernsthaft verletzt wird.
Beim Auswerten stellt sich heraus, dass Amanda erneut gewonnen hat. Dahinter folgen Lukas, Willi, Luis, Fridolin, Luise und Emma.
Voller Stolz verkündet Nepomuck den Gewinner. „Meine Damen und Herren, die Gewinnerin der Mäuseolympiade ist Amanda. Einen großen Applaus.“ Er schnappt sie sich und wirft sie ein kleines Stück in die Luft. Als Susi das sieht, schließt sie vor Schreck die Augen. Amanda jauchzt vor Freude.
Mit den Worten: „Kannst die Augen wieder aufmachen!“, stupst Finn seine Frau an. Man sieht ihr die Erleichterung an, als sie feststellt, dass ihr Kind wieder wohlauf in Nepomucks Hand gelandet ist.
„Deinen Gewinn bekommst du bald. Ich mache mich gleich an die Arbeit“, verspricht Nepomuck der glücklichen Gewinnerin.
„Und was schnitzt du mir?“, will Amanda wissen.
„Lass dich überraschen.“
© Kummer/Erdiç

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Kummer

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Britta Kummer ist Autorin. Sie schreibt Kinder-, Jugend- und Kochbücher, wurde in Hagen geboren und wohnt heute in Ennepetal.

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