Der Schnuller! Das solltest du beachten, wenn dein Baby einen Schnuller benutzt

Jedes Baby hat einen angeborenen Saugreflex zur Nahrungsaufnahme. Durch das Saugen wird die Milchproduktion in der Mutterbrust angeregt und die Milch schießt ein.

Beim saugen drückt die Zunge gegen den Gaumen und erzeugt einen Unterdruck. Der Gaumen selber hat viele Berühigungs-Sensoren. Das Reiben der Zunge am Gaumen entspannt und beruhigt. Bereits im Mutterleib saugen Babys und beruhigen sich dadurch selber, schnell und effektiv.

Der Schnuller wurde gegen Ende des zweiten Weltkriegs von dem deutschen Zahnarzt, Adolf Müller, und seinem Kieferortopädiekollegen, Willhem Bartels, erfunden. Die beiden nannten ihn ursprünglich: “natürlicher und kiefergerechter Beruhigungssauger und Kieferformer”.

Nun, den Kiefer verformt ein Schnuller wirklich, leider in die falsche Richtung: Die Zähne werden von Lippen, Wangen und Zunge gedrückt und nehmen dadurch ihre natürliche Form an. Kommt ein Fremdkörper, wie der Schnuller, dazu, drückt die Zunge nicht mehr gegen den Gaumen, wie von der Natur vorgesehen, sondern sitzt am Unterkiefer fest. Das Ergebnis: Unter- und Oberkiefer wachsen nicht gleichmäßig.

Trotzdem gehört der Schnuller zu einem Baby wie die Windeln. Während meiner 8jährigen Berufspraxis als Tagesmutter habe ich gelernt, dass es Kinder mit oder ohne Schnuller gibt. Jede Familie entscheidet selber, ob ihr Baby einen Schnuller benutzt oder nicht.

Es gibt Kinder, die scheinen mit ihrem Schnuller verwachsen zu sein. Sie haben ihn fast pausenlos im Mund und trennen sich nur höchst ungern von ihm. Es ist ihr Halt, ihre Sicherheit. Gerade sehr sensible Kinder achten penibel darauf ihren Schnuller stets griffbereit zu haben.

Im Alltag sehe ich überall Kleinkinder mit Schnuller:

  • Im Kinderwagen,
  • auf dem Spielplatz,
  • sogar auf dem Laufrad

Das solltest du beachten, wenn dein Kind einen Schnuller benutzt:

Der Schnuller ist ein Beruhigungssauger, also setzte ihn nur als solchen ein.

Verknüpfe den Schnuller mit ruhigen Aktivitäten wie schlafen oder kuscheln. Wenn du den Schnuller so früh wie möglich mit dem Bett (oder dem kuscheln) verknüpfst, nimmt ihn dein Baby als Signal war, dass jetzt eine ruhige oder Schlafens-Phase folgt.

Gib deinem Baby Gelegenheit beängstigende Situationen auch ohne Schnuller zu überstehen.
Ich beobachte sehr häufig, dass Eltern bei dem kleinsten Anzeichen von Weinen sofort nach dem Schnuller greifen. So erlebt das Kind den Schnuller als emotionalen Halt. Nicht in jeder Situation braucht dein Kind einen Schnuller, wenn es weint. Versuche es zunächst ohne und beruhige dein Baby durch deine Sprache und mit Körperkontakt. Sollte sich dein Kind nicht beruhigen, oder sich in sein Weinen hineinsteigern, kannst du immer noch zum Schnuller greifen.

Als Tagesmutter kann ich nicht in jeder Situation für jedes Kind seinen eigenen Schnuller griffbereit haben. Es gibt so viele Situationen, in denen die Kinder lernen müssen, auf den Schnuller zu verzichten. Nach meiner Erfahrung akzeptieren die Kinder das sehr schnell. Ja, in vielen Fällen empfinde ich sie ohne ihren Schnuller als viel entspannter und fröhlicher, weil sie sich frei mitteilen können.

Lege den Schnuller immer an denselben Ort, damit dein Kind weiß wo er zu finden ist.

Sollte sich dein Kind bereits mit dem Schnuller identifiziert haben, nimm ihm nicht einfach den Schnuller weg. Du wirst dich wundern, wie kooperativ Kinder sein können, wenn sie eine Regel akzeptieren.

Definiere eine feste Regel für dein Kind (bspw.: Der Schnuller ist für das Bett und zum kuscheln).

In meiner Kindertagespflege habe ich einen Schnullerbaum. Wenn ein Kind seinen Schnuller haben möchte, bekommt es ihn auch. Es weiß wo er zu finden ist. Mit dem Schnuller im Mund kann es nun kuscheln, wenn es das möchte, aber zum spielen oder essen hängen wir ihn wieder an den Baum.

Diese Regel kann ein 16 Monate altes Kind gut begreifen. Es entsteht kein Druck, und das Kind hat auch nicht das Gefühl, an den Schnuller nicht heran zu kommen. Je früher du mit diesen Regeln anfängst, umso leichter ist es sie durchzuhalten. Denn das ist wichtig, um den Sinn einer Regel zu begreifen.

So kann sich dein Kind auch mit Schnuller gesund entwickeln

Der Schnuller verändert nicht nur das Wachstum des Kiefers deines Kindes. Er behindert es auch in seiner Sprachentwicklung, wenn er ohne Einschränkungen für das Kind verfügbar ist.

Mit ca. 14 Monaten beginnt dein Kind langsam zu sprechen. Zunächst sind es nur genau erkennbare Laute, dann werden langsam klare Worte daraus (bspw.: Mamamamama wird dann zu Mama).

Begonnen hat es mit dem Training bereits viel früher, während des schlafens. Im Tiefschlaf übt es Wörter, die ihm vom Tag besonders im Gedächtnis geblieben sind. Es trainiert damit seine Zungenbewegungen. Ein Schnuller behindert diesen Prozess. Die Zunge kann sich nicht frei bewegen und sucht sich einen eigenen Weg die Laute zu bilden. Als Folge braucht dein Kind länger um deutlich sprechen zu können, und gewöhnt sich somit leicht Sprachfehler an die im Vorschulalter wieder abtrainiert werden müssen.

Sollte der Schnuller nicht selbständig aus dem Mund gefallen sein, wenn dein Baby eingeschlafen ist, nimm ihn ihm aus dem Mund. Mach ihn an an einer Schnullerkette fest, damit dein Baby ihn auch alleine wieder finden kann. Falls du keine Schnullerkette benutzt, lege deinem Kind den Schnuller in die Hand. Wenn es aufwacht kann es ihn selber in den Mund stecken.

Unser Sprachzentrum befindet sich im Gehirn genau neben dem Bewegungszentrum. Sprache und Bewegung sind also unmittelbar miteinander verknüpft. Wir können uns leichter ausdrücken, wenn wir uns bewegen können. Daher solltest du darauf achten, dass dein Kind bei allen Bewegungen (Spielplatz, während des spielens generell, beim klettern, Laufrad fahren, etc.) keinen Schnuller im Mund hat.

Wenn du diese Details beachtest, kannst du den Schnuller so einsetzen, wie er von den Erfindern als Idee gedacht war, die Kieferverformung in Grenzen halten und die Entwicklung deines Kindes unterstützen.

Mehr spannende und nützliche Tipps zu deinem Baby findest du in meinem aktuellen Buch: "So schlafen Babys… entspannt ein und dann durch." (https://www.amazon.de/gp/product/B083DXFRJM/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i0)

Veröffentlicht von:

Eltern Kinder Coach

Detmolder Str. 113a
33604 Bielefeld
DE
Homepage: https://www.eltern-kinder-coach.com

Ansprechpartner(in):
Sabine Lüders
Herausgeber-Profil öffnen


   

Firmenprofil:

In meinem Alltag werde ich oft mit Situationen konfrontiert die herausfordernd und (teilweise) auch anstrengend sind.

  • Das eine Kind ist gerade neu in die Gruppe gekommen und noch sehr unsicher,
  • das andere Kind ist mitten in seiner Trotzphase und lebt diese mit ganzer Kraft aus,
  • das nächste Kind hat Probleme mit dem Einschlafen und
  • ein Kind mag kein Gemüse……. Alltag eben.

Um eine Lösung zu finden, muss ich die Bedürfnisse der Gruppe und die des Kindes beachten.

Kinder sind faszinierend, inspirierend, witzig und so phantasievoll. Es ist unsere Aufgabe, sie zu begleiten, ihnen Halt und Orientierung zu geben und Sicherheit, auch wenn wir (mal) keine Antworten haben. Und was hilft dabei:

Auf jeden Fall eine große Portion Humor, Liebe und Geduld. Als Coach blicke ich von Außen auf die Themen die Dich beschäftigen. Mit meiner Erfahrung und meinem Wissen finden wir gemeinsam einen Weg, um ein Familienleben zu kreieren, wie Du es dir vorstellst.

Informationen sind erhältlich bei:

Sabine Lüders

Email: kontakt@eltern-kinder-coach.com