Niedersachsen rüstet auf

… und zwar im deutschen Sprachgebrauch. Genauer gesagt mit veralteten Begrüßungsformeln nach Urgroßvaters Sitte. Wie ich aus verborgenen Quellen hörte, soll der niedersächsische Landesvorsitzende der CDU, Dr. Bernd Althusmann, sich seit Jahren Gedanken um eine Aufwertung seines Landes bemüht haben. Klingt dies auch vorab etwas befremdlich, denn Niedersachsen ist ein wirklich schönes Bundesland, so muss man doch sagen, dass eine Imageförderung niemals falsch sein kann.

Es müssen wohl die vielen irritierten Touristen gewesen sein, die entlang der Autobahn diese komischen Worte erblickt haben. Steht doch aktuell an der niedersächsischen Landesgrenze nicht etwa ein „Willkommen“, nein, dort steht „Moin“. Spontan kommt es zu Vollbremsungen, von der Unfallgefahr mal gänzlich abgesehen, denn oft genug sehen die nach Niedersachsen Einreisenden zuerst einmal in ein Wörterbuch. Was meint man denn nun mit Moin? Ist das ein wichtiger Hinweis auf irgendwelche Ereignisse, vielleicht gar eine Drohung? Oder ist das der Name einer neuartigen Verkehrskontrolle mit speziellen Geräten, auf die hingewiesen wird?

Wirklich nicht einfach. Lediglich ganz, ganz alte Niedersachsen können sich dunkel erinnern wie man früher dieses Moin als Begrüßungsformel zu jeder Tageszeit nutzte. Heutzutage, also im Jahr 2020, mit all den modernen Errungenschaften möchte man natürlich Schritt halten. Sprachforscher befürworten gleichfalls einen Ersatz, freuen sich auch darüber, dass nicht wieder ein englisches Wort genommen wird. Immerhin tendiert man allgemein zu fremdländischen Begriffen in Deutschland, die eigene Sprache verkommt mehr und mehr zu Angelsächsisch.

Genau an dieser Stelle greift nun Herr Dr. Bernd Althusmann heroisch ein!

Alle Schilder an den Landesgrenzen werden ersetzt. Endlich steht dort allgemein verständlich ein „Willkommen“. Ob nun Herr Uzuegbu aus Afrika die Straße entlang fährt, oder Frau Nghu aus Vietnam, gar Don Castagnetti oder vielleicht die Familie ماكمالالا aus dem Orient, ein Willkommen wird allgemein als freundlicher Gruß verstanden.

Böse Kritiker behaupten nun, die Idee sei lediglich übernommen worden. Steht doch auf der Gegenfahrbahn z.B. „Willkommen in NRW“. Dies sei daher wenig originell. Radikale Kritiker werden noch deutlicher. Für das Geld hätte man auch etliche Schlaglöcher auf den Straßen ausbessern können. Doch sollten den Sturm- und Erdverwachsenen Niedersachsen diese Nörgler nicht weiter kümmern. Jeder deutsche Autofahrer hat seine Schlaglöcher liebgewonnen. Ohne die wäre Deutschland ein ganz anderes Land. Jedoch ein Willkommensschild hat oberste Priorität! Darf ich an dieser Stelle um Steuererhöhung bitten?

Aus der ganzen Welt kamen Grußtelegramme, die Welt beneidet Niedersachsen um dieses „Willkommen“. Aus den USA schrieb ein gewisser Donald Trump die Bemerkung, er will an den wenigen Türen seiner Grenzmauer jetzt auch „Willkommen“ drauf schreiben lassen. Make Willkommen great again!

Mag nun das eine oder andere Dummerle auch schimpfen, sehr geehrter Herr Dr. Althusmann, Sie sind mein Held!!!

 

Veröffentlicht von:

Ulli Zauner

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