Thomas Filor: Investoren entscheiden sich wegen Mietendeckel für Bürogebäude

Der Mietendeckel hat den Berliner Wohnimmobilienmarkt etwas beruhigt – Investoren weichen nun vermehrt auf Bürogebäude aus.

 

Magdeburg, 04.03.2020. „Der in Berlin eingeführte Mietendeckel wirkt sich zunehmend auch auf den Immobilienmarkt für Bürogebäude aus. Investoren kehrten dem Wohnimmobilienmarkt zumindest teilweise den Rücken“, erklärt Immobilienexperte Thomas Filor aus Magdeburg. 

 

Aus amtlichen Daten geht hervor, dass seit Einführung des Mietendeckels weniger Mietwohnhäuser verkauft wurden und die Preise nicht so einen starken Anstieg verzeichneten, wie in den Jahren zuvor. „Diese Entwicklung liefert die ersten Anzeichen für eine Preisstabilisierung“, betont Filor und bezieht sich dabei auch auf Aussagen des Gutachterausschusses für Grundstückswertein Berlin. „Die Investoren weichen von Wohngebäuden auf Büros ausWohnungs- und Büroleerstände sind kaum noch vorhanden“, hieß es in einer Analyse des Gutachterausschusses.

 

Des Weiteren zeigt die Analyse, dass sich auch in anderen Städten Investoren vermehrt für Bürogebäude interessieren. Dies geht aus einem Gutachten des Spitzenverbands Zentraler Immobilien-Ausschuss hervor. So seien im vergangenen Jahr rund 40 Milliarden Eurobundesweit in Büroimmobilien geflossen – ein Viertel mehr, als im Vorjahreszeitraum 2018. 

 

„Aufgrund der historischen Niedrigzinsphase können Büroimmobilien eine gute Anlageform darstellen, trotz verhältnismäßig sinkender Rendite“, erklärt Immobilienexperte Thomas Filor. Derzeit kommen 43 Prozent der Investoren aus dem Ausland. Die meisten Verkaufsabschlüsse finden in der Hauptstadt statt, gefolgt von Frankfurt und München. „Nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor Verbesserungsbedarf im Bereich Neubau“, betont Filor und weist auf die Analyse hin, laut der es in Berlin nur noch 1,3 Prozent freie Büroflächen gibt. In München sind es derzeit 1,4 Prozent. 

 

Ideal wäre es laut Immobilienexperte Thomas Filor, wenn in den großen deutschen Städten vier bis fünf Prozent frei wären – doch auch in Hamburg, Köln und Stuttgart liegt der Prozentsatz darunter. Der Berliner Mietendeckel trat am Sonntag, den 1.März in Kraft. Im Vorfeld hatten Immobilienökonomen ihre Bedenken geäußert, wie sich das Gesetz auf zukünftige Immobilieninvestitionen, im Sektor der Wohnimmobilien, auswirken könnte. 

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