Corona-Soforthilfe gestoppt: Die Macht der Betrüger

Das Antragsformular für Soforthilfen war so täuschend echt nachgebaut, dass vermutlich viele Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer in Nordrhein-Westfalen darauf hereingefallen sind. Fazit: Die beantragten Gelder kamen nie an. Um den Betrug zu stoppen, hat das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium (MWIDE) Strafanzeige gestellt und heute sogar entschieden, die Zahlungen der Soforthilfe vorerst auszusetzen. Der aktuelle Vorgang zeigt, wie kreativ Betrüger ans Werk gehen und vor allem: wie schnell sie sind. Auch wenn es wahrscheinlich schon morgen neue, perfide Betrugsmaschen gibt, geben die ARAG Experten einen Überblick über die aktuelle Gaunerlandschaft.

Fake-Anträge in NRW
Mit den gefälschten Anträgen haben Cyberkriminelle jede Menge Daten abgefischt und Soforthilfe-Zahlungen wahrscheinlich auf andere Konten umgeleitet. Daher wurden die Auszahlungen der Soforthilfen bis auf Weiteres ausgesetzt. Anträge können aber weiterhin gestellt werden. Und zwar ausschließlich über die offizielle Internetseite des Landes. Eine Ermittlergruppe des Landeskriminalamtes arbeitet nun mit Hochdruck daran, betrügerische Anträge zu identifizieren. Wann Antragsteller mit Zahlungen rechnen können, ist offen. ARAG Experten weisen darauf hin, dass offizielle Webseiten des Landes am Kürzel .nrw oder .nrw.de zu erkennen sind.

Gewinnspiele von der BaFin
Sogar die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) muss für Corona-Gaunereien herhalten: Vermeintliche BaFin-Mitarbeiter rufen willkürlich Telefonnummern an und bieten die

Gefälschte Online-Produkte
Das
Bundeskriminalamt warnt hingegen vor dem Online-Handel mit illegalen Arzneimitteln, gefälschten Medikamenten und Medizinprodukten wie etwa Atemschutzmasken oder Selbsttest-Kits. Der Zoll hatte erst kürzlich gefälschte Gesichtsmasken, antivirale Medikamente ohne Zulassung und Desinfektionsmittel, die nicht den medizinischen Standards entsprechen, sichergestellt. Die ARAG Experten warnen in diesem Zusammenhang auch vor Online-Angeboten von Nahrungsergänzungsmitteln, die vermeintlich Schutz vor einer Corona-Infektion bieten. Das sind Fake-News! Noch gibt es kein wirksames, zugelassenes Medikament gegen Covid-19.

Wucherpreise für Online-Produkte
Die Menschen haben Angst vor einer Ansteckung. Daher sind viele bereit, hohe Preise zu zahlen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Doch viele Medizinprodukte sind nicht mehr oder schwer erhältlich. Die Kunden müssen in Vorkasse gehen, doch die Ware kommt nie an. Oder aber die Ware wird zu unmoralisch hohen Preisen verkauft. Nach Auskunft der ARAG Experten kann man Fake-Shops oft am fehlenden oder fehlerhaften Impressum erkennen oder weil keine seriösen, gängigen Bezahldienste angeboten werden. Fehlt die Möglichkeit, auf Rechnung zu kaufen: Finger weg! Gleichzeitig können Bewertungen und Prüfsiegel ein Indikator für eine vertrauenswürdige Seite sein.

Phishing in Corona-Zeiten – der Sparkassen-Trick
Mit diesem neuen Presseportal regelmäßig vor immer neuen Betrugsmaschen. "Eine besonders abstoßende und niederträchtige Vorgehensweise skrupelloser Krimineller", so bezeichnet der Präsident des Landeskriminalamtes, Ralf Michelfelder, das aktuelle Vorgehen. Dabei melden sich die Trickbetrüger telefonisch bei meist älteren Personen und behaupten, sie seien mit dem Coronavirus infiziert und bräuchten nun Geld für die Behandlung, was ein Freund abholen würde. Eine andere Variante ist ein bereits bekannter Trick: Angeblich ist ein Enkel oder sonstiger Angehöriger erkrankt und benötigt nun finanzielle Unterstützung für die Behandlung.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/coronavirus/was-ist-noch-wichtig/

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