Corona-Alltag in den Flüchtlingslagern im Libanon und in Syrien

Auch abgesehen von den syrischen Flüchtlingen, die es bereits vor oder kurz hinter die Grenzen Europas geschafft haben, gibt es noch Millionen von geflüchteten Menschen, die im Libanon oder innerhalb Syriens auf der Flucht sind. Die Umstände dort sind aufgrund von Corona noch lebensbedrohlicher geworden.

Im Libanon und in Syrien betreut der Zeltschule e.V. rund 20.000 von ihnen. 13 Zeltschulen und Camps in der libanesischen Bekaa-Ebene und 7 Schulen in Syrien bieten hier Kindern Bildung, Perspektive und ein bisschen Normalität.

Alle Camps benötigen aktuell zusätzliche Hilfe für Präventionsmaßnahmen. Für Desinfektionsmittel und Flüssigseife konnte schon gesorgt werden, aber das Hauptproblem – vor allem im Libanon – ist Wasser. Selbst viele Libanesen haben in ihren Häusern kein fließendes Wasser. Es muss in Plastikflaschen oder großen Tanks gekauft werden. Die Camps brauchen für die Basishygiene und die zusätzliche Prävention im Moment doppelt so viel Wasser wie sonst. Spendengelder fließen gezielt hierhin.

In den Zeltschule-Women’s-Workshops, in denen die geflüchteten und häufig alleinstehenden Frauen und Mütter handwerkliche Fähigkeiten erlernen, um auch nach Kriegsende eine Chance zu haben, ihre Familien zu ernähren, nähen die Frauen aktuell Mundschutztücher für die Camp-Bewohner.

Zusätzlich wurden alle Familien gebeten, in ihren Zelten zu bleiben. Die Schulen sind – wie auch im Rest Libanons – geschlossen. Anstatt Klassenunterricht erstellen die Zeltschule-Lehrer WhatsApp-Videos für die Kinder, in denen neuer Stoff erklärt wird. Nachmittags gehen die Lehrer dann durch die Camps und rufen den Kindern in den Zelten Haus- und Übungsaufgaben zu. Das System funktioniert sehr gut. Für Kinder und Eltern, so sagen diese, ist die Tatsache, dass die Schule komplett ausfallen könnte, schlimmer, als die Bedrohung durch ein Virus – sie haben ganz andere Bedrohungen überlebt.

Jacqueline Flory, Gründerin der Zeltschulen, telefoniert von München aus täglich mit den 36 Lehrern. Diese übernehmen sehr viel mehr Aufgaben als nur zu unterrichten: Sie sind auch Vermittler zwischen Camp und der Organisatorin in München. Gemeinsam werden die Situation und die Anforderungen vor Ort besprochen, sowie die nötigen nächsten Schritte.
Einmal wöchentlich gibt es eine Lehrerkonferenz via WhatsApp, in der der Lehrplan besprochen wird – das war schon vor Corona so. Jetzt kommen die Lehrer mit vielen neuen Fragen: Wie können wir den Familien die Thematik rund um das Virus erklären und ihnen teils neues Verhalten beibringen?
Eine Schule in Syrien hat als pragmatische Lösung ein Graffiti auf eine Mauer gemalt, eine andere führt ein lustiges Theaterstück auf. In Syrien sind die Camps derart abgelegen, dass es weniger strenge Kontaktregelungen gibt, denn hier besteht so gut wie kein Austausch mit der Außenwelt.

Jacqueline Flory fasst die Situation in den Zeltschule-Camps so zusammen: „Dank sehr früher Präventionsmaßnahmen und -mittel, wie Wasser, Desinfektionsmittel und Seife, konnten wir bisher eine erkennbare Ausbreitung des Virus vermeiden. Unsere vielen privaten Unterstützer haben glücklicherweise sofort den Ernst der Lage erkannt. Wir hoffen weiterhin auf großzügige Spenden, um diesen Menschen in ihrer Region zu helfen. Alle Menschen, die ich hier kennengelernt habe, wünschen sich nichts sehnlicher, als eines Tages in ihre Heimat zurückzukehren. Ich hoffe sehr, es wird ihnen irgendwann möglich sein. Bis dahin sind wir für sie da.“

 

Über die Zeltschule
„Wir machen Schule!“ ist das Motto des gemeinnützigen Vereins Zeltschule, der Zeltschulen für syrische Flüchtlingskinder im Libanon baut und betreibt. Mitten in einer der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit können Mädchen und Jungen sich einen Bildungsstandard erarbeiten, mit dem sie nach Krieg und Regimewechsel ihr Land wiederaufbauen können, statt sich radikalen Gruppen anzuschließen.
Zeltschule e.V. gibt den Kindern eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft und ihren Familien eine Perspektive jenseits der lebensgefährlichen und illegalen Reise nach Europa. Damit leistet der Verein sowohl Hilfe zur Selbsthilfe als auch nachhaltige Friedensarbeit. Gleichzeit erfahren die mehr als 7.500 Kinder der 30 deutschen Partnerschulen, dass sie durch ihr Engagement Not lindern und etwas bewirken können. Durch den Austausch von Briefen, (selbstgebastelten) Geschenken, Videos etc. praktizieren über 10.000 Kinder Völkerverständigung über alle räumlichen, sprachlichen und religiösen Grenzen hinweg.

Pressekontakt:
Melanie Schillinger
mobil: 0176-64390327
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