Risiken und Nebenwirkungen durch Ärztemangel im Krankenhaus

Während in den 80er und 90er Jahren eine sogenannte "Ärzteschwemme" angehende Medizinstudenten abschreckte, wird ein Ärztemangel in der laufenden Dekade immer wahrscheinlicher. Dabei unterschätzen die Träger der Krankenhäuser und Kliniken die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen. Auch die Abschaffung der schlecht bezahlten AiP-Phase wird nur wenig Linderung versprechen. Nach Ansicht von Personalberater Benjamin Barucha liegen die Ursachen im kontinuierlichen Rückgang der Absolventen eines medizinischen Studiums, unattraktiven Arbeitszeiten und Sozialleistungen, der daraus resultierenden Abwanderung ins Ausland oder der Neuorientierung von Medizinern in andere Branchen, wie zum Beispiel der Pharmaindustrie.

Doch insbesondere bei den unattraktiven Arbeitszeiten könnten die Träger von Gesundheitseinrichtungen eine Menge selbst tun.

Die Arbeitszeiten müssten attraktiver und sozialverträglicher werden. Innovative Teilzeitmodelle, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung, möglicherweise sogar klinikeigene Kindergärten seien zeitgemäße Lösungsansätze, meint Benjamin Barucha

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat im Gesundheitswesen bislang keinen Einzug gehalten. Frauen leiden hier besonders unter der Benachteiligung. Medizinerinnen in Führungspositionen sind mit der Lupe zu suchen, oft sind diese dann kinderlose Singles." sagt Benjamin Barucha, der seit 2005 Mediziner für Krankenhäuser und Kliniken sucht.

Unklar ist Benjamin Barucha vor allem, daß insbesondere Unternehmen aus der Diakonie und der Caritas zu wenig für ihre Mitarbeiterinnen in allen Bereichen tun.

Die oft seitens der öffentlichen Meinung angesprochene unangemessene Vergütung von Medizinern sieht Benjamin Barucha dagegen nicht als ein Hauptproblem. Vielmehr würde der Medizinerberuf noch als Berufung verstanden und ein Freizeitausgleich seitens der Ärztinnen und Ärzte mit Zeit für Hobby und Familie wesentlicher wichtiger gewertet als ein höherer Gehaltsscheck. Zudem sei die Vergütung ausgebildeter Mediziner nicht so kläglich bemessen, wie bisweilen in der öffentlichen Meinung wahrnehmbar. Tarifverhandlungen seien aber vor allem Sache der berufständischen Vereinigungen und der Tarifparteien.

Der Kampf um die klügsten Köpfe kann sich für eine Klinik in barer Münze ausdrücken. "Denn wer die besten Köpfe hat, bekommt die meisten Patienten", so sieht es zumindest eine aktuelle Studie über Personalrekrutierung in Unternehmen der Gesundheitsbranche. Am Beispiel der Psychosomatik macht die Studie deutlich, dass die Personalbeschaffung eine Disziplin mit stetig steigendem Gewicht ist. Gerade bei den heute ständig längeren Wartezeiten auf einen Termin bei einem qualifizierten Facharzt.

Bei der Besetzung von Schlüsselpositionen mit Spezialisten und Führungskräften achten Personalentscheider zunehmend auf die Qualität der Kommunikation und Beziehung zum Personalberater. Dabei wird deutlich: Recruiting-Maßnahmen sind dann besonders effizient, wenn sich der Berater gezielt auf die Bedürfnisse der Auftraggeber einstellt, umfangreiche Detailkenntnisse besitzt und über gute Kontakte verfügt.

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